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Werben mit der neuen Initiative „Erfahrung trifft Engagment“ für das Ehrenamt in Emmerich: (v. l.) Claudia Lindlahr, Vera Artz, Sara Kreipe, Bernd de Baey und Malcolm Lichtenberger. NN-Foto: MB
11. März 2026 · Michael Bühs · Emmerich

Stadt wirbt mit Initiative für das Ehrenamt in Emmerich

„Erfahrung trifft Engagment“ wendet sich Berufstätige vor dem Ruhestand

EMMERICH. Seit mittlerweile sieben Jahren ist Elmar Fischbach im Ruhestand. Doch untätig ist es deshalb keineswegs: Der 72-Jährige engagiert sich ehrenamtlich in mehreren Grupen, gehört unter anderem zum Leitungsteam des Mittagstisches in der Hansestadt. So könne er der Gesellschaft etwas zurückgeben und habe gleichzeitig das Geühl, weiterhin gebraucht zu werden. Für die neue Ehrenamts-Intitiative der Stadt Emmerich, „Erfahrung trifft Engagement“, findet Fischbach lobende Wort: „Sie ist äußerst sinnvoll. Man muss immer schauen, wie man ehrenamtliche Mitarbeiter gewinnen kann, die zuverlässig sind.“

Das Ehrenamt in Emmerich ist stark, weiß auch Bürgermeisterin Claudia Lindlahr. Dennoch: „Der Bedarf ist groß.“ Deshalb wende man sich nun an diejenigen, die „demnächst frei werden“. Sprich: Berufstätige, vor allem aus der Generation der „Babyboomer“, die in den kommenden Jahren in den Ruhestand gehen. Ihre Kompetenz wolle man fürs Ehrenamt gewinnen und nutzen. Im Rahmen von „Erfahrung trifft Engagement“ hat die Stadt, unterstützt von der Wirtschaftsförderung, nun die örtlichen Unternehmen angeschrieben. „Wir haben ihnen den neuen Flyer geschickt mit der Bitte, diesen an Mitarbeiter weiterzuleiten, die demnächst in den Ruhestand gehen“, erläutert Sara Kreipe, die Geschäftsführerin der Emmericher WfG.

Deren Zahl sei hoch, betont Vera Artz ist Integrations- und Demografiebeauftragte der Stadt Emmerich. Sie fehlen künftig einerseits als als Erwerbstätige. Andererseits werden sie dann frei für ein Engagement in Vereinen, „die händeringend Ehrenamtliche suchen“. Dazu habe man mit Bundesmitteln, neben dem Flyer, auch einen Fragebogen entwickelt, über den beispielsweise abgefragt wird, wie regelmäßig man sich engagieren möchte und in welchen Bereichen. „So werden wir für jeden etwas finden, das passt“, ist Artz überzeugt.

Maßgeblich dafür verantwortlich sind Malcolm Lichtenberger und das Begegnungscafé „Bake“. Lichtenberger ist seit drei Jahren als Ehrenamtskoordinator in der Hansestadt tätig, konnte in dieser Zeit rund 100 Ehrenamtler vermitteln. Die „Bake“ wiederum ist laut Lichtenberger der Treffpunkt und „Fixpunkt für Ehrenamtliche“. Hier treffen sich nicht nur verschiedene Initiativen und finden unterschiedliche Angebote statt, sondern auch erste Gespräche mit potenziellen Freiwilligen. „Wir finden gemeinsam heraus, welche Tätigkeiten zum jeweiligen Zeitbudget und den individuellen Fähigkeiten passen“, sagt Lichtenberger.

Menschen frühzeitig für das Ehrenamt in Emmerich erreichen

Die neue Initiative „Erfahrung trifft Engagement“ habe aus Sicht des Ehrenamtskoordinators ein ganz klares Ziel: „Wir wollen die Menschen frühzeitig erreichen, noch bevor sie in den Ruhestand gehen.“ Nach dem Renteneintritt folge für die meisten zwar zunächst eine „Erholungsphase. Doch oft kommt dann irgendwann der Gedanke, dass das nicht reicht. Wenn es so weit ist, sollen sich die Menschen daran erinnern, dass sie sich auch weiterhin engagieren können.“ Diese „Erinnerung“ wolle man so früh wie möglich bei den angehenden Rentnern einpflanzen.

Dabei gelte es jedoch, gewisse Dinge zu beachten, weiß auch Pfarrer Bernd de Baey. Zwar habe ein Ehrenamt „etwas Dienliches für die Stadtgesellschaft“ und biete die Chance, Erfüllung und Dankbarkeit zu erfahren. „Es heißt aber nicht, dass man ein Ehrenamt übernehmen muss, bis es nicht mehr geht“, betont de Baey. Viele Menschen seien durchaus bereit, sich zu engagieren, wenn die Rahmenbedingungen stimmen. Stichwort Zeit: Wer nach dem Ruhestand ein Ehrenamt übernimmt, will sich nicht unbedingt so festlegen, dass keine Zeit mehr bleibt für beispielweise Reisen oder die Enkelkinder. „Dazu braucht es eine zeitgemäße Gestaltung des Ehrenamts“, sagt de Baey.

Um dies zu erreichen, werden die Ehrenamtlichen in Emmerich durch Malcolm Lichtenberger und die „Bake“ dann „sehr sorgfältig begleiten“, versichert der Koordinator. Dazu gehört auch, die vielfältigen Möglichkeiten des Ehrenamts in der Hansestadt mit den Interessen und Stärken der Freiwilligen abzustimmen. „Manche gehen lieber in 1:1-Unterstützungsintiativen, wenn sie vielleicht nicht so kommunikativ für Engagement in einer Gruppe sind“, erläutert Lichtenberger. Dann biete sich etwa Deutschunterricht im niedrigschwelligen Bereich oder die Hilfe beim Einkaufen an. „Die meisten möchten aber gerne in einer Gruppe aktiv werden und so Gemeinschaft und Gesellschaft erleben“, sagt Lichtenberger.

Zwar richtet sich die neue Initiative „Erfahrung trifft Engagement“ vor allem an die Mitarbeiter der Unternehmen in Emmerich. „Es gibt aber auch andere Wege“, betont Vera Artz – wenn Menschen beispielsweise in Emmerich wohnen, aber außerhalb arbeiten. „Auch alle anderen können sich gerne melden“, sagt Artz. Die wesentliche Botschaft der neuen Intiative ist laut Malcolm Lichtenberger: „Es bereitet Freude, wenn man ehrenamtlich aktiv werden kann.“

Werben mit der neuen Initiative „Erfahrung trifft Engagment“ für das Ehrenamt in Emmerich: (v. l.) Claudia Lindlahr, Vera Artz, Sara Kreipe, Bernd de Baey und Malcolm Lichtenberger. NN-Foto: MB

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