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12. Februar 2024 · Xanten

Wasserstand bleibt hoch

Sie sollen kurzfristig sogar erneut ansteigen

NIEDERRHEIN. Die Hochwasserlage am linken Niederrhein bleibt, wie in anderen Flussregionen in Deutschland auch, angespannt. Gründe dafür sind rekordhohe Niederschläge sowie ein lang anhaltender überdurchschnittlich hoher Wasserstand im Rhein. Mit Blick auf die Niederschläge in den vergangenen Tagen ist nicht von einer kurzfristigen Verbesserung der Situation auszugehen. Der Deutsche Wetterdienst warnte für Nordrhein-Westfalen vor gebietsweise Dauerregen mit Mengen von 40 bis 60 Liter pro Quadratmeter.

Auch im LINEG-Gebiet wird der Niederschlag auf Böden fallen, die kein Wasser mehr aufnehmen können. Laut dem Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz sind die Böden vollständig gesättigt oder übersättigt. Das heißt Oberflächenwasser bleibt im Gelände stehen und führt zu großflächigen Vernässungen auf Feldern sowie zu nassen Kellern. Letzteres ist auch eine Folge eines allgemeinen Anstieges der Grundwasserstände, bedingt durch den intensiven Dauerregen. Bereits im Dezember 2023 verzeichnete das LANUV in mehr als der Hälfte aller Grundwassermessstellen in NRW hohe, sehr hohe oder rekordhohe Stände.

Die LINEG verzeichnete in ihrem Verbandsgebiet von November 2023 bis Anfang Februar 2024 rund 420 Millimeter Niederschlag. Das entspricht mehr als 50 Prozent eines durchschnittlichen Jahresniederschlages für diese Region, der bei rund 780 Millimeter liegt (780 Millimeter = 780 Liter pro Quadratmeter). Das ist die höchste Niederschlagsmenge, die die LINEG seit Gründung ihrer Genossenschaft im Jahr 1913 in einem solchen Zeitraum aufgezeichnet hat. Bereits das Wasserwirtschaftsjahr 2023, das vom 1. November 2022 bis zum 31. Oktober 2023 geht, ging als das nasseste Wasserwirtschaftsjahr im LINEG-Gebiet seit Aufzeichnungsbeginn ein.

Die hohen Grundwasserstände im Verbandsgebiet der LINEG, unabhängig von bergbaulich bedingten Senkungen, werden hoch bleiben und kurzfristig wieder ansteigen. Hier wird das Grundwasser maßgeblich durch den Wasserstand im Rhein beeinflusst. Bei einem hohen Wasserstand im Rhein ändert sich das sonst übliche Strömungsgefälle. Grundwasser fließt dann nicht mehr vom Binnenland in den Rhein, sondern es fließ Rheinwasser ins Binnenland.

Auf Grund des prognostizierten Dauerregens ist wieder mit einem Ansteigen des Rheinwasserstandes zu rechnen. Laut ELWIS, dem Vorhersageservice der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung, wird für den Pegel Ruhrort ein Hochwasserstand von bis zu 7,80 Meter erwartet.

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