Vorfreude aufs neue Semester
Volkshochschul-Zweckverband Goch stellt Programmheft für das zweite Halbjahr vor
Deutsch-Kurse
In die Bresche gesprungen ist die VHS auch, als mit dem steigenden Zustrom von Flüchtlingen aus der Ukraine der Bedarf nach Deutsch-Kursen stark anstieg. „170 Menschen haben uns kontaktiert“, berichtet die Fachbereichsleiterin und stellvertretende VHS-Leiterin Monique Kling. Dr. Dominik Pichler genehmigte als Verbandsvorsteher drei komplett von der VHS finanzierte Kurse in Goch, Uedem und Weeze, die damit kurzfristig starten konnten. In Kevelaer, vierter Partner im Zweckverband, richtet die Caritas ein solches Angebot aus. „Momentan haben wir 61 Leute in diesen Kursen“, so Monique Kling, „42 Personen sind bereits in Integrationskursen untergebracht.“ Diese sind dann kostenlos, Anträge zu weiteren Bewilligungen laufen aktuell. Integrationskurse seien bisher nur für über 18-Jährige genehmigt worden, nun würden sie auch für unter 18-Jährige bewilligt, wenn zum Beispiel der Nachweis eines Schulabschlusses vorliegt, erklärt Monique Kling das bürokratische Prozedere.
Die VHS Goch versucht weiterhin, Gelder für Deutsch-Kurse zu akquirieren; eben für die Flüchtlinge, die noch nicht an Integrationskursen teilnehmen können. Spenden sind deshalb jederzeit sehr willkommen. Die VHS darf auch Spendenquittungen ausstellen. „Die Anforderungen sind nicht nur durch Corona hoch, sondern auch durch den Ukraine-Krieg“, bringt es Theo Reintjes auf den Punkt.
Dem Jahresmotto „Zusammen in Vielfalt“ trägt das Programm für das zweite Halbjahr Rechnung, das soeben erschienen ist. Für den Herbst sind viele Vorträge geplant, insgesamt gibt es 350 Angebote in den verschiedenen Fachbereichen. Abgesehen von den Deutsch-Kursen sind im Fachbereich 4 auch wieder etliche andere Sprachen im Portfolio vertreten. Zum Beispiel russisch: „Wir unterscheiden hier ganz klar zwischen der Sprache und dem aktuellen Geschehen“, macht Monique Kling deutlich. Ein Schnupperkurs „Gebärdensprache“ könnte der Startschuss für den Aufbau eines weiteren Angebots sein: „Mal sehen, was sich entwickelt“, ist Theo Reintjes gespannt. Auf Multiplikatoren sei man angewiesen, um die Möglichkeit von Alphabetisierungskursen bekannt zu machen. Nicht lesen und schreiben zu können, das sei immer noch ein großes Tabu-Thema weiß Reintjes. Und wer seinen Schulabschluss nachholen möchte, kann sich bereits jetzt bei ihm melden: „So lässt sich frühzeitig ein Förderbedarf ermitteln.“
Im Fachbereich 2, Kulturelle Bildung und Kreatives, hat die jüngst in den Ruhestand gewechselte stellvertretende VHS-Leiterin Daniela Gust wieder alles das zusammengestellt, was sich in den letzten Jahren bewährt hat. Vor allem das Musikprojekt „Brass and more“ sei eingeschlagen, so Theo Reintjes. Beliebt sind immer wieder die Veranstaltungen im Fachbereich 3, Gesundheit und Ernährung oder im fachbereich 1, Mensch und Gesellschaft, die Themen Garten und Haustiere. Der Fachbereich 5, berufliche Bildung und EDV, ist für ein Online-Angebot geradezu prädestiniert, wie Fachbereichsleiter Johannes Wilhelms berichtet: „Man kann sich dadurch neue Zielgruppen und Themenfelder erschließen.“ Viele Teilnehmer schätzten hier die Möglichkeit, von zuhause aus, in „kurzen und knackigen“ Einheiten, den Lernstoff zu bearbeiten. Vor allem bei Senioren beliebt seien die Online-Vorträge zu den unterschiedlichsten Themen. Allerdings, so Wilhelms, gebe es auch etliche Teilnehmer, die Kurse in Präsenz bevorzugen: „Wir versuchen, unserem Kerngeschäft gerecht zu werden und dabei trotzdem neue Lernformate und Vermittlungswege zu finden.“ Sollte Corona im Herbst wieder zurückkehren, dann sei man jedenfalls vorbereitet. Für Theo Reintjes ist das Online-Angebot eine Ergänzung, kein Ersatz, das macht er erneut deutlich: „Wir sind eine Präsenzeinrichtung.“ Einen Überblick bietet das Programmheft, das ab sofort ausliegt. Anmeldungen sind in den Rathäusern Kevelaer, Weeze und Uedem oder unter www.vhs-goch.de möglich (hier gibt es das Heft auch als PDF zum Herunterladen). Die VHS Geschäftsstelle Goch, Roggenstraße 39, bleibt von Montag, 4., bis einschließlich Freitag, 15. Juli, geschlossen.
Corinna Denzer-Schmidt