Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.OKWeitere InformationenCookies Auflistung
"Gruppenfoto: Vertreter der LHUN und Lebenshilfe-Rat bei einem Meeting, Foto: privat"
10. Mai 2026 Von NN-Online · Wesel

„Teilhabe ist ein Menschenrecht“

Lebenshilfe Unterer Niederrhein setzt Zeichen gegen Sparpläne

WESEL. Mit klaren Botschaften, vielen Gesprächen und großem Engagement hat die Lebenshilfe Unterer Niederrhein (LHUN) in der Weseler Innenstadt ein sichtbares Zeichen gesetzt. Rund um den europäischen Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung informierten Vertreter am Leyensplatz über drohende Einschnitte im Sozialstaat – und sammelten Unterschriften gegen geplante Kürzungen. Organisiert wurde die Aktion von der Selbstvertretung der LHUN, dem Lebenshilfe-Rat. Die Mitglieder machten mit Plakaten auf ihr Anliegen aufmerksam. „Teilhabe ist ein Menschenrecht“ stand dort – eine Botschaft, die viele Passanten teilten. Trotz durchwachsenen Wetters zog die Aktion eine positive Bilanz: Mehr als 50 Unterschriften kamen zusammen. Besonders erfreulich: Die Mitglieder des Lebenshilfe-Rates gewannen im Laufe des Tages zunehmend Sicherheit und gingen immer aktiver auf Passanten zu, um über die geplanten Sparmaßnahmen zu informieren. Unter dem Pavillon der Lebenshilfe entwickelten sich zahlreiche Gespräche – viele Menschen zeigten großes Verständnis und sprachen der Lebenshilfe ihre Unterstützung aus. Hintergrund der Aktion sind aktuelle Sparüberlegungen von Bund und Ländern. Ein internes Papier sieht Einschnitte von mindestens 8,6 Milliarden Euro allein in der Eingliederungshilfe und der Kinder- und Jugendhilfe vor. Aus Sicht der Lebenshilfe hätte dies gravierende Folgen für Menschen mit Behinderung und ihre Familien. „Alle Menschen sind gleich. Manche brauchen aber mehr Unterstützung. Hier zu sparen heißt: weniger Teilhabe für uns. Teilhabe ist aber ein Menschenrecht“, sagt Patrik Knauer vom Lebenshilfe-Rat. Auch Davina, ebenfalls Mitglied des Gremiums, findet klare Worte: „Wir fühlen uns im Stich gelassen. Umso schöner ist es zu sehen, dass uns die Menschen hier unterstützen und gegen die Sparpläne unterschreiben.“

Für die Lebenshilfe geht es dabei um Grundsätzliches. „Vor allem die geplanten Kürzungen in Bereichen wie Schulassistenz oder 1:1-Betreuung widersprechen allem, wofür wir in den letzten Jahrzehnten gekämpft haben“, betont Geschäftsführer Dr. Gert George. „Es geht darum, dass Menschen mit Handicap am Leben teilhaben können – in der Schule, im Alltag und in der Freizeit.“ Unterstützung erhielt die Aktion auch durch den Vorsitzenden der Lebenshilfe Unterer Niederrhein, Dr. Heinzgerd Schott, der sich vor Ort ein Bild machte. Die Sorge: Rückschritte um Jahrzehnte. Errungenschaften in den Bereichen Bildung, Arbeit, Wohnen und Freizeit könnten gefährdet sein. Was staatlich eingespart werde, müssten am Ende Familien auffangen – mit Zeit, Kraft und oft auch finanziellen Einbußen. Für die Mitglieder des Lebenshilfe-Rates steht deshalb fest: Sie wollen weiter laut bleiben – für ihre Rechte und für echte Teilhabe. Unterstützung erhalten sie dabei auch überregional: Die Petition der Lebenshilfe „Keine Kürzungen der Eingliederungshilfe für Menschen mit Behinderung“ (Nr. 195716) im Deutschen Bundestag läuft noch bis zum 25. Mai.

Vertreter der LHUN und des Lebenshilfe-Rates. Foto: privat

Prospekte
weitere Artikel