Unimicron-Werk in Geldern vor Schließung
240 Arbeitsplätze bedroht – Unternehmensgruppe nennt Verluste und schwieriges Marktumfeld als Gründe
GELDERN. Der Industriestandort Niederrhein erfährt einen weiteren Rückschlag: Das Unimicron-Werk in Geldern wird geschlossen, wie die Unternehmensgruppe mitteilte. Mit diesem Standort gehen Arbeitsplätze, Wertschöpfung und Wissen verloren.
Dr. Stefan Dietzfelbinger, Hauptgeschäftsführer der Niederrheinischen IHK, äußert seine Besorgnis und warnt, dass die Unternehmen massiv unter Druck stehen. Die angekündigte Schließung des Unimicron-Werks in Geldern sei ein weiteres Beispiel dafür. Diese Entwicklung stellt eine schlechte Nachricht für den Wirtschaftsstandort sowie für die Beschäftigten und ihre Familien dar. Laut Dr. Dietzfelbinger benötigen die Betriebe wettbewerbsfähige Energiepreise, weniger Bürokratie und einen verlässlichen Rahmen für Investitionen, um sich am Markt behaupten und Arbeitsplätze sichern zu können.
Wie Antenne Niederrhein berichtet, soll die Produktion im Unimicron-Werk in Geldern im ersten Halbjahr 2027 eingestellt werden. Betroffen sind alle rund 240 Beschäftigten. Das Unternehmen nennt anhaltende Verluste und ein schwieriges Marktumfeld als Gründe für die Schließung. Trotz jahrelanger finanzieller Unterstützung durch den taiwanischen Mutterkonzern konnte keine wirtschaftlich tragfähige Lösung gefunden werden. Unimicron nimmt keine neuen Aufträge mehr an, die bestehenden sollen jedoch noch abgearbeitet werden. Für die Beschäftigten sollen nun Verhandlungen über einen Interessenausgleich und einen Sozialplan beginnen. Der Mutterkonzern plant, rund 35 Millionen Euro für die Abwicklung bereitzustellen, unter anderem für Abfindungen und die Abwicklung laufender Aufträge.