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Giovanni Malaponti (l.) und Bernd Zibell blicken zufrieden auf das Geschäftsjahr 2025 der Sparkasse am Niederrhein zurück.Foto: Sparkasse am Niederrhein
26. März 2026 · Sabrina Peters · Niederrhein

Starke Nachfrage nach Immobilienkrediten bei der Sparkasse am Niederrhein

Die Sparkasse am Niederrhein stellte ihre Jahresbilanz 2025 vor

KREIS WESEL. Die nicht nur geopolitisch, sondern auch wirtschaftlich unruhige Lage hat der Sparkasse am Niederrhein 2025 wenig ausgemacht – ganz im Gegenteil: Sie konnte ihre Bilanzsumme um drei Prozent auf einen neuen Höchststand von 4,38 Milliarden Euro steigern. „Darin spiegeln sich sowohl die starke Kreditnachfrage als auch der Wunsch unserer Kunden, ihr Geld sicher bei uns anzulegen“, sagte Bernd Zibell vom Vorstand der Sparkasse am Niederrhein beim Jahrespressegespräch der Sparkasse am Niederrhein.

Besonders hoch war im vergangenen Jahr die Nachfrage nach Immobilienkrediten. Diese konnte das Bankinstitut um 45 Prozent auf 253 Millionen Euro steigern – bundesweit habe die Steigerung in diesem Segment durchschnittlich „nur“ 21 Prozent betragen. „Das ist ein gutes Zeichen“, wertete Zibell. Es sei immer noch für viele möglich, in Eigentum zu investieren. Allerdings sei vor allem der Gebrauchtimmobilienmarkt stark nachgefragt gewesen. „Es wurde viel renoviert“, sagte Zibell. In Neubauten sei dagegen vergleichsweise wenig investiert worden. Ein Prestige-Projekt entstehe gerade jedoch mit dem „Rossmann-Neubau“ auf dem ehemaligen Nepicks-Gelände in Alpen, wo neben der Einkaufsfläche für den Drogisten auch 24 Eigentumswohnungen entstehen, die von der Sparkasse am Niederrhein vermarktet werden. Allerdings sind bereits alle 24 Eigentumswohnungen reserviert, einige sogar schon verbindlich verkauft. Zudem gebe es bereits eine Warteliste. Die starke Nachfrage zeige aber, dass sich eine Investition in Immobilien lohnen würde, weil auch das Angebot an vielen Stellen eben aktuell nicht da sei.

Insgesamt stellte die Sparkasse am Niederrhein im abgelaufenen Geschäftsjahr 2025 Kredite in Höhe von 548,8 Millionen Euro bereit (im Vorjahr waren es 374,6 Millionen Euro). Mit dem Geld seien auch viele Unternehmen am Niederrhein unterstützt worden. Da der Niederrhein unternehmerisch diversifiziert aufgestellt sei, sei im vergangenen Jahr eine große Insolvenzwelle ausgeblieben, was sich auch im Kreditvergabe-Volumen widerspiegele. „Wir haben keine spürbaren Ausfälle im Kreditgeschäft“, betonte Zibell. Vielmehr habe die Wirtschaft am Niederrhein auch gelernt, mit Unsicherheiten am Markt umzugehen. Deshalb sehe er den Niederrhein auch in der Zukunft gut aufgestellt, wenngleich man die geopolitische Lage natürlich nur schwer einschätzen könne.

2025 sei – anders als die ersten Monate 2026 – auch ein „gutes Börsenjahr“ gewesen, wie Giovanni Malaponti, Vorstandschef der Sparkasse am Niederrhein, resümierte. Die Kundeneinlagen seien im Vergleich zum Vorjahr um 110,5 Millionen Euro und damit auf insgesamt 3,5 Milliarden Euro gestiegen. „Unsere Kunden bevorzugen dabei sowohl unsere festverzinslichen Sparkassenbriefe als auch unsere Anlagekonten“, sagte Malaponti. In allen 23 Geschäftsstellen von Moers bis Xanten gebe es darüber hinaus deutlich mehr Bedarf an Wertpapierberatung. „Kunden interessieren sich zunehmend für Aktien und Fonds“, verriet Malaponti. So habe sich der Bestand an Wertpapieranlagen 2025 um 57,3 Millionen Euro auf rund 900 Millionen Euro erhöht.

Die Sparkasse möchte bald zudem ein alternatives Angebot zu Neo-Brokern wie Trade Republic auf den Markt bringen. S-Neo soll es heißen und damit Sparkassen-Kunden, die auf eigene Faust etwa ETFs besparen wollen, ein zusätzliches Angebot bieten, das in der Sparkassen-App integriert werden soll. Dort gebe es auch bereits den Bezahldienst Wero, mit dem Nutzer – ähnlich wie etwa bei PayPal – in Echtzeit Geld an ihre Kontakte überweisen können. „Wero ist ein europäischer Bezahldienst, den wir etablieren wollen. Es wird auch in Zukunft wichtig sein, dass wir uns etwa auch von den USA immer unabhängiger machen“, betonte Malaponti. Dazu gehöre auch ein Bezahldienst wie Wero.

Wie schon in den Vorjahren durfte sich die Sparkasse am Niederrhein erneut über einen Zustrom an neuen Kunden freuen. „Allein über den Kontowechselservice kamen über 1.000 Kunden von anderen Kreditinstituten zu uns“, so Malaponti. Im Vergleich zum Vorjahr führte die Sparkasse am Niederrhein am Jahresende mit rund 129.700 Konten etwa 2.000 Konten mehr. „Das hat auch mit der Nachfrage und Akzeptanz bei den 18- bis 30-jährigen Kunden in unserem Geschäftsgebiet zu tun“, so Giovanni Malaponti. In dieser Altersgruppe liege der Marktanteil der Sparkasse bei rund 65 Prozent.

An den 23 Geschäftsstellen im gesamten Geschäftsgebiet (Moers, Neukirchen-Vluyn, Rheinberg, Xanten, Alpen und Sonsbeck) – das sind übrigens aktuell zwei mehr als alle anderen Banken im gleichen Geschäftsgebiet gemeinsam haben – möchte die Sparkasse am Niederrhein festhalten. Zwar werde auch die künstliche Intelligenz (KI) mehr und mehr eingesetzt, aber auch das persönliche Gespräch solle erhalten bleiben. Die KI werde stattdessen etwa auch im Bereich der Gefahrenabwehr eingesetzt, wo sie unter anderem Cyber-Angriffe („mittlerweile unser tägliches Geschäft“) verhindern soll.

Die rund 900 Vereine, Verbände und Organisationen in den sechs Kommunen der Sparkasse erhalten in diesem Jahr überdies Spenden und Stiftungsmittel in Höhe von rund 1,4 Millionen Euro. „Wir laden wieder Vertreter aller Vereine zu unseren Ehrenamtsforen in Alpen, Moers, Neukirchen-Vluyn, Rheinberg, Sonsbeck und Xanten ein, um das Ehrenamt zu würdigen“, sagt Vorstand Bernd Zibell. Mit 3,7 Millionen Euro weise die Sparkasse einen Überschuss aus, der leicht über dem Vorjahresniveau liege. 2025 seien es nämlich 3,5 Millionen Euro gewesen.

Sabrina Peters

Giovanni Malaponti (l.) und Bernd Zibell blicken zufrieden auf das Geschäftsjahr 2025 der Sparkasse am Niederrhein zurück. Foto: Sparkasse am Niederrhein

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