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30 Musiker der Kreismusikschule sorgten unter der Leitung von Anne Giepner für gute Unterhaltung.Foto: Kreis Kleve/Gottfried Evers
12. Mai 2025 Von NN-Online · Niederrhein

Rund 170 Gäste feiern „50 Jahre Kreis Kleve“

Landrat und Kreisarchivarin lieferten eine Zeitreise in die 1970er-Jahre

KREIS KLEVE. In diesem Jahr wird der Kreis Kleve 50 Jahre alt. Gefeiert wird dies auch mit drei identischen Festveranstaltungen in Rees, in Geldern und in Kleve. Bei der zweiten Jubiläumsfeier in der Aula des Berufskollegs Geldern des Kreises Kleve ließen rund 170 Gäste aus Politik, Verwaltung und Gesellschaft die vergangenen 50 Jahre Revue passieren. Mit dabei waren 80 Bürger, die ihre Eintrittskarten im Rahmen einer Verlosung gewonnen hatten.

Landrat Christoph Gerwers betonte in seinem Grußwort, dass die kommunale Neugliederung und der daraus erwachsene Kreis Kleve bei der „Geburt“ ein „wenig freudiges Ereignis“ gewesen sei. Umso erfreulicher sei, dass der Zusammenhalt der „kommunalen Familie“ – also von Kreis und Kommunen – seit vielen Jahren erfolgreich gelebt würde. Sein besonderer Gruß galt den anwesenden Vertretern der Kreispolizeibehörde Kleve, die in diesem Jahr ebenfalls ihr 50-jähriges Bestehen feiert, und den Gästen, die ehrenamtlich bei der Freiwilligen Feuerwehr und den zahlreichen Hilfsorganisationen tätig sind. „Sie alle leisten Tag für Tag Enormes. Dafür ein aufrichtiger Dank und ein herzliches Willkommen an Sie alle!“

Den musikalischen Rahmen der Veranstaltung prägten 30 Bläserinnen und Bläser sowie Schlagzeuger des Sinfonieorchesters der Kreismusikschule unter der Leitung von Anne Giepner. Sie unterhielten die Gäste mit Hits von Queen, Michael Jackson, Taylor Swift und Bruno Mars. Moderator des Abends war Christoph Kepser.

Viele Blitzlichter leuchteten im Saal bei der Bilder-Show „Zeitsprünge“ auf. Kreisarchivarin Dr. Beate Sturm und ihre Fachkolleginnen und Fachkollegen in den kommunalen Archiven im Kreisgebiet hatten aus allen Kommunen im Kreisgebiet insgesamt 30 historische Aufnahmen aus der Mitte der 1970er-Jahre zusammengetragen. Alle Motive wurden im vergangenen Herbst von Fotograf Klaus-Dieter Stade erneut fotografiert. Die Gegenüberstellung der alten und neuen Motive sorgte für einige Lacher und viele spontane Fotoaufnahmen der Gäste. Denn zahlreiche Motive hatten sich gravierend verändert – bei einigen waren die Neuerungen eher gering.

„Wir gucken beim Jubiläum ‚50 Jahre Kreis Kleve‘ nicht nur in die Vergangenheit, sondern auch in die Zukunft“, begann ein Kurzfilm, bei dem sechs junge Menschen interviewt wurden, die sich als Mitglied im Kreistag, als sachkundige Bürgerin oder sachkundiger Bürger in den Gremien des Kreistags engagieren. Sie erzählten, wie sie zur Politik gekommen sind, in welchen Themen sie „zuhause“ sind, was sie durch ihre politische Arbeit gelernt haben und warum es wichtig ist, dass sich junge Menschen politisch engagieren.

Als Kreisarchivarin Dr. Beate Sturm für ihren Beitrag „Zeitreise in die 70er-Jahre“ ans Redepult trat, überraschte sie viele Gäste mit einem höchst unterhaltsamen und kurzweiligen Vortrag. Anstelle von Daten, Zahlen und Fakten entführte sie das Publikum in das alltägliche Leben im Kreis Kleve Mitte der 1970er-Jahre: „Ich bin auch ein Kind der 70er. Bei meiner Recherche habe ich Vieles wiederentdeckt, was ich in meiner Kindheit erlebt habe.“ Sie zeigte Wohnzimmermöbel der 70er, erinnerte an Schrankbetten, Flokati-Teppiche, Lavalampen und Hollywood-Schaukeln. Das Publikum amüsierte sich über die Erinnerungen an den Couchtisch mit Kurbel und die in den Küchen allgegenwärtigen Pril-Blumen. Beim Stichwort „Heimwerken“ erinnerte sie an den Bausatz „Wir bauen uns ein Atomkraftwerk“ und ihr modischer Rückblick umfasste Mini- und Maxiröcke, Clogs, T-Shirts, Polyesterhemden und Schlaghosen. Auch das Thema „Lange Haare bei Männern“ wurde beleuchtet. „Übrigens trugen auch Bundeswehrsoldaten lange Haare“, so Dr. Beate Sturm. „Soldaten mit langen Haaren mussten die Haarpracht unter einem Haarnetz bändigen. Um alle langhaarigen Soldaten auszustatten, rüstete sich die Bundeswehr mit sage und schreibe 740.000 Haarnetzen aus. Das brachte der Truppe im Ausland den Spottnamen ‚German Hair Force‘ ein.“ Sie entführte die Gäste auch die Zeit der „Autofreien Sonntage“ sowie des „Mondscheintarifs“ und der Leihtelefone mit Wählscheibe, der gesellschaftlichen Veränderungen aufgrund der weiblichen Emanzipation und der Fernsehabende mit der ganzen Familie.

Die Gäste dankten der Kreisarchivarin mit langanhaltendem Applaus für ihre kurzweilige Zeitreise in die 1970er-Jahre. Der Satz vom Moderator Christoph Kepser: „Sie sind der Meinung, das war……“ wurde vom Publikum lautstark mit „… spitze!“ beantwortet. Der Abend im Berufskolleg Geldern klang mit vielen interessanten Gesprächen bei einem Imbiss aus, den das Team von Haus Freudenberg vorbereitet hatte. Herzlichen Glückwunsch, Kreis Kleve!

Kreisarchivarin Dr. Beate Sturm entführte ihr Publikum in das alltägliche Leben im Kreis Kleve Mitte der 1970er-Jahre. Foto: Kreis Kleve/Gottfried Evers

Kreisarchivarin Dr. Beate Sturm entführte ihr Publikum in das alltägliche Leben im Kreis Kleve Mitte der 1970er-Jahre.
Foto: Kreis Kleve/Gottfried Evers

Landrat Christoph Gerwers begrüßte die Gäste in der Aula des Berufskollegs Geldern des Kreises Kleve. Foto: Kreis Kleve/Gottfried Evers

Landrat Christoph Gerwers begrüßte die Gäste in der Aula des Berufskollegs Geldern des Kreises Kleve. Foto: Kreis Kleve/Gottfried Evers

30 Musiker der Kreismusikschule sorgten unter der Leitung von Anne Giepner für gute Unterhaltung. Foto: Kreis Kleve/Gottfried Evers

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