Rosenmontagszug in Goch: Finale der bunten Reise durch das Märchenland
Die jecken Untertanen feiern mit Prinz Sebastian I. und Prinzessin Mareike III.
GOCH. Eine märchenhafte Reise durchs Narrenland, die am 11.11. ihren Anfang nahm, steuert nun auf ihren Höhepunkt zu: Am Rosenmontag werden Prinz Sebastian I. und Prinzessin Mareike III. mit ihrer stolzen gelb-schwarzen Prinzengarde vom AKV Vallis Comitis durch die Weberstadt ziehen. Das Bad in der jubelnden Jeckenschar dürften auch Kinderprinz Noah I., Prinzessin Lina I. und ihre Heroldin Isabella genießen.
Wenn sich der Gocher Rosenmontagszug um 14.11 Uhr in Bewegung setzt, dann ist diesem Ereignis eine Menge Arbeit vorausgegangen. Das weiß Zugleiter Andreas Strötges nur zu genau. Denn wer glaubt, die Vorbereitung des Zuges dauert nur vom 11.11. bis zum Rosenmontag, der irrt sich gewaltig. „Man ist das ganze Jahr damit beschäftigt“, so Strötges. So kümmere man sich spätestens nach den Sommerferien um die Musik, denn was wäre der Karneval ohne sie? Und die Platzierungswünsche der Vereine wollen dabei auch unter einen Hut gebracht werden. Gibt es zum Beispiel eine eigene Kapelle, soll sie natürlich ihren Verein begleiten.
Sicherheit ist ein großes Thema: In diesem Jahr werden die IBC-Container aus dem Vorjahr durch Betonsperrklötze und mobile Zufahrtssperren ersetzt. Hierzu sind erhöhte Aufwendungen für die Platzierung dieser Sperren erforderlich, somit steigen auch wieder die Kosten für die Stadt. Die Stadtverwaltung hat diese Maßnahmen möglich gemacht. Durch diese neuen Sperren sollen die Sicherheitsvorgaben noch besser umgesetzt werden können, damit möglichst keine Gefährdungen bei allen anstehenden Veranstaltungen durch einfahrende Fahrzeuge erfolgen. „Hier ein großes Dankeschön an die Stadt Goch für diese Investitionen“, betont Strötges.
Ein großes Anliegen ist es dem Zugleiter, verstärkt junge Gruppen in den Zug zu holen, was nicht ganz einfach sei: „Es war bisher üblich, die Jugendgruppen hinten im Zug zu platzieren, weil sie Musik und Party machen möchten; das geht natürlich nicht so gut zwischen Musikgruppen.“ Das Ergebnis von Anregungen und Kritik: „Die Jugendlichen sollen im Rosenmontagszug weiter nach vorne kommen, um ihnen einen Anreiz für die Zukunft zu geben. Veränderungen sind wichtig. Mittlerweile sind aber einige Jugendgruppe lieber wieder in das letzte Drittel des Zuges zurück, weil diese sich dort wohler fühlen.“
In die „heiße Phase“ geht es für den Rosenmontagszug bereits am Freitag zuvor. Am Aufstellplatz an der Ecke Mühlenstraße/Adolph-Kolping-Straße wurden bereits die Zugnummern auf die Straße gesprüht. Rosenmontag geht es um 8 Uhr los. Mit dem RZK wird vorher der gesamte Zug abgegangen. Sieben Zweier-Teams begleiten den Zug; sie sind jeweils für 20 bis 25 Zugnummern verantwortlich. Zusätzlich hat das RZK 24 Ordner am Zugweg im Einsatz, dazu Polizei und DRK-Kräfte, 25 Feuerwehrleute sowie acht Bedienstete vom Ordnungsamt. Während des Zuges besteht ständiger Funkkontakt mit der Spitze, damit der „Fluss“ gewahrt bleibt. Mittlerweile ist im Innenhof des Rathauses ein Einsatzleitwagen der Feuerwehr im Einsatz. Dort werden in Abständen Besprechungen aller beteiligten Sicherheitsbehörden und des RZK gehalten.
Sämtliche Vorbereitungen im Hintergrund müssen bis dahin abgeschlossen sein: das Aufstellen von Papiercontainern, die Aufstellung von mobilen Toiletten und die Beschilderung der notwendigen Halteverbote. Aus Erfahrung weiß Andreas Strötges, dass es gerade in puncto Parken immer wieder mal hakt: „Wenn Autos trotz Beschilderung geparkt sind, müssen sie weg.“ Ist am Rosenmontag-Morgen niemand greifbar, wird abgeschleppt, da gibt es keine andere Möglichkeit. „Da ist vieles im Vorfeld zu organisieren“, sagt Strötges, „ich bin dankbar für die gute Zusammenarbeit mit dem Ordnungsamt, den Stadtwerken, der Polizei und den freiwilligen Helfern.“
2020 ist Stephan Joosten als Stellvertreter in die Zugleitung eingestiegen. Stephan Joosten hat seine karnevalistische Heimat bei der IPK in Pfalzdorf. Dieses Team funktioniert sehr gut miteinander: „Wir können uns ,blind‘ aufeinander verlassen. Durch ständig wachsende Aufgaben für die Zugplanung und -vorbereitung ist es wichtig, dass zwei Personen genau wissen, was zu erledigen ist und alle Infos zu haben“, so Andreas Strötges.
Zugweg
Der Rosenmontagszug ist die Krönung der Session mit ihren vielen Veranstaltungen in Sälen und Hallen. Wie im vergangenen Jahr wird der Rosenmontagszug einen verkürzten Zugweg nehmen und von der Bahnhofstraße aus auf die Feldstraße abbiegen. Dann geht es über die Brückenstraße zurück in Richtung Markt. Bislang verlief der Zugweg auf der Bahnhofstraße weiter bis zum Kreisverkehr am Bahnhof und von dort aus auf die Brückenstraße.
Circa 1.750 Aktive sind dann unterwegs und bieten mit Tanzgarden, Fußgruppen und Wagen ein buntes Bild. Für den musikalischen Rahmen sorgen der Musikverein Spielfreunde Duisburg 2025, der Fanfarenzug Pfalzdorf, das Tambourcorps Weeze, der Gocher Musikverein, der Spielmannszug der Freiwilligen Feuerwehr Goch und das Tambourcorps Asperden. Musik im „Gepäck“ haben auch die Pumpengemeinschaft Vrouwenpoort, der MSC „Flott Weg“, die „Joekskapel Kuulvor“, die Kendelblüten und die KLJB Hommersum.
Übrigens: Die besten Ideen für den Rosenmontagszug werden vom RZK wieder prämiert. Anhand verschiedener Kriterien werden von einer Jury der beste Wagen, die beste Fußgruppe und die beste Jugendgruppe ausgewählt. Dafür gibt es dann Pokale. Überreicht werden sie später im Gocher Kolpinghaus, wo auch der Film vom Rosenmontagszug gezeigt wird. Das RZK Goch bittet wieder darum, dass möglichst kein beziehungsweise wenig Glas verwendet wird, sei es beim Rathaussturm oder beim Rosenmontagszug. Im Bereich der Nierswelle, auf der Bahnhofstraße, werden wieder Behälter für diesen Abfall bereitstehen. Für die Aktiven im Rosenmontagszug wie auch für die Zuschauer stellt das RZK Toilettenwagen bereit. Diese haben zum Teil neuen Standorte: im Aufstellungsbereich in der Mühlengasse vor der Niersbrücke zum Stadtpark, im Aufstellungsbereich an der Zugspitze (Metzgerei Tebuckhorst), in der Mitte des Zuges, wie im Vorjahr, auf der Feldstraße/Ecke Brückenstraße, am Zugende, wie immer, auf der Marienwasserstraße. Der Toilettenbereich am Festzelt steht nicht mehr zur Verfügung. Die Entsorgung der Reste auf den Wagen darf auch in diesem Jahr wieder auf der Brückenstraße, Höhe Hausnummer 40, und auf dem Parkplatz der Aldi Süd Filiale an der Weezer Straße erfolgen; dort löst sich der Zug auch auf. Hier können die Karnevalisten in aller Ruhe und ohne Gefahr die Wagen reinigen.
Und am Veilchendienstag, 18. Februar, ab 18 Uhr, können sich die Jecken dann im Rathaus von Prinz Sebastian I. und Prinzessin Mareike III. verabschieden. An diesem Abend gibt das dritte Prinzenpaar des AKV Vallis Comitis seine närrischen Insignien zurück.
Dieser traditionelle Termin darf vor Rosenmontag nicht fehlen: die „Schockelprobe“des RZK-Prinzenwagens – hoch oben das Gocher Prinzenpaar vom AKV Vallis Comitis. NN-Foto: Gerhard Seybert