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Ulrich Kühn, Anke Bruckmann, Lea Blank (alle Kreispolizeibehörde Wesel) und Landrat Ingo Brohl wiesen bei der Präsentation der Verkehrsunfallstatistik 2024 auch auf die Gefahren von E-Scootern hin. NN-Foto: SP
24. März 2025 · Sabrina Peters · Niederrhein

Weniger Verkehrsunfälle, aber wieder mehr Unfalltote im Kreis Wesel

Im Kreis Wesel gab es 2024 insgesamt 14.663 Verkehrsunfälle / 17 Menschen veloren ihr Leben

KREIS WESEL. 17 Menschen verloren im vergangenen Jahr im Kreis Wesel im Straßenverkehr ihr Leben. „17 Tote sind natürlich 17 Tote zu viel. Hinter jedem Menschen steht eine Familie und ein Einzelschicksal“, betonte Lea Blank, Leiterin der Direktion Verkehr bei der Kreispolizeibehörde Wesel. Allerdings sei dennoch positiv zu erwähnen, dass von den 14.663 Verkehrsunfällen, die es 2024 im Kreis Wesel gegeben habe, die allermeisten nur mit einem Sachschaden geendet seien. 275 Menschen wurden jedoch auch im vergangenen Jahr bei einem Verkehrsunfall schwerverletzt. „Und da entscheidet oft nur das Schicksal über Leben und Tod“, sagte Blank bei der Vorstellung der Unfallstatistik 2024 für den Kreis Wesel.

Entgegen dem Landestrend in Nordrhein-Westfalen rückten die Polizeibeamten im Kreis Wesel in 2024 sogar seltener zu einem Verkehrsunfall aus als noch 2023. Da wies die Statistik noch 14.731 Verkehrsunfälle auf. Für Ulrich Kühn, Leitender Polizeidirekter des Kreises Wesel, ist dieser leichte Rückgang aufgrund der großen Belastung, die auf den Straßen des Kreises Wesel herrsche, positiv zu bewerten. „Wir sind in NRW mit unseren 13 Städten und Gemeinden und unserer Fläche die größte Polizeibehörde. Wir liegen am Rande des Ruhrgebiets und haben eine hohe Pendlerbelastung. Mit der Anzahl an Verkehrsunfällen müssen wir uns im Land nicht verstecken“, sagte Kühn.

Dennoch sei die Zahl der Unfalltoten zu hoch. Hier steche allerdings besonders die Gruppe der motorisierenden Zweiradfahrenden heraus. Unter den 17 Unfallopfern waren 2024 sieben Motorradfahrer, die tödlich verunglückten. Dabei waren aber nicht immer die Motorradfahrer selbst schuld. „Bei einem Unfall war der Unfallverursacher auch der Motorradfahrer. Die anderen sechs konnten nichts dafür“, sagte Blank. Landrat Ingo Brohl, der gleichzeitig auch Leiter der Kreispolizeibehörde Wesel ist, appellierte daher an alle Motorradfahrer, Präventionsmaßnahmen wie etwa eine Airbag-Weste zu ergreifen. Motorrad- oder Zweiradfahrer seien nun einmal das schwächste Glied in der Kette. „Darüber müssen sie sich im Klaren sein. Sie investieren so viel Geld in die Maschine und in Benzin, aber kaum einer in eine gute Schutzausrüstung“, sagte Brohl. Dabei könne die am Ende Leben retten.

Dass Prävention helfen kann, zeigt die Statistik der Unfallbeteiligung von Rad- und Pedelecfahrenden. Obwohl in NRW die Anzahl von Pedelecs in Haushalten von zwölf auf 14 Millionen stieg, sind die Anzahl der Verkehrsunfälle mit Rad- und Pedelecfahrern im Kreis Wesel von 680 in 2023 auf 643 im vergangenen Jahr zurückgegangen. „Das ist eine positive Entwicklung. Hier scheinen die Präventionsmaßnahmen zu greifen“, betonte Blank.

Neben den Pedelecs sind in den vergangenen Jahren allerdings auch verstärkt Elektrokleinstfahrzeuge mit Lenkstange und einer Geschwindigkeit bis maximal 20 Stundenkilometern als Verkehrsmittel hinzugekommen. Demnach stieg die Anzahl an Verkehrsunfällen unter Beteiligung eines Elektrokleinstfahrzeuges in 2024 auch von 72 (2023) auf 109. Deshalb startet die Kreispolizeibehörde Wesel auch noch in diesem Jahr die Aktion „E-Scooter sind keine Spielzeuge“ an den weiterführenden Schulen im Kreis Wesel. „Die E-Scooter werden ein immer beliebter werdendes Gerät für Schüler, um ihren Schulweg zu bestreiten“, sagte Blank. Doch das berge eben auch zusätzliche Gefahren im Straßenverkehr, weshalb die Kreispolizeibehörde Wesel auch hier wieder präventiv aktiv werden wolle.

2024 ging die Anzahl verunglückter Kinder und Senioren im Straßenverkehr allerdings zurück. Unter den 17 Toten war im vergangenen Jahr kein einziges Kind, fünf Senioren und „nur“ zwei junge Erwachsene. Unter den Letztgenannten fällt auch der 20-jährige Motorradfahrer, der am 13. April 2024 um 16.22 Uhr mit seinem Motorrad auf dem Varusring in Xanten mit einem in der gleichen Richtung fahrenden PKW kollidierte. Der 20-Jährige wurde dabei lebensgefährlich verletzt und verstarb wenig später in einem Krankenhaus.

Sabrina Peters

Ulrich Kühn, Anke Bruckmann, Lea Blank (alle Kreispolizeibehörde Wesel) und Landrat Ingo Brohl wiesen bei der Präsentation der Verkehrsunfallstatistik 2024 auch auf die Gefahren von E-Scootern hin. NN-Foto: SP

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