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Schulministerin Dorothee Feller und Genossenschaftsverbandvorstand Peter Görtz mit den Schülern der unterschiedlichen Schülergenossenschaften.Foto: Marco Stepniak
20. Dezember 2023 · Jacqueline Kurschatke · Straelen

Schulministerin im Gymnasium

Vierter Fördervertrag für Schülergenossenschaften offiziell unterzeichnet

STRAELEN. Das Gymnasium Straelen ist eine von mehreren Schulen in NRW, die sich zukunftsorientiert engagieren und dazu auf den unternehmerischen Geist ihrer Schüler setzen. In kleinen Gruppen gründen sie eigene Schülergenossenschaften und Unternehmen zum Thema Nachhaltigkeit, lokale Selbstversorgung und Dienstleistungen, die in der Umgebung Straelen und auf schulischen Veranstaltungen angeboten werden. Nun wurde ein weiterer Kooperationsvertrag unterzeichnet, der die Förderung der Schülerprojekte für fast weitere vier Jahre sicherstellt.

Die Generation Z denkt an ihre Zukunft. Das wurde klar, als man das Forum des Straelener Gymnasiums betrat. Als Gastgeber der formellen Veranstaltung empfingen Schulleiterin Kerstin Schneider und ihre Schüler– die Unternehmensführer der Genossenschaft „The Honeybee Industries eSG“– nicht nur Dorothee Feller, Bildungs- und Schulministerin des Landes NRW, Straelens Bürgermeister Bernd Kuse, und Peter Görtz, Vorstand des Genossenschaftsverbandes. Auch viele andere Projektvertreter und Schülergenossenschaften aus NRW waren vor Ort.

Tristan Becker, Landeskoordinator für Schülergenossenschaften in NRW, führte durch den Ablauf und hob die Bedeutung der Schülerprojekte hervor: „Die Schüler lernen nicht nur, sich mit nachhaltigen Themen auseinanderzusetzen, sondern auch vieles zum Thema Gründen und Unternehmensführung sowie Verwaltung.“ Das sei besonders in Zeiten des Fachkräftemangels von großer Wichtigkeit.

Das sehen auch die einzelnen Schülergruppen und ihre Lehrer so. Das Straelener Gymnasium handelt mit selbst hergestellten Produkten aus Bienenwachs und natürlich mit Honig. Die Honigbienen der Schule werden von den Schülern eigenständig gepflegt und der Bio-Honig selbst geerntet. Schon etwa 300 Gläser kamen bis jetzt zusammen. Aus den Wachsresten werden Kerzen oder Wachstücher hergestellt. Stolz sei man auf die eigenen Produkte, erzählen die Schüler.

Dies bestätigten auch Nele und Lina Schleiting von der Gesamtschule Weierheide aus Oberhausen. Die Schwestern vertreten ihre Schule mit der Genossenschaft „Schmeckes eSG“. Diese versorgt ihre Mitschüler mit frischen und nährstoffreichen Mahlzeiten sowie Snacks. Dazu kochen die Schüler gesunde Mittagessen für die Schulmensa, die zusammen mit einem Dessert und einem Getränk für 3,90 Euro zu haben sind. „Früher hatten wir das Problem, dass man von dem Mittagessen in der Schulkantine nicht satt wurde. Es war eher unbeliebt dort zu essen und die Schüler sind lieber zu den umliegenden Supermärkten oder McDonalds gegangen. Das hat sich jetzt geändert“, erklären Lina und Nele. Lehrerin Eva Okrent ergänzt, „Die Projekte sind eine tolle Möglichkeit für die Schüler das praktische Arbeiten zu lernen. Außerdem fördert es das Verständnis für Nachhaltigkeit und eine Nähe zum Essen. Die Schüler können kreativ sein und entdecken neue Hobbys und Talente.“ Bei „Schmeckes“ versuchen die Schüler immer wieder neue Trends aufzugreifen und ihr Angebot dementsprechend anzupassen. „Als der neue Barbie-Film ins Kino kam, haben wir passend dazu einen pinken Erdbeer-Smoothie angeboten. Das kam sehr gut an“, beschreibt Lina weiter. Weitere Hit-Snacks der Marke sind gesunde Müsliriegel auf Dattelbasis, die eine Alternative zu gekauften Müsliriegeln sein sollen. Schülergenossenschaften seien laut Ministerin Feller und Verbandsvorstand Görtz nicht nur ein Lernort, sondern auch ein Startpunkt in das Berufsleben. Daher loben sie das Engagement der Jugendlichen und das Herzblut, mit dem sie ihre Projekte ausführen. „Ich bin tief begeistert. Hier sind zukünftige Unternehmer unterwegs. Mithilfe der Schülergenossenschaften setzen wir ein Zeichen für Solidarität und Demokratie, denn sie zeigen, dass jeder die gleiche Stimme hat und das Potenzial etwas aufzubauen. Egal wie viel Kapital er mitbringt“, beschreibt Görtz. Viele Schülergruppen leisteten ebenso einen Beitrag, indem sie ein Teil ihres Erlöses in nachhaltige Projekte reinvestierten. So zum Beispiel in den Kauf von Solarprodukte und zum Pflanzen neuer Bäume. 80 Schülergenossenschaften gibt es schon, mehr würden es hoffentlich noch werden, sagt Görtz weiter. Beteiligen können sich die Jahrgangsstufen sieben bis 13 aller weiterführenden Schulen. Mehr Informationen dazu gibt es unter www.Schuelergeno.de.

Jacqueline Kurschatke

Schulministerin Dorothee Feller und Genossenschaftsverbandvorstand Peter Görtz mit den Schülern der unterschiedlichen Schülergenossenschaften.Foto: Marco Stepniak

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