Sicherheits-Aktion zur Pfingstkirmes in Geldern
Bereich Ordnung der Stadt Geldern wird von „Impuls“ geschult
GELDERN. „Ist Luisa hier?“ Eine scheinbar harmlose Frage, hinter der eine Menge stecken kann. „Luisa“ ist ein Hilfsangebot für Frauen in der Party- und Veranstaltungsszene. Mit der Frage können sie sich an das Personal wenden und bekommen unmittelbar und diskret Hilfe.
Der Bereich Ordnung der Stadt Geldern wurde im Hinblick auf die bevorstehende Pfingstkirmes zum Thema entsprechend geschult. Das Ziel: die Kollegen über die laufende Kampagne zu informieren und ihnen den Ablauf verständlich zu erläutern. Um dies sicherzustellen, wurden alle relevanten Informationen bereitgestellt.
„Uns ist es sehr wichtig, dass sich die Besucher und insbesondere Frauen auf der Kirmes sicher fühlen“, erklärt Nadine Schönfelder, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Geldern. „Daher ist es notwendig, dass unsere Kolleginnen und Kollegen vom Bereich Ordnung geschult sind und sie ihr Wissen an die Schausteller und die Polizei weitergeben.“ „Luisa ist hier“ ist bereits eine etablierte Kampagne, die auch einige Einrichtungen in Geldern schon seit längerer Zeit anbieten. Frauen, die sich in einer Situation unsicher oder unwohl fühlen oder gar sexuelle Bedrohung oder Gewalt erlebt haben, können das Hilfsangebot wahrnehmen. „Es geht in der Schulung unter anderem darum, die Aufmerksamkeit zu schulen“, so Maren Haukes-Kammann von der Frauenberatungsstelle „Impuls“, die gemeinsam mit ihrer Kollegin Silke Sörensen-Wemmers die Schulung für den Bereich Ordnung geleitet hat. „Es ist gleichzeitig ein Appell, aufeinander Acht zu geben und aufzupassen.“ Ihre Kollegin Silke Sörensen-Wemmers ergänzt: „Mit der Aktion soll unkompliziert und diskret Hilfe angeboten werden.“
Luisa ist hier
Dem stimmt auch Nadine Schönfelder zu: „Der Code ist dafür da, um die Hemmschwelle zu senken, sich Hilfe zu holen. Über solch eine Situation zu sprechen, kann sehr unangenehm sein. Der Code hilft somit dabei, diskret Hilfe anzufordern.“ Diesen Punkt unterstützt auch Katrin Hauser vom Bereich Ordnung der Stadt Geldern. „Es ist verständlich, wenn jemand nicht über das sprechen möchte, was passiert ist. Die Kampagne lädt dazu ein, ohne viele Erklärungen Hilfe zu erhalten. Dieses Angebot möchten wir auf die Kirmes ausweiten, um ein Sicherheitsgefühl zu schaffen.“ Bei der Besprechung des Sicherheitskonzeptes für die Kirmes seien sowohl die Polizei, als auch die Feuerwehr und das Deutsche Rote Kreuz über die Aktion informiert worden. Auch die Schausteller sollen vorab über die Kampagne aufgeklärt werden. „Meldet sich jemand mit der Luisa-Frage bei den Schaustellern, sollen sie sich direkt bei uns melden“, erklärt Hauser. „Wir kommen dann umgehend zum Fahrgeschäft oder Stand und helfen der Person.“ Auch die Kollegen vom Team Ordnung stehen jederzeit als Ansprechpartner zur Verfügung.
Auch über das Thema K.o.-Tropfen wurde von der Frauenberatungsstelle „Impuls“ aufgeklärt. Dazu teilten die Referentinnen einen Fragebogen mit verschiedenen möglichen Symptomen und Folgen von K.o.-Tropfen aus. „Neben der Prävention ist es besonders wichtig, dass die Kolleginnen und Kollegen darin geschult sind, wie sich die Auswirkungen von K.o.-Tropfen bemerkbar machen und welche Konsequenzen sie haben können“, erklärt Nadine Schönfelder. „Was müssen sie tun, wenn einer Person die Tropfen verabreicht wurden?“. Das Team des Bereichs Ordnung kann diese Frage nun beantworten und steht während der Kirmestage sowie darüber hinaus für Informationen, Beratung und Hilfe zur Verfügung. Der Bereich Ordnung ist in Notfällen unter Telefon 02831/398290 zu erreichen.