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Franz van Beek (Vorsitzender des Heimatvereins), Heinz-Karl Meuskens (stellvertretender Vorsitzender, AK „An Niers und Kendel“), Bärbel Schreiber (Geschäftsführerin) und Mareike Taag (Heimatverein, v.l.) präsentierten im Haus zu den fünf Ringen das neue Heft „An Niers und Kendel“.NN-Foto: CDS
25. April 2026 · Corinna Denzer-Schmidt · Goch

Stadtgeschichte neu entdecken

Goch: Die 78. Ausgabe von „An Niers und Kendel“ richtet sich an kleine und große Leser

GOCH. Warum war das Bohrfieber nach Steinkohle in Hülm schnell vorbei und was hat es mit einem versunkenen Schloss in Asperden auf sich? Antwort auf diese und viele andere Fragen zur Gocher Stadtgeschichte gibt das neue Heft des Arbeitskreises „An Niers und Kendel“ im Heimatverein Goch.

Die 78. Ausgabe ist etwas ganz Besonderes: Autorin Bärbel Schreiber hat es gezielt für Kinder, Familien und Zugezogene konzipiert. „Ich wollte Geschichte und Geschichten erzählen, natürlich mit den richtigen Fakten“, erzählt sie von ihrer Arbeit an dem Heft. Im Herbst 2024 ging es los, die Recherchen dauerten bis zum Sommer vergangenen Jahres. Geschrieben hat sie dann rund ein dreiviertel Jahr – ehrenamtlich, immer neben ihrer Berufstätigkeit. Dabei sie hat eng mit dem Arbeitskreis „An Niers und Kendel“ zusammengearbeitet: „Hier schlummert ein Schatz an Wissen über Goch und das seit 50 Jahren.“ Herausgekommen ist ein Heft mit 72 Seiten, erschienen ist es in einer Auflage von 1.000 Exemplaren.

Leicht zugänglich und lebendig dargestellt soll die Gocher Stadtgeschichte für Kinder sein; dafür sorgen das farbenfrohe Design und „Linus Löw“ als Begleiter. Aber: „Es sollte kein reines Comic-Format werden, deshalb gibt es auch viele historische Aufnahmen“, so Schreiber. Angeschaut hat sie sich im Vorfeld ebenfalls das Buch von Heribert Teggers aus den 1950er-Jahren; er war Lehrer in Goch und hat Kindern die Stadtgeschichte erzählt. Dort fehle aber die jüngere Vergangenheit, es werde nur die Bombennacht und die Zerstörung Gochs im Februar 1945 erwähnt, so Bärbel Schreiber. Ihr war es deshalb wichtig, auch den Zweiten Weltkrieg zu beleuchten und Themen wie die Verfolgung der jüdischen Bürger Gochs darzustellen. Und es gebe durchaus Geschichten voller Hoffnung: Wie etwa die von den Schülern der Gaesdonck, die ihre Schule in der unmittelbaren Nachkriegszeit mit eigenen Händen wieder aufgebaut haben. Viele der erzählten Begebenheiten seien fester Bestandteil der lokalen Geschichte, doch gerade der jüngeren Generation nicht immer bekannt. So ist es auch Ziel des neuen Heftes, das Interesse an der eigenen Heimat zu wecken und Wissen anschaulich zu vermitteln. Die lokale Geschichte ist nicht auf die „Kernstadt“ begrenzt, die Reise in die Vergangenheit führt auch durch die Ortsteile. Erzählt wird von Kessel und dem Segen für die Pferde, von Hassum und seiner Saalkirche, von Hommersum und der alten Schule, von Hülm und den Schmugglern, von Nierswalde, dem jüngsten Dorf Gochs sowie von Pfalzdorf und seinen Siedlern. Raum nimmt natürlich auch die industrielle Vergangenheit der Weberstadt ein: Bier, Tabak, Leder und Margarine sind die Stichworte. Erklärt werden zudem Gocher Straßennamen und ihre Bedeutung.

„Ich habe bei der Recherche selbst noch viel über meine Heimatstadt erfahren“, erzählt Bärbel Schreiber. So soll sich auch jeder angesprochen fühlen, der sich mit Heimatgeschichte beschäftigen möchte. Nicht zuletzt ist das Heft auch für den Schulunterricht bestens geeignet, betonen alle Beteiligten. Den ersten Einsatz hat es bereits in der 4. Klasse der Niers-Kendel-Schule im Rahmen des Sachkundeunterrichts. Die neue Ausgabe erscheint offiziell am Sonntag, 3. Mai, und wird dann erstmals auf dem Maifest erhältlich sein. Später ist das Heft zum Preis von 3,50 Euro in den Gocher Buchhandlungen oder im Versand beim „Historischen Arbeitskreis an Niers und Kendel“, Holunderweg 8, 47574 Goch, E-Mail an: megohm@t-online.de (zuzüglich Versandkosten 2,20 Euro) zu bekommen. Mitglieder des Heimatvereins erhalten das Heft kostenlos. Ohne Sponsoren lässt sich solch ein Projekt nicht stemmen und so freut sich der Heimatverein Goch über die Unterstützung der Volksbank an der Niers und von Johannes „Brauer“ Janssen.

Der Heimatverein freut sich auch immer über interessierte Besucher in der Heimatwerkstatt im Haus zu den fünf Ringen. Sie ist freitags, von 15 bis 17 Uhr, geöffnet. Hier ist das Heft auf den Monitoren in digitaler Form zugänglich. Außerdem ist der Heimatverein auf den gängigen Social-Media-Kanälen vertreten. Weitere Infos gibt es unter www.heimatverein-goch.de.

Franz van Beek (Vorsitzender des Heimatvereins), Heinz-Karl Meuskens (stellvertretender Vorsitzender, AK „An Niers und Kendel“), Bärbel Schreiber (Geschäftsführerin) und Mareike Taag (Heimatverein, v.l.) präsentierten im Haus zu den fünf Ringen das neue Heft „An Niers und Kendel“.NN-Foto: CDS

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