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Julian Krause und Wiltrud Schnütgen mit dem neuen Kalender für das Klever Land. NN-Foto: Rüdiger Dehnen
18. November 2024 Von NN-Online · Kleve

Von der Schnapsidee bis zur Teufelsschlucht

Kalender für das Klever Land auf das Jahr 2025 erschienen

KLEVE. Der Kalender für das Klever Land liegt ab sofort in den Buchhandlungen aus. Der Inhalt ist ebenso bunt wie die Autorenschaft, zu der Historiker, Journalisten, Studenten und Künstler gehören. Wie in den vergangenen Jahren beleuchtet er vielfältige Facetten des Klever Landes.

Der Kalender, der vom Kreis Kleve finanziell unterstützt wird, hat ein neues Gesicht bekommen: Nach fast 30 Jahren hat Fritz Poorten den Staffelstab an Ruth Ullenboom übergeben, die als Titelbild den Turm der Burg Ranzow in Materborn gezeichnet hat. Die Beiträge beginnen mit Manuel Brüx, der an prächtigen Motiven vom Niederrhein zeigt, wie Linolschnitte entstehen können, und in einem weiteren Aufsatz an die Künstlerin Elna Brüx erinnert. Der regional bestens bekannte Sprachforscher Georg Cornelissen hat sich in diesem Jahr unter anderem Klever Familiennamen vorgenommen, die eine Besonderheit teilen: Kersjes, Reintjes, Mennekes und weitere – allesamt Verkleinerungsformen anderer Namen. Der niederländische Münzforscher Anton Cruysheer beschreibt eine 800 Jahre alte Münze des Grafen Dietrich VI. von Kleve, auf der bereits das Schwanenritterwappen abgebildet ist.

Hans-Joachim Koepp erläutert das Handwerk der Leineweber in Goch, beschäftigt sich in einem weiteren Beitrag mit freundschaftlichen Verbindungen der Stadt Goch mit ihren Nachbarstädten Kalkar und Emmerich, wie ein Handelsvertrag von 1325 belegt. Ein weiterer Vertrag von 1525 zeigt gute Verbindungen auch zu Kleve auf.

Norbert Kohnen erinnert an den Umstand, dass sich in Emmerich anstelle des späteren Postgebäudes am Geistmarkt eine 1355 erstmals erwähnte Landesburg befand. Hendrik Schlaghecken beschreibt dagegen die ebenfalls verschwundene Herrlichkeit Offenberg, die im heutigen Emmericher Ortsteil Praest gestanden hat.

Spuren des in Kleve tätigen preußischen Kammerpräsidentens Julius Ernst von Buggenhagen sind dagegen heute noch sichtbar, so der Forstgarten. Im Beitrag von Bernd Haunfelder geht es aber um Buggenhagens abenteuerliche Lebensgeschichte mit für die damalige Zeit „aufsehenerregendem Privatleben“.

Peter Korte erinnert an die Trajektwelle Spyck–Welle – eine Bahnverbindung über den Rhein, allerdings nicht per Brücke, sondern per Schiff. Des Weiteren bietet der ehemalige Journalist eine kleine Anekdote aus seinem Berufsleben am ländlichen Niederrhein.

Charlotte Giesbers-Reijngoudt gibt nähere Einblicke in die Anfangsjahre der über 100 Jahre alten Landesklinik Bedburg-Hau. Kalkars Stadtarchivar Mathis Ingenhaag beschreibt die Kalkarer Freilichtspiele in der Teufelsschlucht, die ebenfalls vor 100 Jahren ihren Spielbetrieb aufnahmen, aber schon nach etwa zehn Jahren einstellten.

Nicht nur die Einwohner von Schenkenschanz werden mit großem Interesse den Beitrag der Kreisarchivarin Beate Sturm lesen, die von der „Schnapsidee aus dem Kreishaus“ berichtet. In den 1960er-Jahren stand tatsächlich die Umsiedlung des historischen Klever Stadtteils zur Debatte. Der Beitrag von Daniel Boumanns schließt mit einem Text über den Aufstieg und Niedergang des Klever Hafens an.

Lotta van Horen berichtet in ihrem Beitrag, der geschickt Realität und Fiktion verwebt, über das Leben und Schicksal Ernst Leffmanns, der einer jüdischen Klever Familie entstammte.

Fotos von Carl Weinrother, die die Landwirtschaft der 1950er- und 1960er-Jahre zeigen, wurden von Hans Josef van Lier und Bert Thissen zusammengetragen und kommentiert. Eine Zeit des Umbruchs, in der hier noch Pferde die Arbeit taten, aber dort auch bereits Landmaschinen zum Einsatz kamen.

In der Fotostrecke des diesjährigen Kalenders zeigt Hans-Peter Roeloffs heimische Vögel in bestechender Qualität. Um die Vogelfauna geht es auch im Beitrag von Wolfgang R. Müller, der die Tiere der Haffenschen Landwehr bei Rees beobachtet hat.

Für die Chronik des Klever Landes der letzten zwölf Monate sorgte Katrin Bürgel, für das Verzeichnis der erschienenen Regionalliteratur im gleichen Zeitraum zeichnet Susanne Huschka verantwortlich. Gedichte von Maria Diedenhofen und in Klever Mundart von Haki van Hezik runden den Kalender für das Klever Land auf das Jahr 2025 ab. Erhältlich ist das 224 Seiten starke Buch für 14,90 Euro beim Klevischen Verein, im Buchhandel oder über www.aschendorff-buchverlag.de.

Julian Krause und Wiltrud Schnütgen mit dem neuen Kalender für das Klever Land. NN-Foto: Rüdiger Dehnen

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