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Robin Föhles (li) und Leo Petrak präsentieren das Kollisions-Warnsystem für deichselgeführte, gezogene Landmaschinen beim Wettbewerb in Krefeld. Foto: Unternehmerschaft Niederrhein / Dirk Jochmann
2. März 2026 Von NN-Online · Alpen

Regionalsieg bei Jugend forscht: LEMKEN-Azubis entwickeln „DeichselGuard“

Regionalsieg und Ticket zum Landesentscheid bei Jugend forscht

ALPEN. Wenn Traktor und angehängtes Gerät am Feldrand wenden oder beim Rangieren eng aneinander vorbeimüssen, reicht oft ein kurzer Moment – und es kracht: Deichsel und Traktorreifen kommen sich zu nahe, Schäden sind die Folge. Genau dieses Praxisproblem haben zwei Auszubildende des Landtechnikherstellers LEMKEN in Alpen ins Zentrum ihres Jugend-forscht-Projekts gestellt. Mit Erfolg, denn Robin Föhles (19, 2. Lehrjahr) und Leo Petrak (18, 3. Lehrjahr) haben beim 31. Regionalwettbewerb Niederrhein den Regionalsieg im Fachgebiet Arbeitswelt (Kreis Wesel) geholt und sich damit für den Landesentscheid in Bochum qualifiziert.

Ihr Projekt trägt den Namen „DeichselGuard“ und ist ein Kollisions-Warnsystem für deichselgeführte, gezogene Landmaschinen. Die Idee stammt nicht aus dem Lehrbuch, sondern „aus dem echten Leben“. Gerade bei gezogenen Maschinen werden Deichseln immer wieder beschädigt, beispielsweise durch große Einschlagwinkel, breite Bereifungen oder eine größere Spurweite. Wenn der Blick nach hinten beim Rangieren fehlt, kommt es zur Kollision. Reparatur, Ausfallzeit und Kosten sind dann die bekannte Konsequenz.

Die Lösung der beiden Nachwuchstalente ist relativ simpel. Ein Ultraschallsensor misst kontinuierlich den Abstand zwischen Traktor und Gerät. Eine selbst programmierte Auswerteeinheit verarbeitet die Daten in Echtzeit und warnt den Fahrer rechtzeitig optisch und akustisch, bevor es zum Kontakt kommt. Befestigt wird der Sensor über Magnethalter direkt an der Deichsel. Das System ist als nachrüstbare Lösung konzipiert und soll unter landwirtschaftlichen Bedingungen wie Schmutz und Erschütterungen zuverlässig funktionieren. Besonders praktisch: „DeichselGuard“ ist so ausgelegt, dass es bei unterschiedlichen Traktor-Geräte-Kombinationen eingesetzt werden kann. Ein Pluspunkt für den Alltagseinsatz, den Praktiker bereits bestätigt haben.

Dass die Idee nicht nur im Wettbewerb überzeugt, zeigt ein weiterer Meilenstein: Kollegen aus der Entwicklung prüfen, ob das Jugend forscht-Projekt „DeichselGuard“ es zur Serienreife schafft. Für Robin Föhles und Leo Petrak wäre der größte Erfolg deshalb nicht nur ein Pokal, sondern der Schritt in die Praxis. Und auch die Siegerehrung nach einem langen Tag in Krefeld war für die beiden spannend bis zuletzt. „Der Druck war weg, als wir gleich auf die Bühne durften, um den Sonderpreis in Empfang zu nehmen“, berichtet Robin Föhles. „Aber wir wussten da noch nicht: Ist das jetzt das Trostpflaster oder haben wir doch noch die Chance auf Platz eins in der Kategorie und damit die Qualifikation für den Landesentscheid?“

Die Antwort fiel am Ende positiv aus: Mit dem Regionalsieg geht es für das Team in die nächste Runde. „Für den Landesentscheid sind wir eigentlich schon bestens vorbereitet – wir werden nur noch ein paar Veränderungen an der Kabelführung vornehmen“, so Föhles. Allerdings wird Robin Föhles dort nur eingeschränkt dabei sein können, denn zeitgleich steht seine Abschlussprüfung an. Er ist dennoch zuversichtlich: Leo Petrak werde das Projekt bestens vertreten und zum Schluss könne er selbst noch dazukommen und unterstützen.

Ein Sonderpreis obendrauf

Der Wettbewerb selbst war in diesem Jahr stark besetzt. Die Unternehmerschaft Niederrhein, die den Regionalwettbewerb im Krefelder Seidenweberhaus und im Foyer des Stadttheaters ausrichtete, berichtet von 148 Projekten mit rund 300 Kindern und Jugendlichen aus mehreren Kreisen und Städten am Niederrhein. Unter den 15- bis 21-Jährigen wurden sieben Teams als Regionalsieger ausgezeichnet. Darunter das LEMKEN-Team aus Alpen. Zusätzlich erhielten Föhles und Petrak für ihre Arbeit auch den Sonderpreis der Unternehmerschaft Niederrhein, ausdrücklich als Anerkennung für „unternehmerisches Denken, technische Innovation und praxisnahe Lösungskompetenz“.

Unterstützt wurden die beiden Auszubildenden bei LEMKEN von Kollegen aus der Produktentwicklung Elektronik sowie von ihrem Ausbilder. LEMKEN ermutige Auszubildende ausdrücklich, eigene Ideen einzubringen und legt damit früh den Grundstein für zukünftige Innovationen.

Für Robin Föhles und Leo Petrak geht es nun in die nächste Runde. Beim Landesentscheid wollen sie erneut zeigen, dass eine gute Idee aus der Werkstatt schnell zu einer Lösung werden kann, die Landwirten ganz konkret hilft – und teure Schäden verhindert.

Robin Föhles (li) und Leo Petrak präsentieren das Kollisions-Warnsystem für deichselgeführte, gezogene Landmaschinen beim Wettbewerb in Krefeld. Foto: Unternehmerschaft Niederrhein / Dirk Jochmann

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