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Das St. Joseph’s Institute in Enugu hat durch den Freundeskreis Nigeria bereits eine Solaranlage erhalten.Foto: privat
12. Dezember 2022 · Xanten

Solarlicht gegen dunkle Nächte in Nigeria

Der Freundeskreis Nigeria aus Xanten sammelt Spenden für eine Solaranlage in Westafrika / Eine konnte in Enugu in diesem Jahr bereits realisiert werden

XANTEN. Wenn die Sonne um 18 Uhr untergeht, geht der Tag nicht nur sprichwörtlich für viele Einwohner im westafrikanischen Nigeria zu Ende. Da sie keine zuverlässige Stromversorgung haben und ihre Lichtquellen Gefahren bergen, bleibt es bei ihnen bis zum nächsten Morgen um 6 Uhr, wenn die Sonne wieder aufgeht, dunkel. „Für sie ist der Tag also ab 18 Uhr wirklich vorbei. Sie können nichts mehr machen oder unternehmen“, sagt Klaus Wolfertz vom Freundeskreis Nigeria der Eine-Welt-Gruppe Xanten, der schon seit über 30 Jahren größere und kleinere Projekte in Nigeria unterstützt. Zurzeit möchte der Freundeskreis Nigeria den Bau von Solaranlagen umsetzen, damit zumindest ein sicheres Licht für die Einwohner gewährleistet werden kann.

Eine erste Solaranlage wurde bereits im Laufe dieses Jahres im St. Joseph’s Institute in Enugu angebracht. Sie hat der Freundeskreis Nigeria über eigene Mittel und Privatspenden realisiert. Etwa 10.000 Euro konnten sie zur Verfügung stellen. Dank der Solaranlage haben die Jugendlichen mit oder ohne Behinderung, die im St. Joseph’s Institute in Enugu leben, jetzt Solarlichter in der Nacht in ihren Schlafsälen.

In Enugu, der Hauptstadt des gleichnamigen Bundestaates in Nigeria, ist Strom alles andere als selbstverständlich. „An einigen Tagen kommt Strom zumindest gelegentlich aus dem öffentlichen Stromnetz, an anderen Tagen aber gar keiner. Wenn Strom fließt, ist das Netz manchmal sogar so überlastet, dass es zusammenbricht und kein Strom ankommt“, sagt Wolfertz. Der Xantener hat 1982 bei einem Pfarrfest in Xanten den in Österreich lebenden gebürtigen Nigerianer Mike Chukwuma kennengelernt. Mit ihm verbindet ihn bis heute eine tiefe Freundschaft. Gemeinsam haben sie in den vergangenen Jahrzehnten mehrere Projekte umgesetzt. Im Frühjahr 1989 schickte der Freundeskreis Nigeria etwa den ersten Krankenwagen nach Westafrika. Im vergangenen Jahr hat der Freundeskreis den Bau einer Grundschule in Nigeria finanziert.

Wolfertz steht nicht nur mit Chukwuma durchweg in engem Kontakt, sondern auch mit dem lokalen Partner Development projects coordination Enugu (DPC). „Anfang des Jahres kam die Anfrage, ob wir eine Solaranlage finanzieren könnten, da sie für die Menschen vor Ort aufgrund der schlechten und unzuverlässigen Stromversorgung sehr wichtig sei“, sagt Wolfertz. Eine öffentliche Förderung erhielt der Freundeskreis Nigeria zwar nicht, er schaffte es aber, 10.000 Euro aus eigenen Mitteln und dank privater Spenden selbst zu stemmen. Bereits im Frühjahr konnte der Bau der Solaranlage mit zehn Modulen à 3,5 Kilowatt pro Stunde am St. Joseph’s Institute in Enugu starten. „Die Anbringung hat eine lokale Firma unter Mitwirkung der Schülerinnen und Schüler des Institutes vorgenommen. Die Schülerinnen und Schüler haben dabei gelernt, dass Strom nicht nur durch Aggregatoren, sondern auch Solarzellen produziert werden kann“, sagt Wolfertz.

Nun sammelt der Freundeskreis Nigeria Geld für eine weitere Solaranlage am St. Joseph’s Institute in Agbani, das ebenfalls im Bundestaat Enugu – 20 Kilometer von der Hauptstadt Engugo entfernt – liegt. Dort ist die Lage noch prekärer, da es in Agbani überhaupt keine Stromversorgung gibt. „Wie es in vielen afrikanischen Ländern üblich ist, werden die Großstädte beim Bau von Infrastruktur bevorzugt. Enugu ist eine Großstadt. Daher hat Enugu ausgebautes Stromnetz, allerdings mit regelmäßigem Stromausfall. Insbesondere die Versorgung der Dörfer mit Strom ist jedoch oft schlecht. Agbani ist ein Dorf. Deshalb funktioniert das Stromnetz kaum“, erklärt Chukwuma in einem Schreiben an Wolfertz. Für die dort lebende Bevölkerung sei das mitunter sehr gefährlich. Denn die zurzeit als Lichtquelle dienenden Kerosinlampen hätten bereits diverse Male unter anderem Mosquito-Netze angezündet.

Eine Solaranlage solle daher auch in Agbani zunächst einmal vordergründig dabei helfen, die Kerosinlampen durch Solarlichter zu ersetzen. „Das Optimum wäre aber, wenn es auch möglich wäre, andere technische Geräte – unter anderem für die Ausbildung und die Telekommunikation – mit den Solaranlagen unterhalten zu können“, sagt Wolfertz. Für das Vorhaben sammelt der Freundeskreis Nigeria derzeit Spenden. Wolfertz hofft, dass jeder Euro wird von der Schmitz-Stiftung mit Sitz in Düsseldorf verdreifacht wird. Den dazu bereits ausgearbeiteten Förderantrag kann der Freundeskreis erst zum Jahresende stellen. „Ich bin aber optimistisch, dass er bewilligt wird“, sagt Wolfertz. Für den Bau einer Solaranlage werden mindestens 10.000 Euro benötigt.

Sabrina Peters

Das St. Joseph’s Institute in Enugu hat durch den Freundeskreis Nigeria bereits eine Solaranlage erhalten. Foto: privat

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