„Weiß-blaue“ Kunst im Garten
Doris Angenendt und Renate Wischinski bitten zur Ausstellung „Ab ins Alpenland“
„Abwarten und Tee trinken“
Kraftvoll und fröhlich sind Renate Wischinskis Bilder: Das rote Herz, geschmückt mit einer weiß-blauen Schleife; oder das Alpenmädel in Mieder und kurzer roter Hose, das zeigt, dass Tracht durchaus nicht langweilig sein muss. Das Motto „Schau ma moi, dann seng mas scho“ – frei übersetzt mit „Abwarten und Tee trinken“ – ist einer Dame im Dirndl an die Seite gestellt. Auf Leinwand festgehalten ist ebenso die Pracht einer alpenländlichen Blumenwiese. An ihren Ausstellungen lieben die beiden Künstlerinnen die kreative Zusammenarbeit und die Freiheit, die ihnen ihr selbst gewähltes Motto lässt: „Man kann sich auf das Thema einlassen und mit seinen Ideen loslegen.“ Auch wenn es bei der Keramik einen Punkt gebe, an dem man anfangen muss, um pünktlich fertig zu werden, weiß Doris Angenendt aus Erfahrung. Da hätte Renate Wischinski in ihren Atelier noch eher die Möglichkeit, spontane Einfälle zeitnah umzusetzen. Nach etlichen gemeinsamen Ausstellung haben die beiden aber Routine im Ablauf entwickelt und freuen sich immer wieder darauf, den Besuchern die Ergebnisse ihres künstlerischen Schaffens, zu präsentieren. Überall im Garten ist die Keramik verteilt: „Man meint immer, es wäre zu viel, aber es verliert sich dann doch“, sagt Doris Angenendt, die keines dieser Stücke zweimal herstellt. Renate Wischinskis Bilder werden – wetterfest untergebracht – in der komplett umgestalteten Garage zu sehen sein. Hier steht dann auch die Zapfanlage für das Bier, das von einem Brauer in Xanten kommt, während Kaffee und selbst gebackener Kuchen draußen gereicht werden. Gegrilltes serviert Doris Angenendts Mann und überhaupt ist das „Drumherum“ wieder eine Gemeinschaftsaktion der beiden Familien. „Da sind alle mit viel Herzblut dabei“, sind sie dankbar für die Unterstützung bei der Bewirtung. Die Besucher können derweil den Garten erkunden, die vielen verschiedenen Sichtachsen und Sitzecken, die zum Verweilen einladen, entdecken. Wenn der Wind dem Glockenspiel zarte Töne entlockt und das Wasser am Teich leise vor sich hin plätschert, dann vergisst man schon mal, dass vor dem Gartentor der Alltag wartet. Auf dem 1.200 Quadratmeter großen Areal hält die Verbindung von Natur und Kunst so manche Überraschung bereit, die man so nicht mitten in Uedem erwartet hätte.
In diesem Jahr haben Doris Angenendt und Renate Wischinski bewusst einen etwas früheren Ausstellungstermin als in den Jahren zuvor gewählt. „Jetzt sieht man den Garten einmal im Frühsommer, wenn alles grünt und blüht“, so Doris Angenendt.Corinna Denzer-Schmidt