Walbecker Spargel on Tour
Delegation aus Walbeck hat die Spargel-Saison mit ihrer Sternfahrt eingeläutet
KREIS KLEVE/WALBECK. Wenn die Spargeldelegation aus Walbeck um Spargelprinzessin Monika van Bonn und ihren Spargelgrenadier zur Sternfahrt durch den Kreis Kleve aufbricht, dann steht die neue Spargelsaison in den Startlöchern. Erster Halt waren die Niederrhein Nachrichten in Geldern.
Der plötzliche Tod des langjährigen Spargelgrenadiers Heinz-Josef Heyer Anfang 2025 ist in diesen Tagen ein noch immer spürbarer Verlust – auch für seinen Nachfolger Peter Strauß. „Ich habe auf der Grünen Woche in Berlin gemerkt, welche Vorarbeit Herr Heyer mit den Prinzessinnen geleistet hat: Walbeck ist sehr bekannt.“ So überrascht es wenig, dass er den Rat bekommen hat, Heinz-Josef Heyer nicht zu kopieren. Das hatte er aber ohnehin nicht vor. „Ich versuche, an diesen großen Fußstapfen vorbeizukommen, sonst komme ich da nicht mehr raus“, sagt Strauß. Als Mann im Ruhestand habe er nun jedoch ausreichend Zeit, sich angemessen mit dem Thema zu befassen – ein solches Amt müsse man schließlich mit viel Freude angehen. „Das kann man nicht halbherzig machen“, ist er sich sicher.
So gesehen ist eine neue Ära angebrochen, auch konzeptuell. „Wir versuchen, Altes mit neuem Schwung aufleben zu lassen“, verrät Strauß. Bestes Beispiel dafür ist das „Fest der Spargelprinzessin“ am 3. Mai – ihr persönliches Saison-Highlight, wie Spargelprinzessin Monika van Bonn verrät. „Ich bin schon ein bisschen aufgeregt“, gibt sie mit einem Lachen zu, zumal das Fest den traditionellen, aber seit geraumer Zeit rückläufigen Handwerker- und Spargelmarkt mitsamt Umzug ersetzt.
Was das genau bedeutet, ließ sich die Delegation während des gemütlichen Frühstücks im Verlagsgebäude entlocken. Es soll ein Programm für die ganze Familie geben, erläutert Daniel van Bonn, der Ehemann der Spargelprinzessin. „Das ganze Dorf ist eingebunden“, sagt er lobend, „sonst würde das Ganze auch nicht funktionieren.“ Damit bezieht er sich auch auf das Engagement der ehemaligen Prinzessinnen und vieler weiterer Walbecker im neuen Verein „Walbecker Spargel“.
Durch die Präsenz der Spargelprinzessin, Tanzdarbietungen und Live-Musik bis in den Abend hinein soll die Bühne als Dreh- und Angelpunkt dienen, während ein „riesengroßes Kinderangebot“ rund um die Kirche stattfinden soll. Hinzu kommt ein Markt mit einem bunt durchmischten Angebot von ansässigen Anbietern – mit Weinen über Blumen bis zu Schmuck. „Dafür haben wir bereits mehr Anmeldungen als in den letzten Jahren.“
Auf einen Festakt müssen die Besucher ebenfalls nicht verzichten: Als 25. Spargelprinzessin wird Monika von Bonn schon frühzeitig feierlich auf den Markt einziehen, anlässlich des Jubiläums unter anderem begleitet von den ehemaligen Spargelprinzessinnen – „natürlich in ihren originalen Kleidern“, merkt Daniel van Bonn an.
Natürlich gehören für Walbecks Repräsentanten auch Besuche externer Veranstaltungen zum 60 bis 70 Termine umfassenden Saisonplan: Sei es der Frühlingsblumenmarkt in Straelen, das Weinfest in Lüllingen oder grenzüberschreitende Besuche auf dem Spargelmarkt in Arcen und im Museum de Locht in Melderslo: Die Vernetzung in der Region ist gut und soll noch besser werden, wie Petra Heyer, die Frau des verstorbenen Heinz-Josef Heyer, erzählt. Sie möchte die Zusammenarbeit mit der niederländischen Seite noch weiter vertiefen. „Wir wollen das Gleiche, warum sollten wir uns also nicht gegenseitig unterstützen?“
Maue Aussichten zu Ostern
In der Bevölkerung ist die Vorfreude auf das weiße Gold schon jetzt riesig. Dirk Janßen vom gleichnamigen Spargelhof muss die Erwartungen vorerst jedoch dämpfen: „Die Euphorie war schon Anfang März groß“, erzählt er, „aber das Wetter hat uns schnell gelehrt, dass der Spargel auch wieder rückwärts wachsen kann.“ Die notwendigen zweistelligen Nachttemperaturen gebe es derzeit leider nicht. Damit werde es zwar zu Ostern Spargel geben, „aber keine großen Mengen.“ Auch für die Gastonomen gebe es keine Garantie. Der Preis wiederum werde neben der großen Nachfrage schlussendlich auch vom Mindestlohn sowie von den Diesel- und Düngepreisen bestimmt. „Das sind erhebliche Mehrkosten für uns.“
Es sind Entwicklungen, die für die Zukunft deutschlandweit Folgen haben: Viele Höfe würden Flächen reduzieren oder gänzlich aufhören, erläutert Dirk Janßen. „Auch Walbecker Spargel wird knapp werden.“
Nach einer guten Stunde ging es für die Delegation weiter auf ihrer Tour, die sie noch zur Stadt Geldern, zur Stiftung „Dä Geldersche EnergieWende“, zum Agrobusiness nach Straelen, zur WFG nach Kleve und zu Antenne Niederrhein führte, um dem bescheidenen Wetter zum Trotz endlich den ersten Spargel der Saison auf den Weg zu bringen.
Weitere Eindrücke vom Besuch gibt es unter www.niederrhein-nachrichten.de/nachrichten/besuch-der-walbecker-spargelprinzessin-im-nn-verlag-g164.html.
Auf ihrer Sternfahrt hat die Delegation aus Walbeck auch bei den Niederrhein Nachrichten in Geldern halt gemacht. NN-Foto: Theo Leie