Werbering Goch setzt auf Digitalisierung und Gemeinschaft
Jahreshauptversammlung: Neue Projekte und Herausforderungen für die Zukunft des Wirtschaftsstandorts
GOCH. Zur turnusmäßigen Jahreshauptversammlung hatte der Werbering Goch seine Mitglieder am vergangenen Dienstagabend eingeladen. Gastgeber war dieses Mal das Mitgliedsunternehmen Team-IT im Gocher Industriegebiet West.
Mit dem ersten Tagesordnungspunkt „Eröffnung und Begrüßung“ verband Vorstandsmitglied Karin Arntz einen Appell an den Zusammenhalt: „Vieles lässt sich gemeinsam einfach besser bewegen.“ Der Werbering Goch umfasse verschiedene Branchen und Unternehmen und gleichzeitig verbinde er doch alle als Teil des Wirtschafts- und Handelsstandorts Goch. „Der Werbering lebt von euren Ideen und eurem Engagement“, bekräftigte sie. Nicht jeder müsse alles übernehmen, aber wenn jeder ein kleines Stück beitrage, dann sei schon viel gewonnen. „Wir sollten alles daran setzen, den Werbering Goch zu erhalten“, unterstrich sie auch mit Blick auf andere Kommunen, wo es keine Werberinge (mehr) gibt. Ein Appell, der von den anwesenden Mitgliedern mit Applaus bedacht wurde.
Die folgenden Regularien wurden zügig abgearbeitet. Karin Arntz stellte den Jahres- und Tätigkeitsbericht vor. Dazu zählten unter anderem das „Fest der Sinne“ mit verkaufsoffenem Sonntag im Oktober, das Weihnachtsgewinnspiel, bei dem erstmals Gutscheine im Wert von 5.000 Euro statt eines Autos als Hauptpreis verlost wurden, der Weihnachtsmarkt, der trotz des kurzfristigen Wechsels des Event-Veranstalters stattfinden konnte – hier ging ein großer Dank an alle Helfer – und natürlich die Hauptziehung des Weihnachtsgewinnspiels im Januar dieses Jahres im Kastell. Letztere wird wegen des Termindrucks einer sehr kurzen Karnevalssession bereits am 3. Januar 2027 im Kastell stattfinden. Deshalb startet das Weihnachtsgewinnspiel des Werberings Goch in diesem Jahr schon am 25. Oktober und läuft dann bis zum 24. Dezember. Viele Kunden hätten zudem in den vergangenen Jahren auch gar nicht bemerkt, dass es die Marken noch bis zum 31. Dezember gegeben habe, so Karin Arntz. Natürlich stehen auch 2027 wieder beliebte Veranstaltungen wie der Gocher Street Food Frühling mit verkaufsoffenem Sonntag (6. und 7. März), das 40. Maifest des Werberings (2. Mai) und der Weihnachtsmarkt vom 10. bis 13. Dezember auf dem Programm. Den Finanzbericht trug Wolfgang Auclair vor; von den Kassenprüfern wurde die ordnungsgemäße Buchführung bestätigt und der Vorstand anschließend einstimmig entlastet. In diesem Jahr stand außerdem die Wahl des Vorstandes an. Karin Arntz, Michael Büchi und Jörg Thonnet, der entschuldigt fehlte, stellten sich zur Wiederwahl und wurden von der Versammlung einstimmig in ihren Ämtern bestätigt. Auch zwei neue Beisitzer erklärten sich zur Mitarbeit bereit. Inzwischen sind 10.500 „miteinanderKarten“ im Umlauf, 6.500 davon wurden im Zuge der digitalen Umstellung getauscht; punkten kann man damit bei 28 Partnern in Goch. Weitere Infos haben die Stadtwerke Goch, www.stadtwerke-goch.de oder im Servicecenter am Markt). Ein großes Projekt ist die Digitalisierung der bisher in Papierform bestehenden Werbering-Gutscheine. Versehen mit verschiedenen Aufdrucken, können diese Gutscheine mit dem gewünschten Wert aufgeladen werden; maximal sind 350 Euro möglich. Ist das Guthaben aufgebraucht, werden die Karten an den Werbering zurückgegeben, elektronisch gelöscht und können dann wieder eingesetzt werden. „So sind sie drei bis fünf Jahre im Umlauf“, erklärt Werbering-Geschäftsführerin Nicole Thissen. Ein weiterer Vorteil gegenüber dem Papier: Das Guthaben kann vom Kunden problemlos „gestückelt“ werden. In der nächsten Zeit wird bei den bisher 48 teilnehmenden Händlern alles enstprechend eingerichtet. Für die Mitglieder des Werberings, aktuell sind es 81, ist die Nutzung des Systems kostenlos. Im ersten Zug der Umstellung sind die Gutscheine erst einmal weiterhin nur bei den Mitgliedern Geschenkehaus Peters und Euronics Thonnet so wie bei der Deutschen Bank, der Sparkasse Rhein-Maas und der Volksbank erhältlich.
Diskussion
Unter dem Punkt „Veschiedenes“ wurde rege über ISEK (Integriertes Städtebauliches Entwicklungskonzept) und die Auswirkungen auf den Handel in der Innenstadt diskutiert. Zwei ursprünglich für Anfang September geplante öffentliche Infoveranstaltungen hatte die Stadt verschoben, um mit Handel und Gastronomie weitere Abstimmungsgespräche zu führen. Thema ist hier auch die künftige Straßenführung bezüglich Markt, Kloster- und Steintorplatz. Vor allem die Planung, den Markt komplett autofrei zu gestalten und damit der Wegfall aller Parkplätze für Kunden, die in der Innenstadt einkaufen oder etwas erledigen wollen, sorgt unter den Händlern für heftige Kritik. Fielen auch noch die Parkplätze auf dem Klosterplatz weg, gebe es kaum noch Möglichkeiten, in der Nähe zu parken. Goch sei eher ein Versorgungszentrum, keine Flanierstadt, hieß es. Und: Goch könne nur leben, wenn der Einzelhandel lebt. Plädiert wurde unter anderem für eine kombinierte Nutzung des Markplatzes. Angeregt wurde außerdem, in den Geschäften Unterschriftenlisten gegen die geplanten Umgestaltungen, auch bei der Straßenführung, in ihrer jetzigen Form auszulegen. Wer sich für die Arbeit des Werberings Goch interessiert und mitmachen möchte, der findet unter www.werbering-goch.de weitere Informationen.
Der Werbering-Vorstand trifft sich alle 14 Tage zu Austausch und Gesprächen in den Räumen der „Thielen & Partner Steuerberater Partnergesellschaft“ an der Bahnhofstraße 1.