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Die Marienschülerinnen auf der Theater-Bühne. Foto: Marienschule Xanten
11. Juli 2025 Von NN-Online · Xanten

Theateraufführung der Marienschule Xanten: Am Puls der Zeit

Die Theater-AG inszenierte ein Stück mit Tiefgang und Botschaft

XANTEN.Man kann sie anschauen wie liebevoll erzählte und inszenierte Märchen, die Theaterstücke der Marienschule in Xanten. Schon in den letzten drei Jahren hat die Chor- und Theater-AG ein großes Publikum mit ihren Aufführungen begeistert. Aber es hat ebenso Tradition an der Marienschule in Xanten, dass Stücke mit Tiefgang und Botschaft auf die Bühne kommen, die den aufmerksamen Zuschauer nachhaltig berühren.

In diesem Jahr wurden die Zuschauer Zeugen vom „Vermächtnis von Aurivia“, einem Land, das inzwischen zu viel von seinem „Lebensgold“ verbraucht, und während viele Völker verschwenderisch mit den Ressourcen umgehen, sind andere ernstlich besorgt und bereits vom Mangel betroffen. Ein vordergründiges „Öko-Stück“, das dem Publikum den Spiegel vorhält? Weit gefehlt, das wäre der engagierten AG-Leitung nicht genug gewesen. In diesem Jahr stammt das gesamte Stück aus der Feder von Kirsten Schwarz, die über 30 Mädchen aus den Klassen sechs bis zehn zu Höchstleistungen geführt hat.

Zusammen mit Pascal Schäfer, der den Chor mit eigenen Arrangements live am Klavier begleitet und für einige Liedtexte verantwortlich ist, ist ein Stück entstanden, das am Puls der Zeit liegt, ja stellenweise auch den Finger in die Wunde legt, wenn es die derzeitige Weltsituation in den Blick nimmt. In „Aurivia“ wird jemand gesucht, der das Land regieren und in eine gute Zukunft führen kann – und welche Typen dem Publikum da begegnen, erinnert stark an das wirkliche Leben. Ein bestimmtes Volk von Aurivia sorgt für die Spaltung der Gesellschaft: Die Anhänger der HfA verbreiten „Hass für Aurivia“ und haben für die Zukunftsprobleme einfache Lösungen. Zu wenig Lebensgold? Dann weg mit einem Teil vom Volk…

Es ist mit diesem Stück gelungen, die derzeitige globale und gesellschaftliche Stimmung gleichzeitig unterhaltsam und doch ein wenig beklemmend auf die Bühne zu bringen. Ausgerechnet Stultus (lat. der Dumme), der erheblich mehr Herz als Verstand hat, rettet mit eben diesem Herz die Lage in Aurivia, indem er die Völker davon überzeugt, dass es nur gemeinsam und in gegenseitiger Wertschätzung eine Zukunft geben kann.

Wie immer ist es ein Stück, das ans Herz geht und so manche Träne im Augenwinkel erzeugt. Es sind vor allem die jungen, aber unglaublich talentierten Schauspielerinnen, die nahezu professionell ihre Charaktere ausfüllen. Dazu kommt ein zauberhaftes Bühnenbild, für das in diesem Jahr eine AG unter der Leitung von Astrid Schilling sehr kreativ tätig war. Einige der wunderschönen Kostüme stammen aus dem Textilunterricht von Frau Remy.

Aber nicht zuletzt sind es auch die Texte bekannter Lieder, die teilweise perfekt in die Botschaft passen, teilweise von der AG-Leitung neu geschrieben wurden. So klingt „Ich düse, düse, düse im Sauseschritt“ plötzlich seltsam vertraut, aber doch noch rührender, wenn der vielstimmige Mädchenchor singt: „Aurivia braucht Liebe, Liebe, Liebe, die uns vereint“. Viele Zuschauer griffen bereits beim ersten, weitgehend im Originaltext präsentierten Lied zu den Taschentüchern… „Fields of Gold“ von Sting klingt im Marienschul-Style eigentlich noch rührender. In „Something just like this“ von Coldplay singen die Mädchen „I’m not looking for somebody with superhuman gifts“… – wie wahr: Welche „Superhelden“ aus ganz normalen Menschen werden, konnte das Publikum an diesem Abend auf der Bühne sehen.

Solche Gemeinschaften wie die Theater-AG stellen viel mehr als jede andere unterrichtliche Schulbildung einen wunderbaren Weg dar, Kinder an sich selbst wachsen und reifen zu lassen. Und dass diese Arbeit der AG-Leitung gelungen ist, war offensichtlich, denn die Mädchen verkörperten ihre Rollen nicht nur überzeugend und erreichten gesanglich in den mehrstimmigen Liedern ein beachtliches Niveau, sondern sie wuchsen jede für sich über sich hinaus und formten ein wunderbar funktionierendes, harmonisches Team.

Gemessen an den Emotionen und Dankesworten der Schülerinnen an Schwarz und Schäfer nach der Aufführung muss die gemeinsame Zeit für sie sehr bedeutsam gewesen sein. Aber der Funke der Begeisterung sprang auch ins Publikum über und schien bei „Million Dreams“ emotional kaum mehr steigerungsfähig.

„Ich habe noch nie was Besseres auf der Bühne gesehen – trotz Theater-Abo!“, sagte ein begeisterter Zuschauer nach der Vorstellung. Zuviel des Lobes? Aus einem besonderen Blickwinkel betrachtet eigentlich nicht, denn diese Mädchen leben, was sie spielen. „Die Hoffnung ist der Grund, auf dem unsere Zukunft gebaut ist“ und „Man kann die Welt nicht regieren ohne Liebe.“ Selbst das diesjährige Schulmotto wurde eingebaut: „Suche Frieden und jage ihm nach.“ Werteerziehung vom Feinsten an der Marienschule.

Die Marienschülerinnen auf der Theater-Bühne. Foto: Marienschule Xanten

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