Sicherer Schulweg wichtiger als kurzer Weg
Schulstart in NRW: ADAC gibt Tipps für einen sicheren Schulweg
NIEDERRHEIN. Für rund 170.000 Kinder in Nordrhein-Westfalen beginnt ab dem 2. September die Schulzeit. Damit der tägliche Schulweg sicher und zunehmend selbstständig gelingt, empfiehlt der ADAC, die Strecke bereits vor dem ersten Schultag gemeinsam zu üben. Entscheidend sei nicht der kürzeste, sondern der sicherste Weg. Ein kleiner Umweg könne sinnvoll sein, wenn sich dadurch unübersichtliche Kreuzungen oder schwierige Straßenüberquerungen vermeiden lassen, erklärt ADAC-Verkehrsexperte Prof. Dr. Roman Suthold.
Unter realen Bedingungen üben
Eltern sollten die Strecke mehrmals gemeinsam mit ihrem Kind abgehen – möglichst zu den späteren Schulzeiten. Besonderes Augenmerk gilt Kreuzungen, Ein- und Ausfahrten sowie Straßenüberquerungen. Statt ständig zu ermahnen, sollten Eltern richtiges Verhalten loben. Beim Rollentausch kann das Kind den Weg erklären und zeigen, worauf zu achten ist. So wird deutlich, wo noch Übungsbedarf besteht. Gerade in den ersten Schulwochen ist Begleitung sinnvoll. Eine Alternative sind Laufbusse, bei denen mehrere Kinder gemeinsam auf einer festgelegten Route zur Schule gehen und zunächst von einem Erwachsenen begleitet werden.
Ohne Zeitdruck und gut sichtbar
Familien sollten morgens ausreichend Zeit einplanen. Zeitdruck kann zu Unachtsamkeit und riskanten Entscheidungen führen. Auch die Sichtbarkeit ist wichtig: Reflektoren an Kleidung und Schulranzen oder eine Sicherheitsweste machen Kinder bei schlechter Sicht deutlich früher erkennbar. Grundsätzlich empfiehlt der Club, Kinder möglichst zu Fuß zur Schule gehen zu lassen. Das fördert Selbstständigkeit, Bewegung und Erfahrung im Straßenverkehr. Regelmäßige Elterntaxis bis vor das Schultor können dagegen gefährliche und unübersichtliche Situationen verursachen. Wenn das Auto unvermeidbar ist, bieten sich Elternhaltestellen in einiger Entfernung von der Schule an. Von dort können Kinder die letzten Meter zu Fuß zurücklegen. Müssen Erstklässler mit Bus oder Bahn fahren, sollte auch diese Strecke vorab gemeinsam geübt werden – einschließlich des Weges zur Haltestelle, des Wartens sowie des Ein- und Aussteigens.
Autofahrer besonders aufmerksam
Auch Autofahrer sind zum Schulstart gefordert. Rund um Schulen, Bushaltestellen und in Wohngebieten heißt es: Tempo reduzieren, aufmerksam und bremsbereit fahren. Kinder können Geschwindigkeiten und komplexe Verkehrssituationen noch nicht zuverlässig einschätzen und werden wegen ihrer geringeren Körpergröße leicht übersehen. Besondere Vorsicht gilt an Bushaltestellen. Kinder können nach dem Aussteigen unvermittelt die Straße überqueren. Steht ein Bus mit eingeschalteter Warnblinkanlage an einer Haltestelle, darf er nur mit Schrittgeschwindigkeit und ausreichend Abstand passiert werden – auch im Gegenverkehr. Bei fahrenden Bussen mit Warnblinker gilt für den nachfolgenden Verkehr Überholverbot.
Weitere Tipps bietet der kostenlose ADAC-Schulweg-Ratgeber, der in den Geschäftsstellen erhältlich ist und online unter www.adac.de zum Download bereitsteht.