Wenn Antibiotika nicht mehr wirken: Kreis Kleve informiert Fach-Akteure
Netzwerktreffen zum Umgang mit multiresistenten Erregern im Kreishaus
KREIS KLEVE. Wenn Antibiotika nicht mehr wirken, können selbst alltägliche Infektionen zu einer ernsthaften Gefahr werden. Verantwortlich dafür können sogenannte multiresistente Erreger (MRE) sein – Bakterien, gegen die viele herkömmliche Antibiotika nicht mehr ausreichend helfen. Um dieser Herausforderung gemeinsam zu begegnen, hatte die Abteilung „Gesundheit“ des Kreises Kleve erneut zur jährlichen Netzwerkveranstaltung ins Kreishaus eingeladen. Rund 60 Vertreterinnen und Vertreter aus Krankenhäusern, Arztpraxen, Pflegeeinrichtungen und Apotheken trafen sich nun im Maywaldsaal. Ein besonderes Augenmerk galt in diesem Jahr der Sepsis, umgangssprachlich auch als Blutvergiftung bekannt.
Dr. med. Martina Scherbaum, Leiterin des Fachbereichs „Gesundheit“ des Kreises Kleve, stellte zunächst die aktuellen Fallzahlen und die Entwicklung multiresistenter Erreger in der Region vor. Anschließend machte sie auf die häufig unterschätzte Gefahr einer Sepsis aufmerksam. Bei dieser lebensbedrohlichen Erkrankung gerät die körpereigene Reaktion auf eine Infektion außer Kontrolle und kann lebenswichtige Organe schädigen. In Deutschland erkranken jährlich mindestens 230.000 Menschen daran, mindestens 85.000 sterben. Besonders gefährlich wird es, wenn resistente Bakterien die Behandlung erschweren. Umso wichtiger ist es, Warnzeichen frühzeitig zu erkennen und unverzüglich medizinische Hilfe in Anspruch zu nehmen.
Wie schwierig die Behandlung resistenter Infektionen sein kann, zeigte Dr. med. Ufuk Gündug, Chefarzt der Katholischen Karl-Leisner-Trägergesellschaft, anhand eines konkreten Patientenfalls aus dem Klinikalltag.
Dr. med. Reimund Hoheisel, Hygieneexperte der Bioscientia Healthcare GmbH, beleuchtete die historische Entwicklung von Antibiotikaresistenzen und deren zukünftige Bedeutung. Einen besonderen Schwerpunkt legte er auf die Händehygiene, die zu den einfachsten und zugleich wirksamsten Maßnahmen gegen die Übertragung von Krankheitserregern zählt. Dabei machte er deutlich, wie wichtig konsequente Hygienemaßnahmen sind.
Die Herbst-Veranstaltung 2026 unterstrich, wie wichtig die enge Zusammenarbeit zwischen Krankenhäusern, Arztpraxen, Pflegeeinrichtungen und dem Öffentlichen Gesundheitsdienst ist. Mit dem jährlichen Netzwerktreffen fördert der Kreis Kleve den fachlichen Austausch und leistet einen wichtigen Beitrag zur Vermeidung von Infektionen und zum Schutz der Bevölkerung. Denn wirksamer Infektionsschutz beginnt mit guter Vorsorge und gelingt am besten gemeinsam.