Reeser Meer: Kiesgewinnung sorgt für große Artenvielfalt
Holemans über Monitoring-Bericht des Naturschutzzentrums im Kreis Kleve
Die wichtigsten Ergebnisse des Berichtes führt Holemans in Kurzform auf:
„Die 78 nachgewiesenen Brutvogelarten zeigen an, dass das Gebiet auch 2024 einen deutlich überdurchschnittlichen Artenreichtum aufwies. Für ein Gebiet mit rund 3,1 Quadratkilometern Fläche werden statistisch rund 50 Brutvogelarten erwartet.
Unter den nachgewiesenen Brutvogelarten stehen 18 auf der Roten Liste der gefährdeten Brutvögel in NRW. Eine Art (Pirol) ist ‚vom Aussterben bedroht‘ (Gefährdungskategorie 1). Fünf Arten sind ‚stark gefährdet‘ (Gefährdungskategorie 2): Flussregenpfeifer, Kiebitz, Kuckuck, Uferschwalbe und Wasserralle. Weitere zwölf Arten, unter anderem die Löffelente, werden als ‚gefährdet‘ (Gefährdungskategorie 3) eingestuft.
Drei der auftretenden Rastvogelarten (Erlenzeisig, Rotmilan und Saatkrähe) stehen auf der Roten Liste der gefährdeten wandernden Vogelarten Deutschlands. Eine Art (Saatkrähe) ist Bestandteil der Roten Liste der gefährdeten wandernden Vogelarten Nordrhein-Westfalens, und eine Art (Rotmilan) ist nach Anhang I oder Artikel 4 (2) der EU-Vogelschutzrichtlinie von naturschutzfachlich besonderer Bedeutung.
Insgesamt war die Entwicklung im Reeser Meer Norderweiterung unter Wasser im Jahr 2024 von einer erneut leichten Erholung beim Nährstoffniveau und bei der Sichttiefe geprägt. Der See stellt einen nach europäischem Recht geschützten Lebensraum dar und ist gemäß der europäischen Flora-Fauna-Habitatrichtlinie dem Lebensraumtyp der ‚kalkreichen, nährstoffarmen Stillgewässer mit Armleuchteralgen‘ zuzuordnen.
Seit dem Jahr 2008 untersucht das Naturschutzzentrum im Kreis Kleve jährlich im Auftrag von Holemans Niederrhein die ökologischen Veränderungen im Gebiet der Abgrabung Reeser Meer Norderweiterung.
Der gesamte Bericht ist auf der Holemans-Internet-Seite einsehbar.