Weniger Kirchen-Austritte sind kein Grund aufzuatmen
Bistum Münster veröffentlicht Statistik für das Jahr 2024
1.974 Menschen haben 2024 ihren Austritt aus der Kirche erklärt, das sind 791 weniger als im Vorjahr. Die Zahl der Taufen ist mit 984 (- 183) zurückgegangen, die Erstkommunion wurde 1.256 Mal (- 112) gefeiert. 674 Mal wurde das Sakrament der Firmung gespendet, 142 mal weniger als 2023. Das „Ja-Wort“ gaben sich 151 Paare in einer katholischen Kirche. Gesunken ist auch die Zahl der Bestattungen, um 149 auf 1.858.
Weihbischof Rolf Lohmann, Regionalbischof für den Niederrhein und den Kreis Recklinghausen, sagt zu den Zahlen: „„Auch wenn die Austrittszahlen im vergangenen Jahr spürbar zurückgegangen sind, ist das kein Grund, erleichtert aufzuatmen und weiterzumachen wie früher. Unsere Gesellschaft befindet sich im Umbruch, unsere Werte stehen auf dem Prüfstand. Kriege, politische Spannungen und wirtschaftliche Herausforderungen prägen die Gegenwart – in diese Zeit hinein haben wir den Auftrag, die Frohe Botschaft zu verkünden, die Hoffnung geben kann in einer krisengeschüttelten Welt. Unser Glaube stiftet Gemeinschaft, gibt Halt und ermutigt dazu, Verantwortung für andere zu übernehmen. Er lädt uns gerade in diesem Heiligen Jahr dazu ein, als Pilger der Hoffnung in die Welt zu gehen. Mein besonderer Dank gilt all jenen, die sich weiterhin in der Kirche engagieren – sei es haupt- oder ehrenamtlich, durch ihre finanzielle Unterstützung oder ihr tatkräftiges Mitwirken in den Gemeinden. Ihr Einsatz ermöglicht es, den christlichen Glauben lebendig zu halten und in einer sich wandelnden Welt ein Zeichen der Hoffnung zu setzen. Dieses Engagement erlebe ich immer wieder, wenn ich im Kreis Kleve unterwegs bin – und dieses Engagement entfaltet seine positive Wirkung in den meisten Fällen über die Grenzen der Gemeinde hinaus in die Gesellschaft. Gerade in Krisenzeiten zeigt sich, wie sehr Glaube Kraft schenken kann. Er ermutigt uns, Herausforderungen mit Zuversicht zu begegnen und uns für die Würde jedes Menschen einzusetzen. Christlicher Glaube bedeutet, auch und gerade in schwierigen Zeiten an der Seite der Schwachen, Einsamen und Ausgegrenzten zu stehen. Dafür stehen wir weiterhin ein.“