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Auf Christoph Gerwers (2.v.r.), den neuen Landrats des Kreises Kleve, wird seine Familie noch mehr verzichten müssen als bisher. NN-Foto: Kerstin Kahrl
13. Dezember 2022 · Kleve

Schornsteinfeger bringen nicht immer Glück

CDU-Bewerber Christoph Gerwers ist neuer Landrat des Kreises Kleve

KREIS KLEVE. Diese Wahl scheint keinen großen Geist zu interessieren, so könnte man die Beteiligung an der Landrats-Stichwahl im Kreis Kleve interpretieren. Kreisweit beteiligten sich nur 19,77 Prozent (52.400) der wahlberechtigten Bürger. Und obwohl der Schornsteinfeger als Glücksbringer gilt, hat er dem Bewerber von Bündnis 90/Die Grünen, dem Schornsteinfegermeister Stefan Welberts, kein Glück gebracht. Für ihn entschieden sich 37,7 Prozent der Wahlberechtigten. Wahlsieger mit 62,3 Prozent Zustimmung ist der CDU-Bewerber, der Reeser Bürgermeister Christoph Gerwers.

Dementsprechend strahlten die Christdemokraten bei der Wahlparty im Kreishaus um die Wette. „Über dieses Ergebnis kann man sich nur freuen“, sagt der neue Landrat. „Das ist ein sehr gutes Ergebnis und ein sehr guter Kandidat. Der Unterstützungseffekt für den Kandidaten von Bündnis 90/Die Grünen und SPD hat nicht gewirkt“, kommentierte Dr. Günther Bergmann, CDU-Kreisvorsitzender.

Die Vereinigten Wählergemeinschaften Kreis Kleve hatten angekündigt, für die Landrats-Stichwahl Stefan Welberts zu unterstützen. Im ersten Wahlgang hatten sie den parteilosen Bewerber Guido Winkmann aus Kerken gestützt. Stefan Welberts war die Enttäuschung über seine zu ahnende Niederlage schon bei den ersten angezeigten Ergebnissen anzusehen. Nach Auszählung aller Stimmen meinte er, die CDU habe ihre Wähler halt noch einmal mobilisieren können. Der Subtext lautet: Das ist Bündnis 90/Die Grünen und SPD nicht gelungen. Von einem „fantastischem Ergebnis“ sprach Stefan Rouenhoff, Kreis Klever CDU-Bundestagsabgeordneter. Gerwers sei eine anerkannte Persönlichkeit und zudem ein Verwaltungsfachmann.

In einem Punkt, der Beurteilung der Wahlbeteiligung, waren sich die Vertreter aller Parteien einig. Das offensichtlich mangelnde Interesse bereitet ihnen Sorge und Kopfzerbrechen. Sie bezeichnen es als „eine Katastrophe“. Der Kreis Kleve als Institution sei für viele Bürger zu weit entfernt. „Die meisten wissen, was ein Bürgermeister ist. Aber was ist ein Landrat?“ so der neue Amtsinhaber Christoph Gerwers.

Die „Verursacherin“ der Neuwahl des Landrats, Silke Gorißen, ehemalige Landrätin des Kreises Kleve und heutige Ministerin für Landwirtschaft und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen, gratulierte ihrem Nachfolger „zum überzeugenden Wahlsieg. Mit Christoph Gerwers bekommt der Kreis Kleve einen fachlich versierten, erfahrenen und zugleich menschlichen Landrat. Bei ihm weiß ich die Kreisverwaltung und die Menschen des Kreises in besten Händen. Zugleich danke ich ganz besonders der Allgemeinen Vertreterin des Landrates, Zandra Boxnick, für die in den vergangenen Monaten seit meiner Berufung zur Ministerin übernommene Verantwortung innerhalb der Kreisverwaltung. Mein aufrichtiger Dank gilt auch allen Menschen, die im Zuge der Landratsneuwahlen hauptamtlich in den Behörden oder ehrenamtlich in den Wahllokalen ihren Dienst geleistet haben.“

Der neue Landrat wird in der Sitzung des Kreistags Kleve am morgigen Donnerstag vereidigt und zwar von seinem Mitbewerber Stefan Welberts. Zuvor muss der Kreis-Wahlausschuss in seiner Sitzung die Rechtmäßigkeit des Ergebnisses festgestellt haben. Kerstin Kahrl

Auf Christoph Gerwers (2.v.r.), den neuen Landrats des Kreises Kleve, wird seine Familie noch mehr verzichten müssen als bisher. NN-Foto: Kerstin Kahrl

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