Unternehmen kickern mit den Fachkräften von morgen
Jobkick Niederrhein feiert erfolgreiche Erstauflage in der E-Dry Geldern
GELDERN. „Triff deine künftigen Arbeitskollegen am Kickertisch!“, lautete die Einladung an junge Menschen in der Berufsorientierung. Zahlreiche folgten diesem Aufruf. Sie checkten ein zum Kickerturnier „Jobkick Niederrhein“, das in der E-Dry Geldern stattfand, und von der Leader-Region „Leistende Landschaft“ gemeinsam mit den Wirtschaftsförderungen der Kommunen Kevelaer, Geldern, Straelen und Nettetal veranstaltet wurde.
Über 250 Menschen fanden bei Jobkick Niederrhein zusammen: 44 Unternehmen aus verschiedenen Branchen sowie zahlreiche Schüler, Eltern und einzelne Lehrkräfte. Insgesamt wurden 170 Spiele zwischen Unternehmen und potenziellen, künftigen Azubis registriert; weitere Gespräche gab es darüber hinaus.
„Klar hätten wir uns über noch deutlich mehr Ausbildungsplatzsuchende gefreut, da müssen wir kein Tuch drum drehen“, ist Ute Neu, Geschäftsführerin der Leader-Region, ehrlich. Dass es oft nicht auf die Menge, sondern auf die Qualität der Kontakte ankommt, zeigte sich aber auch deutlich. So freuten sich die Veranstalter sehr über zwei Azubis, die für ihr Unternehmen am Kickertisch gestanden hatten, und zu Veranstaltungsende berichteten: „Wir haben heute für unser Unternehmen sechs Praktikanten klargemacht.“ Das ist Kommunikation auf Augenhöhe und daran soll 2025 angeknüpft werden.
Ein wichtiger Teil von Jobkick Niederrhein war auch das Angebot zur branchenübergreifenden Vernetzung der Unternehmen. Während der Veranstaltung kamen nicht nur die Teams untereinander gut in den Austausch, sondern die Teilnehmenden hatten auch viel Spaß gegeneinander das ein oder andere Spiel außerhalb des Turnieres zu spielen. Zahlreiche von ihnen hatten sich bereits am Vorabend zum Impuls- und Netzwerkabend am gleichen Ort zusammengefunden. Benedikt Tebartz van Elst teilte an diesem Abend als Vertreter der Wirtschaftsjunioren die Ergebnisse einer Studie zu den Vorstellungen der sogenannten Gen Z mit den Anwesenden. Für viele gab es konkrete Anknüpfungspunkte für das eigene Azubimarketing und für den persönlichen Austausch mit Interessierten. Im anschließenden Interview stellten Jobsurferin Rieke und Björn Mende, document1, ihre Erfahrungen im Projekt Jobsurfing vor. Rieke hatte in zehn Wochen zehn verschiedene Berufe stellvertretend für ihre Altersgruppe getestet und in den Sozialen Medien zu den Erfahrungen berichtet. Benedikt May, Sprungbrett Marketing/Waldfreibad Walbeck, ließ die Anwesenden teilhaben an den eigenen Azubimarketing-Strategien und resümierte: „Schnell sein lohnt sich!“ Neben kreativen zusätzlichen Inhalten im eigenen Ausbildungskonzept warb er für schnelle und einfache Matching-Wege und warnte davor die Rückmeldungen an junge Bewerber auf die lange Bank zu schieben. Besonders freuten sich die Veranstalter über einzelne Lehrkräfte, die ihren Weg zu den beiden Veranstaltungsteilen fanden. „In einer noch engeren Kooperation mit den Lehrkräften in der Berufsorientierung sehen wir großes Potential,“ hält Ute Neu fest und erklärt: „Wir gehen jetzt in die Auswertung, auch mit den beteiligten Unternehmen, Kommunen und natürlich mit den Schulen. Im Fokus steht dabei sicherlich die Überlegung, wie wir es schaffen gemeinsam im kommenden Jahr noch mehr Ausbildungsplatzsuchende für das Event zu begeistern.“ Möglich macht dieses Format jetzt und in den nächsten drei Jahren die Leader-Förderung des Landes NRW mit einer Kofinanzierung der EU sowie Beiträgen der beteiligten Kommunen und Unternehmen. „Jobkick Niederrhein“ wird nach dem Start in Geldern in den kommenden Jahren auch in Straelen, Kevelaer und Nettetal Station machen. Unternehmen, die schon jetzt Interesse für die Veranstaltung 2025 signalisieren möchten, können über die Projekthomepage Kontakt zum Jobkick-Team aufzunehmen.