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Jedes Kreistagsmitglied erhielt ein Bonsai-Bäumchen. Foto: Kreis Wesel
11. Juli 2025 Von NN-Online · Niederrhein

Sitzung des Kreistags: Suchthilfestruktur, Ranger und Unterstützung zur Energieeffizienz

Der Kreistag traf sich zum letzten Mal vor der Kommunalwahl im September

KREIS WESEL. Der aktuelle Weseler Kreistag tagte am vergangenen Donnerstag zum letzten Mal vor der Kommunalwahl am 14. September. Zu Beginn der Sitzung dankte Landrat Ingo Brohl allen Kreistagsmitgliedern für ihr Engagement. Im Rahmen des diesjährigen 50. Jubiläums des Kreises Wesel erhielten alle Kreistagsmitglieder eine Bonsai-Kopfweide. Die Kopfweide ist der Wappenbaum des Kreises Wesel und ein prägender Bestandteil der niederrheinischen Kulturlandschaft.

Landrat Ingo Brohl: „Auch in der aktuellen Kreistagssitzung sind viele wegweisende Entscheidungen für eine gute Zukunft in unserem Kreis Wesel getroffen worden – und dies überwiegend einstimmig oder mit sehr breiten Mehrheiten. Die Neuaufstellung der Suchthilfestruktur, die Stärkung der Fachkräftesicherung im Rettungsdienst durch Gründung einer eigenen Notfallsanitäterschule im Kreis Wesel an der Bethanien-Akademie, die Fortsetzung des Ranger-Einsatzes in ausgewählten Naturschutzgebieten sowie jeweils Förderung von Initialberatung Energieeffizienz und dem Einsatz künstlicher Intelligenz für kleine und mittlere Unternehmen im Kreis Wesel machen dies sehr deutlich. Das EU-Förderprojekt Circular.Niederrhein unterstützt unsere Anstrengungen beim nachhaltigeren Umgang mit endlichen Ressourcen, Stichwort Kieswende. Die Förderung und Errichtung einer Mälzerei, selbst wenn sie nicht im Kreis Wesel sondern im Nachbarkreis entsteht, stärkt die Wertschöpfungskette in der regionalen Lebensmittelproduktion.“

Einstimmig wurde der Aufbau einer zukunftsorientierten Suchthilfestruktur beschlossen. Bereits 2023 hatte der Kreistag die Kreisverwaltung beauftragt, die bestehenden Angebote angesichts neuer Herausforderungen wie der Teillegalisierung von Cannabis, veränderter Konsummuster und gesetzlicher Änderungen mit externer Unterstützung zu überprüfen und weiterzuentwickeln. Ergebnis ist ein Konzept mit vier regionalen Suchthilfezentren in Dinslaken, Kamp-Lintfort, Moers und Wesel, das einen einfachen, suchtmittelunabhängigen Zugang zu Beratung und Prävention bietet. Ergänzend startet in Moers ein Pilotprojekt zur aufsuchenden Arbeit im öffentlichen Raum. Die Umsetzung erfolgt gemeinsam mit den bisherigen Trägern und den Kommunen mit eigenem Jugendamt.

Mehrheitlich beschloss der Kreistag die Fortführung des Ranger-Einsatzes in ausgewählten Schutzgebieten im Kreis Wesel für weitere fünf Jahre. Bereits seit 2019 sind Ranger des Regionalverbands Ruhr (RVR) im Kreis unterwegs, um Naturbesucher für den Schutz sensibler Gebiete zu sensibilisieren und das richtige Verhalten zu vermitteln. Die Erfahrungen zeigen: Die Präsenz der Ranger wirkt – das Bewusstsein für Natur- und Artenschutz ist deutlich gewachsen. Auch in den kommenden fünf Jahren werden die RVR-Ranger nun auf Basis des bisherigen Einsatzkonzepts mit rund 1.000 Stunden jährlich präsent sein. Die Kosten in Höhe von 86.156 Euro pro Jahr trägt der Kreis Wesel.

Außerdem gab der Kreistag einstimmig grünes Licht für die Umsetzung des Projekts „Initialberatung Energieeffizienz für kleine und mittlere Unternehmen im Kreis Wesel“. Ziel ist es, kleinen und mittleren Unternehmen ein niedrigschwelliges, anbieterneutrales Beratungsangebot zu bieten, das über Einsparmöglichkeiten, Förderprogramme und Maßnahmen zur Energieeffizienz sowie Klimafolgenanpassung informiert. Die Beratung soll durch eine neue Personalstelle über drei Jahre organisiert und aus dem LEADER-Programm mit 70 Prozent gefördert werden. Der Kreis stellt hierfür jährlich bis zu 25.000 Euro aus dem Sonderbudget „Klimaoffensive“ bereit. Träger des Projekts ist die EntwicklungsAgentur Wirtschaft in Kooperation mit der Kreishandwerkerschaft, die auch den Sitz der Beratungsstelle stellt. Ziel ist es, die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen zu stärken und gleichzeitig einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten.

Mit den Stimmen von CDU, Grünen, Freie Gruppe im Kreistag des Kreises Wesel, Einzelkreistagsmitglied Ralf Lange und Landrat Ingo Brohl beschloss der Kreistag, den Bau einer Getreideaufbereitung und Tennen-Mälzanlage im Rahmen des Projekts KornB aus Hamminkeln über einen Zeitraum von drei Jahren mit insgesamt rund 100.000 Euro aus dem Kreishaushalt mitzufinanzieren. Da auch nach intensiver Suche kein geeigneter Standort und Betreiber im Kreis Wesel gefunden werden konnten, soll die Anlage in Bedburg-Hau (Kreis Kleve) entstehen. Dieser Beschluss steht unter dem Vorbehalt der Projektbewilligung durch das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft und der Bereitstellung von Fördermitteln in Höhe von 500.000 Euro. Von der geplanten Mälzanlage profitieren durch Veredelung die Vorproduzenten aus der Landwirtschaft und die Weiterverarbeiter in Bäckereien, Brauereien und Brennereien im Kreis Wesel. Damit wird die Wertschöpfungskette in der regionalen Lebensmittelproduktion gestärkt, indem eine kleine Mälzanlage entsteht, die auch kleinere Menschen annimmt und weiterverarbeitet.

Jedes Kreistagsmitglied erhielt ein Bonsai-Bäumchen. Foto: Kreis Wesel

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