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Gruppenfoto beim Dinner im Test Valley Golfclub. Foto: Eric Gregory
22. Mai 2024 Von NN-Online · Goch

„Stell Dir vor es ist Brexit – und und wir pfeifen einfach drauf“

Der Verein für Städtepartnerschaften Goch reiste am Himmelfahrtswochenende nach Andover

GOCH/ANDOVER. Über das lange Himmelfahrtswochenende hatten sich 14 Gocher in Fahrgemeinschaften zusammengetan, um auf Einladung aus Andover das erste Mal nach Covid und Brexit wieder die Freunde in Gochs englischer Partnerstadt zu besuchen.

Von Dunkerque und Calais aus ging es bei strahlend schönem Wetter über den Kanal nach Dover. Parallel hatten auch ein Dutzend französischer Freunde aus dem bretonischen Redon in Caen eine Fähre Richtung Portsmouth genommen.

Ganz neu im Gepäck: Der Reisepass, den doch so einige speziell für diese Tour noch beantragen mussten! Wie würde wohl die Einreise in Zeiten des Brexits sein? Tür des Kleinbusses öffnen, lächeln, Gesichter mit den Pässen abgleichen, einmal Kofferraum öffnen – have a good trip! Das war es, die Spannung löste sich.

Die Andover Town Twinning Association („ATTA“), der englische Städtepartnerschaftsverein, war besonders stolz darauf, dass man alle Interessierte in Gastfamilien unterbringen konnte, und so gab es dann für einige ein Wiedersehen mit langjährigen Freunden und für andere den Beginn einer wunderbaren neuen Freundschaft. Wie immer, umfasste das Programm einen Tagesausflug, einen gemeinsamen bunten Abend mit Dinner und natürlich viel Zeit mit den Gastgebern für eigene Unternehmungen. Für den Tagesausflug stand Oxford auf dem Programm, und ausgestattet mit einem umfangreichen Infopaket und einem Ticket für den Hop-on-hop-off-Bus schwärmten die Gäste vom Kontinent aus, um diese wunderschöne Universitätsstadt für sich zu erobern.

Leider reichen einige wenige Stunden bei Weitem nicht aus, um dem ehemals angelsächsischen Oxanforda (Ochsenfurt!) auch nur im Geringsten gerechtfuhr viele Höhepunkte der Stadt an, und die Sicht aus der oberen Etage des Doppeldeckers begleitet von den Kommentaren in der Sprache der Wahl war grandios. „Wir sehen unglaublich viele ,Colleges‘ und fühlen uns in die Welt von Harry Potter versetzt“: Tatsächlich war Oxford der Schauplatz so einiger Filmszenen. Diese Buchhandlung Blackwell’s hat ein Kellergeschoss mit 160.000 Büchern? Das muss man sehen! Die tollen (eintrittsfreien!) Museen mussten da leider bis zum nächsten Besuch warten.

Der Tag ging in Windeseile um, und die Gocher waren berwältigt (neudeutsch „geflasht“) von den ganzen Eindrücken.

Der gemeinsame Abend fand diesmal in den Räumen eines Golfclubs etwas außerhalb von Andover statt. In einem festlich geschmückten Saal wurde ein köstliches Zweigänge-Menü kredenzt, das sich auch Mayor Philip Lashbrook, der Bürgermeister des Test Valleys, des Verwaltungsbezirks, zu dem Andover gehört, nicht entgehen ließ; begleitet wurde er von Mayoress und Ratsmitglied Linda Lashbrook. Während seiner Amtszeit ist der jeweilige Bürgermeister oder die Bürgermeisterin Ehrenmitglied der ATTA. Nach dem Essen gab es ein kurzweiliges Programm der Gäste: Die Redonesen hatten ein umfangreiches Liederheft vorbereitet, aus dem mehrsprachig Chansons und Gassenhauer zusammen gesungen wurden. Für den Gocher Verein hatten Franziska Linnemann und Günter Vincke einen Sketch aus der Kabarettsendung WDR-Mitternachtsspitzen ins Englische übertragen und brachten dem Publikum die Geschichten von „Loki & Smoky“ näher. Den Abschluss bildete eine Charleston-Show des Ehepaars Cornelissen, das danach noch etliche Tanzbegeisterte zum Mitmachen animieren konnte. Ein sehr stimmungsvoller Abend!

Am darauffolgenden Morgen ließ es sich Philip Lashbrook nicht nehmen, die Gäste aus Deutschland und Frankreich auch noch offiziell zu einem Empfang ins Rathaus einzuladen, währenddessen die deutsche Fahne auf dem Rathaus wehte (tags zuvor war es die französische Fahne gewesen).

Franziska Linnemann, die Vorsitzende des Vereins für Städtepartnerschaften Goch, verlas ein Grußwort des Gocher Bürgermeisters Ulrich Knickrehm.

Tenor aller Ansprachen: Die persönlichen Kontakte im Rahmen von Städtepartnerschaften sind umso wichtiger in einer Zeit, in der es wieder Krieg in Europa gibt und demokratische Strukturen bedroht werden!

Im nächsten Jahr um dieselbe Zeit erwarten die Gocher Besuch aus Andover und Redon in der Weberstadt. Man hat neue Gastgeber und neue Freunde in Andover kennengelernt, die schon signalisiert haben, dass man sich nächstes Jahr sehen wird. Worauf sie sich am meisten freuen? Auf Spargel – und das Wort kannten sie auch auf Deutsch!

Aktuelle Informationen sowie einen ausführlichen Bericht zum Austausch mit vielen Fotos gibt es auf der Homepage des Vereins für Städtepartnerschaften: unter www.vsp-goch.de

Die drei Fahnen beim Dinner. Foto: privat

Die drei Fahnen beim Dinner. Foto: privat

Gruppenfoto beim Dinner im Test Valley Golfclub. Foto: Eric Gregory

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