Schulsozialarbeit in Xanten: 6.500 Euro an Spenden gesammelt
Das Angebot an der Willi-Fährmann-Gesamtschule und am Stiftsgymnasium ist für das Schuljahr 2026/27 gesichert. Die Stadt benötigt jedoch weitere Unterstützung, um ihren Eigenanteil zu finanzieren.
XANTEN. Die Zukunft der Schulsozialarbeit an der Willi-Fährmann-Gesamtschule und am Stiftsgymnasium Xanten war im Frühjahr dieses Jahres lange ungewiss. Weil die bisherige Finanzierung auslief und eine Anschlusslösung zunächst nicht gesichert war, drohte zum 31. Juli das Aus für die Unterstützungsangebote an der Willi-Fährmann-Gesamtschule und am Xantener Stiftsgymnasium. Weil die Stadt Xanten angesichts eines millionenschweren Haushaltsdefizits unter erheblichem finanziellem Druck steht und daher ein Haushaltssicherungskonzept (HSK) aufstellen muss, „dürfen wir zurzeit keine Verträge verlängern“, erklärt Xantens Bürgermeister Rafael Zur.
Auch freiwillige Ausgaben, zu denen auch die Finanzierung der Schulsozialarbeit zählt, dürften daher – ähnlich wie die Xantener Weihnachtsbeleuchtung (siehe Bericht auf der Titelseite) – aktuell nicht getätigt werden. Doch Zur fand trotzdem Mittel und Wege, die Schulsozialarbeit für das laufende Schuljahr 2026/27 an beiden Xantener Schulen zu sichern. Dabei half nun auch der Lions Club (LC) Xanten mit einer Spende.
Im Frühjahr wurde das Thema auch im Rat der Stadt Xanten intensiv diskutiert. Die Politik gab jedoch positives Feedback und stellte sich hinter die Schulsozialarbeit. Bürgermeister Rafael Zur diskutierte daraufhin mit der Finanzaufsicht des Kreises Wesel, wie er nun selbst noch einmal berichtete, darüber, damit die Stadt Xanten die freiwilligen Ausgaben für die Schulsozialarbeit im Haushalt 2026 genehmigt bekommt. Dabei habe die Finanzaufsicht zwei Bedingungen gestellt: Zum einen müsse das Haushaltssicherungskonzept noch 2026 auf den Weg gebracht werden – das soll im Dezember nun erfolgen –, zum anderen müssten zusätzliche Möglichkeiten der Refinanzierung aufgezeigt werden. „Wir müssen also Spenden generieren“, sagt Zur.
70.100 Euro kostet die Schulsozialarbeit an der Willi-Fährmann-Gesamtschule und am Stiftsgymnasium Xanten pro Schuljahr, wie Sandra Bree, Fachbereichsleiterin Schule, Sport und Kultur bei der Stadt Xanten, verrät. Mit 35.584,19 Euro wird fast die Hälfte davon vom Land Nordrhein-Westfalen über Fördermittel finanziert. Für die anderen 50 Prozent muss die Stadt Xanten pro Schuljahr aufkommen. Das sind für das laufende Schuljahr 34.515,81 Euro.
Um das zu finanzieren, ging Bürgermeister Rafael Zur selbst auf Spendensuche und ließ auch nicht locker, wie Jörn Finger, Schulleiter des Stiftsgymnasiums, bestätigte. Denn auf Zurs Initiative hin riefen Schülerinnen und Schüler beider Schulen in einem auf Facebook und Instagram veröffentlichten Video bereits im Mai zu Spenden auf. „Ich war anfangs skeptisch, aber zum Glück ist Herr Zur hartnäckig geblieben“, sagt Finger heute. Denn gemeinsam mit den 3.000 Euro, die der Xantener Lions Club nun symbolisch an den Förderverein beider Schulen überreichte, sind bereits knapp 6.500 Euro an Spenden für die Fördervereine der Willi-Fährmann-Gesamtschule und des Stiftsgymnasiums Xanten eingegangen.
Die Schulsozialarbeit sei an beiden Schulen „eine wichtige Unterstützung“ und biete eine wichtige Orientierung für die Schüler, betont LC-Präsident Viktor Hülsmann beim Pressegespräch auf dem Schulhof der Willi-Fährmann-Gesamtschule. Dem Lions Club sei es deshalb wichtig gewesen, dieses Angebot für junge Menschen zu unterstützen und beim Erhalt zu helfen. Dafür verkauften die Mitglieder beim Kunstmarkt Kleinmontmartre Ende August Reibekuchen. „Normalerweise geht der Erlös immer an einen offenen Zweck. In diesem Jahr haben wir unsere Reibekuchen gezielt für die Finanzierung der Schulsozialarbeit verkauft“, sagt Hülsmann. 2.000 Euro seien dabei zusammengekommen; 1.000 Euro legte der Lions Club Xanten selbst noch obendrauf.
Die volle Summe von 34.515,81 Euro ist damit aber natürlich noch nicht erreicht. Rafael Zur ist deshalb weiterhin „in Gesprächen“, wie er selbst verrät, um noch weitere Spenden zu generieren und den Eigenanteil der Stadt Xanten selbst damit so gering wie möglich zu halten.
Info
An beiden Schulen gibt es jeweils eine Schulsozialarbeitsstelle, die auf 15 Stunden pro Woche ausgelegt ist und je zur Hälfte mit den Fördermitteln vom Land sowie dem Eigenanteil der Stadt Xanten finanziert wird. An der Gesamtschule Xanten kommt die Fachkraft dabei vom Caritasverband Moers-Xanten, am Stiftsgymnasium Xanten vom Anna-Stift aus Goch. Die Schulsozialarbeit unterstützt die Schüler bei persönlichen, schulischen und familiären Problemen. Sie hilft bei Konflikten und Mobbing, berät in schwierigen Lebenssituationen und vermittelt bei Bedarf Kontakte zu weiteren Hilfsangeboten. Darüber hinaus fördert sie soziale Kompetenzen, beugt Problemen vor und arbeitet mit Eltern und Lehrkräften zusammen. Ziel ist es, junge Menschen in ihrer Entwicklung zu stärken und ihnen eine erfolgreiche Teilnahme am Schulalltag zu ermöglichen.
Jörn Finger (Schulleiter des Stiftsgymnasiums), Miriam Kirchhausen (Schulpflegschaft Willi-Fährmann-Gesamtschule), Viktor Hülsmann vom Lions Club Xanten und Xantens Bürgermeister Rafael Zur (v.l.) freuen sich über die Spende vom Lions Club Xanten. NN-Foto: SP
Redakteurin in Xanten, Kalkar, Rheinberg und Alpen sowie Büderich und Ginderich