„Studium Carnevale“ bei der Vrouwenpoort mit Erfolg abgeschlossen
Die Pumpengemeinschaft Vrouwenpoort hatte Büttenredner-Nachwuchs zum Lehrgang eingeladen
GOCH. Die Pumpengemeinschaft Vrouwenpoort hat im Rahmen ihrer Narrenakademie das „Studium Carnevale“ nach der Corona-Pause mit großem Erfolg neu aufgelegt – und eindrucksvoll gezeigt, dass der Karneval eine lebendige Zukunft hat.
Bereits 2015 startete die Vrouwenpoort erstmals dieses besondere Ausbildungsangebot zum Erlernen von Büttenreden und karnevalistischen Vorträgen. Unter der Leitung von Röb Miesen wurden damals zahlreiche junge und ältere Karnevalisten an die Kunst herangeführt, Menschen von der Bühne aus zum Lachen zu bringen und zugleich Tradition zu bewahren. Mit Beginn der Corona-Pandemie musste das Studium pausieren – jetzt kehrte es stärker zurück als zuvor.
Die erneute Ausschreibung nach der Pandemie stieß auf so große Resonanz im gesamten Kreisgebiet, dass die Verantwortlichen gleich zwei Studiengänge anbieten konnten: einen Kurs für Jugendliche und einen für Erwachsene.
Auch personell wurde ein deutliches Zeichen für das Gocher „Miteinanderkarneval“ gesetzt: Für die Neuauflage konnte mit Ex-Prinz und Rot-Weiß-Sitzungspräsident Achim Verrieth ein würdiger Nachfolger von Röb Miesen als Dozent gewonnen werden, der sich aus Altersgründen aus dem aktiven Karnevalsgeschehen zurückgezogen hatte. Unterstützt wurde er von seiner Tochter Leonie Verrieth, ausgebildete Pädagogin und Musiklehrerin – die ideale Ergänzung, um sowohl inhaltlich als auch methodisch moderne Akzente zu setzen.
Insgesamt 16 Teilnehmer beschäftigten sich an fünf Abenden intensiv mit den Grundlagen einer guten Büttenrede. In den Räumen des Heimatvereins im Gocher Steintor ging es nicht nur um Aufbau, Pointe, Timing und Bühnenpräsenz, sondern ebenso um Stimme, Gestik und Mimik und den respektvollen Umgang mit Publikum. Hausaufgaben inklusive: Zwischen den Kursabenden arbeiteten die angehenden Büttenredner an eigenen Texten und Feinschliff. Zusätzliche Impulse gab es durch Gastdozenten. So gewährten „Ne Schloppmütz“ David Steinert sowie „Ne Janze“ Georg Jansen lehrreiche und humorvolle Einblicke in die Entstehung ihrer Büttenreden.
Der krönende Abschluss des Studiums war – wie sollte es im Karneval anders sein – eine ordentliche Abschlussprüfung im Rahmen des Karnevalsauftakts der Pumpengemeinschaft Vrouwenpoort. In „De Klaproos“ in Siebengewald präsentierten die Absolventen in kurzen, selbstverfassten Büttenreden – als Einzelvortrag oder im Zwiegespräch – eindrucksvoll ihr gelerntes Können.
Eingerahmt von schwungvollen Aufritten der Tanzgruppen der Vrouwenpoort bot sich dem Publikum ein abwechslungsreicher und stimmungsvoller Abend. Vor einem proppenvollen Saal, unter den wachsamen Augen von Familien, Freunden und Vereinsmitgliedern, zeigten die neuen Büttenredner, dass sich Fleiß und Übung lohnen. Als sichtbares Zeichen ihres Erfolgs erhielten alle Absolventen neben kräftigem Applaus ihr verdientes Zertifikat der Narrenakademie.
Angesichts der großen Nachfrage und der positiven Rückmeldungen aus Verein und Publikum haben sich die Verantwortlichen der Pumpengemeinschaft Vrouwenpoort entschlossen, das Studium Carnevale zeitnah erneut anzubieten.
Darüber hinaus erweitert die Narrenakademie ihr Angebot: Im nächsten Jahr ist ein Eintages-Seminar speziell für (zukünftige) Sitzungspräsidenten geplant. Hierfür konnte bereits ein erfahrener Dozent aus Köln gewonnen werden, der seit Jahren auch aktiver Redner im Kölner Karneval ist und sein Wissen aus vielen Karnevals-Sessionen weitergeben wird. Interessierte könnten sich bei Heiner Terbuyken per E-Mail an h.terbuyen@ht-projekte.de melden.
Die dargebotenen Büttenreden überzeugten auf ganzer Linie.