Sparkassen-Kunden legen wieder mehr Geld an
Bis zu 3,25 Prozent Sparzinsen erhalten Anleger zurzeit / Das Kreditgeschäft läuft trotz hoher Zinsen gut
Sein Team bestehend aus aktuell 540 Mitarbeitern habe sich innerhalb kurzer Zeit mit längst vergessen geglaubten Themen auseinandersetzen müssen. „Doch das haben sie rasant hingekriegt“, lobt Malaponti. Bei der Baufinanzierung sei im vergangenen Jahr zwar eine gewisse Zurückhaltung zu spüren gewesen, die Sparkasse am Niederrhein habe aber dennoch auf der Kreditseite ein Plus von 85 Millionen Euro verbucht. „Grund dafür ist eine erfreuliche Kreditnachfrage im privaten und gewerblichen Bereich“, sagt der für das Kreditgeschäft verantwortliche Vorstand Bernd Zibell. Aktuell habe die Sparkasse damit jetzt mehr als drei Milliarden Euro an ihre Kunden von Moers bis Xanten ausgeliehen.
„Die drei Milliarden-Grenze haben wir damit erstmals überstiegen“, sagt Zibell. Die Kunden der Sparkasse aus der Industrie und dem Handwerk würden trotz gestiegener Zinsen und Kosten nicht pessimistisch in die Zukunft blicken. „Es wird auch keine Baustelle in unserem Gebiet still stehen bleiben. Wir haben gute Bauträger“, meint Zibell. Insgesamt seien die Zinsen ohnehin nur auf das Niveau angestiegen, auf dem sie vor der langen Niedrigzinsphase gewesen seien. „Eigentlich sind sie nun auf einem normalen Niveau“, sagt Zibell.
Mit Sparzinsen von bis zu 3,25 Prozent erfreute sich der Sparkassenbrief wieder einer regen Nachfrage. Mehr als 8.000 Kunden legten rund 320 Millionen Euro in diese Sparform an, die wegen des niedrigen Zinsniveaus lange Zeit für viele uninteressant war. Zudem entschieden sich erneut viele Kunden für das Wertpapier-Sparen. Die bilanzwirksamen Kundeneinlagen sanken um rund 170 Millionen Euro auf 3,2 Milliarden Euro. Die Wertpapieranlagen erhöhten sich zugleich auf 152 Millionen Euro. „Wir haben die Beratung zu Fonds und Wertpapieren in den vergangenen Jahren in allen 23 Geschäftsstellen deutlich verstärkt, unsere Kunden nehmen das Angebot, ihr Erspartes dort anzulegen, zunehmend wahr“, sagt Giovanni Malaponti. Erfreulich sei auch, dass sich 1100 neue Kunden für ein Konto bei der Sparkasse am Niederrhein im vergangenen Jahr entschieden hätten. Zu den Kunden zählen übrigens auch viele jungen Leute. Über 64 Prozent der von Moers bis Xanten lebenden 18- bis 30-Jährigen haben ihr Konto bei der Sparkasse, die ansonsten einen Marktanteil von rund 50 Prozent hat. Die Gründe dafür sieht der Vorstand sowohl in einem vielfältigen Angebot vor Ort als auch in der eben erneut als Testsieger gekürten Sparkassen-App, die von jungen Kunden stark genutzt werde.
Besonders stolz ist der Vorstand auf sein dichtes Geschäftsstellennetz, das zwar vor ein paar Jahren auch schrumpfte, aber mit 23 Geschäftsstellen im Geschäftsgebiet von Moers bis Xanten verfügt die Sparkasse am Niederrhein immer noch über ein gutausgebautes Geschäftsstellennetz. „Bei uns kommen 9.000 Einwohner auf eine Geschäftsstelle; bundesweit sind es etwa 15.000 Einwohner“, sagt Malaponti. Gerade erst modernisierte die Sparkasse ihre Geschäftsstelle am Rheinkamper Ring in Moers, die vor etwa zwei Jahren nach einer Geldautomatensprengung zerstört worden war. Anstatt sie zu schließen, setzt das Geldinstitut dort nun auf ein völlig neues Raumkonzept für den Service und die Beratung. Unmittelbar gegenüber dem Foyer empfängt das Filial-Team die Kunden nun an offenen, halbrunden Theken. Für die persönliche Beratung stehen eine Lounge mit Sitzelementen und runde, vom Filialraum abgegrenzte Tische zur Verfügung. Sukzessive möchte die Sparkasse am Niederrhein weitere Filialen umgestalten und renovieren; den Anfang soll 2025 die Hauptstelle am Ostring in Moers machen.
Bestehen bleibt auch das Engagement der Sparkasse im Geschäftsgebiet. Die Vereine, Verbände und Organisationen in Moers, Neukirchen-Vluyn, Rheinberg und Xanten sowie in den Gemeinden Alpen und Sonsbeck dürfen auch in diesem Jahr mit Spenden und Stiftungsmitteln in Höhe von rund 1,3 Millionen Euro rechnen. „Die konsequente und nachhaltige Unterstützung der vielfältigen ehrenamtlichen Arbeit in unserem Geschäftsgebiet bleibt uns ein Herzensanliegen“, sagt Zibell. Unterm Strich weist die Sparkasse am Niederrhein einen Jahresüberschuss von 3,5 Millionen Euro aus. Sabrina PetersDie Vorstände Giovanni Malaponti (l.) und Bernd Zibell in der bereits umgestalteten Sparkassen-Filiale. Foto: Sparkasse am Niederrhein
Redakteurin in Xanten, Kalkar, Rheinberg und Alpen sowie Büderich und Ginderich