Startschuss für das neue Projekts „GrenzTalentFit“
Förderung von Menschen mit Abstand zum Arbeitsmarkt – Kleve und Emmerich unterstützen
Auf Schloss Doornenburg in der Partnergemeinde Lingewaard in den Niederlanden fand die Auftaktveranstaltung für die grenzüberschreitende Initiative zur Bekämpfung von Langzeitarbeitslosigkeit und des Arbeits- und Fachkräftemangels statt.
Nadja Brauer, Geschäftsführung des BBZ Kreis Kleve, moderierte die Veranstaltung. Nelly Kalfs, Bürgermeisterin der Gemeinde Lingewaard, leitete die Veranstaltung mit dem Verweis darauf ein, dass bereits im Jahr 1255 Verbindungen in der Region zwischen Doornenburg und dem Kloster Graefenthal bestanden. Luciën van Riswijk, Bürgermeister der Gemeinde Zevenaar ging auf die Wichtigkeit der Bekämpfung von Langzeitarbeitslosigkeit auch für den RSD de Liemers ein. Er betonte, dass die Grenzregion auch für ihn persönlich besonders wichtig ist, da er als Kind schon immer deutsches TV geschaut hat und auch heute oft mit dem Fahrrad über die Grenze fährt.
Es folgte der Landrat des Kreises Kleve, Christoph Gerwers, der die Bedeutung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit im Bereich des Arbeitsmarktes sowie die Rolle des Kreises Kleve hervorhob. Das Abschlusswort sprach Helga Witjes, Deputierte der Provinz Gelderland.
Das Programm Interreg und die grenzübergreifende Zusammenarbeit gehört zu ihrem Aufgabenbereich. Schon als Kind hat sie eine persönliche Beziehung zu Deutschland aufgebaut. Ihre Familie war oft dort im Urlaub und hat die deutschen Sender ARD oder ZDF geschaut. Mit einem Augenzwinkern erwähnte sie, dass sie als Kind oft deutschen Fußball schauen musste: Ihre Mutter und ihre Brüder sind Fans der deutschen Clubs.
„GrenzTalentFit“ richtet sich grenzüberschreitend an arbeitsferne Menschen. Ziel ist es, die Teilnehmenden individuell zu stärken, ihre Beschäftigungsfähigkeit zu fördern und soziale wie berufliche Perspektiven zu entwickeln. Dazu werden auf deutscher und niederländischer Seite sechsteilige Workshopreihen mit insgesamt zwölf Gruppentreffen durchgeführt, ergänzt durch ganzheitliche Einzelcoachings und aufsuchende Sozialarbeit. Die Themen reichen von Tagesstruktur und gesunder Lebensführung bis hin zu Stressbewältigung, Bewerbungstraining und beruflicher Zielplanung.
Ein weiteres zentrales Element ist die enge Kooperation deutscher und niederländischer Beratungsfachkräfte sowie der Austausch zwischen Teilnehmendengruppen beider Länder. Gemeinsame Veranstaltungen thematisieren Arbeitsmarktinstrumente, kulturelle Unterschiede, Sprachbarrieren und Unterschiede auf dem Arbeitsmarkt. Ergänzend wird im Projektzeitraum ein grenzüberschreitendes Symposium stattfinden und aus den grenzüberschreitenden Erfahrungen und Weiterentwicklungen eine öffentlich zugängliche Handreichung zusammengestellt. Die Teilnehmergewinnung erfolgt niederschwellig und aktiv – im Quartier, in sozialen Einrichtungen und auf deutscher Seite im engen Schulterschluss mit den Jobcentern im Kreis Kleve sowie Anlaufstellen aus dem Hilfenetzwerk.