Viele Wälder am Niederrhein sind ökologisch wertvoll
Dokumentationsfilme der Liebfrauenschüler sind auf YouTube zu sehen
NIEDERRHEIN. Viele Wälder am Niederrhein sind ökologisch wertvoll. Zu diesem Ergebnis kommen die Schülerinnen und Schüler aus dem Leistungskurs Biologie des Beruflichen Gymnasiums der Liebfrauenschule Geldern. Im Rahmen einer Unterrichtsreihe zum Thema „Ökosystem Wald“ hatten sich die angehenden Abiturienten intensiv im Unterricht mit vielen fachwissenschaftlichen Fragen auseinandergesetzt wie den abiotischen Faktoren, die auf einen Wald einwirken, der Gliederung unterschiedlicher Waldtypen, den Nahrungsbeziehungen und der ökologischen Wertigkeit.
Doch was nützt die ganze Theorie, wenn die praktische Anwendung fehlt? In Kleingruppen analysierten sie in den Sommermonaten fünf Waldgebiete im Großraum Geldern: den Wald am Bönninger Weg auf der Boekelt im Norden von Geldern, das Waldgebiet „Oermter Berg“, die Leucht zwischen Alpen und Kamp-Lintfort, den Winkelschen Busch nördlich von Kapellen und den Tüschenwald bei Sonsbeck. Ein Fazit: Wald ist nicht gleich Wald und Baum ist nicht gleich Baum.
Moderne Hilfsmittel wie Handy-Apps halfen dabei, die Vielfalt an Pflanzen zu bestimmen. So konnten die Schüler nicht nur im Bereich von Kräutern und Sträuchern, sondern gerade auch bei Bäumen eine ausgeprägte Artenvielfalt feststellen. Vielfach charakterisieren ausgeprägte Mischwälder den Waldtypus. Dabei gestaltet sich die Gliederung in verschiedene Schichten als vorteilhaft. Dieses hat für die beheimateten Tiere, so eine Beobachtung, einen großen Artenreichtum zur Folge, was wiederum vielfältige Nahrungsbeziehungen ermöglicht.
Auch eine weitere Beobachtung stieß auf eine positive Resonanz: Vielfach bleibt Totholz liegen und wird nicht entfernt. Zersetzern, den so genannten Destruenten, bietet sich auf diese Weise ein Lebensraum mit reichhaltiger Nahrungsquelle, die zur Remineralisierung und somit zur Aufwertung der Bodenqualität führt.
Es gab jedoch nicht nur positive Eindrücke. Vereinzelt wurden eher kleine Monokulturen, sei es aus Nadelhölzern oder aber aus jungen Buchen entdeckt, die wie in einer Linie gepflanzt und auch gewachsen waren, so dass diese nun um Licht und um die Nährstoffe im Boden konkurrieren. Sofern hier nicht gezielt eingegriffen wird, so die Prognose, werden sich hier keine ökologisch wertvollen Waldbereiche entwickeln.
Alle Schülergruppen hielten die vielfältigen Eindrücke als Film- und Fotomaterial feste, die sie anschließend in Dokumentationsfilmen zusammentrugen und mit informativen Texten erläuterten, bei denen auch geologische und historische Fakten zum Ausdruck kamen. Drohnenaufnahmen geben dabei zum Teil auch einen Blick aus der Luft auf das untersuchte Waldgebiet frei. Zu sehen sind die Filme auf dem YouTube-Kanal „LFS erklärt“ in den Playlists „Niederrhein“ und „Biologie“.