Weil Kinder genauso betroffen sind
Aktionswoche für Kinder in suchtbelasteten Familien
GELDERN. Seit 2017 hält die Suchthilfe der Diakonie Angebote für suchtbelastete Familien vor und richtet ihren Blick besonders auf die Kinder. „Wichtig ist uns, dass diese Kinder gesehen werden. Ein großes Netzwerk hilft dabei, frühzeitig Kontakt zu diesen Familien zu erhalten“, so Tim Rambach, Mitarbeiter in der Fachstelle für Suchtvorbeugung.
Den Netzwerkgedanken stärkte ein Vortrag mit dem Thema „Schwangerschaft und Sucht!“, zu dem die Diakonie während der Aktionswoche Hebammen und Frühförderstellen eingeladen hatte. Ebenso zeigten Vertreter aus der Politik sowie Kooperationspartner der Diakonie Interesse an dem Thema. Als Referentin konnte Felia Ricke von Bella Donna, der Landesfachstelle Familie, Geschlechtervielfalt und Sucht der Suchtkooperation NRW, für den Vortrag gewonnen werden. Die Teilnahme war in Präsenz vor Ort oder Online möglich. Insgesamt nahmen 25 Personen teil.
Felia Ricke regte an, sich mit der einer eigenen Haltung zu konsumierenden Schwangeren auseinanderzusetzen. Sie berichtete, dass eine Schwangerschaft für Konsumierende als Chance, aber auch als Risiko gesehen werden könne. Zwei Drittel der Konsumierenden nähmen bereits vor der Schwangerschaft Drogen. Häufig führe eine Mutterschaft dazu, sich in Bezug auf den Drogenkonsum Hilfe zu holen und langfristig den Konsum einzustellen. Rund ein Drittel der konsumierenden Schwangeren fingen jedoch erst nach dem 1. Kind mit dem Konsum an.
Während ihres Vortrags räumte Felia Ricke mit dem Gerücht auf, dass ein „Gläschen“ Sekt in der Schwangerschaft kein Risiko darstelle: „Bereits geringe Mengen Alkohol können zu Beeinträchtigungen des Kindes führen.“ Die Fachfrau zählte auf: ein geringes Geburtsgewicht, verzögertes Wachstum und Fehlbildungen sowie mentale Störungen, Intelligenzminderung, neurologische Erkrankungen, psychische Folgen (Hyperaktivität, Impulsivität, Risikobereitschaft) oder soziale Störungen.
Informationen und Hilfe für Fachkräfte, suchtbelastete Familien und Kinder aus suchtbelasteten Familien gibt es im Haus der Diakonie in Geldern, Ostwall 20, ebenso telefonisch unter 02831/9130800 oder per E-Mail: infogeldern@diakonie-kkkleve.de.