Kinder lernen den Umgang mit einem Heubock auf einem Minispiel-Event, organisiert von der Stadt Geldern. Foto: Stadt Geldern/Gossens
15. Juli 2026 Von NN-Online · Geldern

Schnitzeljagd auf der Streuobstwiese

Lernen in der Natur: Gelderner Grundschüler erkunden Artenvielfalt

GELDERN. In Deutschland gibt es 560 Wildbienenarten. Und ein Steinkautz ernährt sich von Mäusen sowie großen Käfern und er jagt nicht im Sturzflug sondern zu Fuß. Diese und viele weitere Fakten lernten mehr als 200 Gelderner Grundschulkinder bei einer Schnitzeljagd auf der Streuobstwiese an der Brabanter Straße.

Insgesamt gibt es auf der Wiese verteilt elf Stationen mit Aufgaben, die in kleinen Gruppen von den Kindern gelöst werden. Darunter Wissensfragen, aber auch praktische Übungen wie der Streuobstwiesen-Staffellauf. Nach einer kurzen Einführung mit Fragen und Informationen rund um den Naturschutz und Streuobstwiesen, gingen die Kinder in Kleingruppen mit Betreuern los und bearbeiteten die Rätsel und Aufgaben. „Mit der Schnitzeljagd möchten wir die Kinder mit der Natur vertraut machen und ihnen die lokale Tier- und Pflanzenwelt näherbringen“, erklärt Doris Schreurs vom Bereich Umwelt, Klima und Mobilität der Stadt Geldern. „Bei den Stationen lernen sie spielerisch einiges über die Tiere und Pflanzen in unserer Region.“

„Die regionale Tier- und Pflanzenwelt ist sehr spannend und divers – alleine auf einer Streuobstwiese leben bis zu 5000 verschiedene Arten“, erklärt Stefan Wallney vom Nabu-Naturschutzzentrum Gelderland, der gemeinsam mit weiteren Helfern des Nabu die Gruppen betreut hat. Viele Arten seien zudem weniger bekannt. „Auf der Wiese leben Tiere wie der Gartenrotschwanz, die Zwergfledermaus oder der Nashornkäfer. Unser Ziel ist es, dass Kinder schon im jungen Alter von dieser Vielfalt erfahren und lernen, dass sich Naturschutz nicht nur auf die wilde Natur, sondern auch auf Kulturlandschaften beziehen kann.“

Integriertes Klimaschutz- und Klimaanpassungskonzept

Erstmalig wurde die Schnitzeljagd 2022 angeboten. Sie wurde im Rahmen eines vom Landschaftsverband Rheinland geförderten Projektes entwickelt. Zugleich greift sie zentrale Ziele des Integrierten Klimaschutz- und Klimaanpassungskonzeptes (IKKK) der Stadt Geldern auf und knüpft insbesondere an das Handlungsfeld „Gesellschaft“ und die Maßnahme „Innovations- und Erfahrungsräume für ein klimaneutrales Geldern“ an. Mit praktischen Bildungsangeboten wie diesem sollen Kinder für Natur-, Umwelt- und Klimaschutzthemen sensibilisiert werden und nachhaltiges Handeln unmittelbar erleben können. Die Aktion richtet sich an die dritten Klassen der Gelderner Grundschulen. Jede Grundschule ist alle zwei Jahre an der Reihe. „Mit dem rotierenden System können wir möglichst vielen Kindern der jeweiligen Schulen das Projekt anbieten“, erklärt Doris Schreurs. In diesem Jahr waren die Schülerinnen und Schüler der St.-Michael-, St.-Luzia-, St.-Martini- und St.-Adelheid-Schule dabei.

Das Projekt kommt zudem sehr gut bei den Schülern an. „Ich finde es cool, dass wir so viel über Tiere und Natur erfahren“, freut sich zum Beispiel Frida von der St.-Luzia-Schule Walbeck. Die Schnitzeljagd zeigt eindrucksvoll, wie Spaß und Lernen miteinander verbunden werden können. Eine der wichtigsten Fragen war dabei natürlich: Warum heißt es überhaupt „Streuobstwiese“? Stefan Wallneys Antwort darauf: „Die Bäume stehen auf einer Streuobstwiese immer relativ weit entfernt, also verstreut, damit jeder Baum genügend Nährstoffe bekommt. Außerdem wird das nicht genutzte Gras zum Heu und – wenn der Nährstoffgehalt nicht ausreichend ist – zum Einstreu für Tiere. Es gibt also mehrere Erklärungen.“ Durchgeführt wird die Schnitzeljagd vom Nabu-Naturschutzzentrum Gelderland und dem Bereich Umwelt, Klima, Mobilität der Stadt Geldern.

Bei diesem Minispiel konnten die Kinder den Umgang mit einem Heubock lernen. Foto: Stadt Geldern/Gossens

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