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Viele Experten hatte die Stadt Geldern zur Auftaktveranstaltung des Bildungsnetzwerks ins Bürgerforum eingeladen. Foto: Stadt Geldern/Terhorst
20. März 2026 Von NN-Online · Geldern

Qualitätsausbau im Offenen Ganztag

Stadt Geldern gründet kommunales Bildungsnetzwerk „KomBiWerk“

GELDERN. Mit einer Auftaktveranstaltung hat die Stadt Geldern den Startschuss für den Qualitätsausbau im Offenen Ganztag (OGS) gegeben. Vertreter aus Politik, Verwaltung, Schulen, Jugendhilfe, Trägerschaft und verschiedenen Netzwerken kamen im Bürgerforum zusammen, um gemeinsam den nächsten Entwicklungsschritt zu gehen.

Zentrales Ziel der Veranstaltung, zu der der Bereich Jugend und Familie der Stadt Geldern eingeladen hatte, war die Gründung des kommunalen Bildungsnetzwerkes – kurz „KomBiWerk“. Dieses Netzwerk versteht sich als sogenanntes „Think Tank“ („Denkfabrik“) aus Akteuren der gesamten Bildungslandschaft in Geldern.

Wieso das „KomBiWerk“ gegründet werden soll, erklärt Denis Erbozkurt-Beckers von der Stadt Geldern: „In den kommenden vier Jahren soll das ,KomBiWerk´ die inhaltliche Weiterentwicklung und konkrete Umsetzung des Qualitätsausbaus im Offenen Ganztag strategisch begleiten und aktiv mitgestalten“, sagt er. „Die Stadt versteht den Ausbau als klares Bekenntnis zu Kindern, Jugendlichen und ihren Familien. Denn Bildung endet nicht mit dem Unterricht am Vormittag. Der Offene Ganztag ist heute ein wichtiger Lern- und Lebensort, an dem Kinder spielen, Freundschaften schließen, ihre Talente entdecken und Vertrauen in sich selbst entwickeln.“

Für die Auftaktveranstaltung im Bürgerforum hatte die Stadt Geldern mit Sebastian Kurtenbach nicht nur einen bekannten Experten eingeladen, sondern auch einen strategischen Partner für die kreative Begleitung. Der Hochschul-Professor ist zudem Mitautor des 2025 erschienenen Sachbuchs „Kinder – Minderheit ohne Schutz: Aufwachsen in der alternden Gesellschaft“, welches im Vorjahr für den Deutschen Sachbuchpreis 2025 nominiert war.

Das Werk thematisiert die Vernachlässigung von Kindern in der demografischen Schieflage. Er machte in seinem Vortrag in Geldern deutlich, warum Kinder als eigenständige gesellschaftliche Gruppe stärker in den Mittelpunkt politischen Handelns rücken müssten. „Seine fachlichen Impulse lieferten unter anderem wichtige Denkanstöße für die strategische Weiterentwicklung in Geldern“, so Erbozkurt Beckers.

Begleitet wurde die Veranstaltung zudem von Michael Tewiele, der als sogenannter „Graphic Recorder“ während der Veranstaltung zentrale Aussagen und Diskussionen visuell festhielt und die Inhalte des Tages in ein Gesamtkunstwerk zusammenfügte.

Mit dem Erlass des Landes Nordrhein Westfalen zum Ausbau des Offenen Ganztags und dem künftigen Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung im Grundschulalter steigt der Bedarf an Betreuungsplätzen deutlich. Die Stadt Geldern geht dabei bewusst über den reinen quantitativen Ausbau hinaus und stellt die Qualität in den Mittelpunkt.

In den vergangenen Jahren hat die Stadt bereits umfassend in Schulen und Bildungseinrichtungen investiert – etwa zuletzt in die St.-Michael- oder aktuell in die St.-Martini-Grundschule. „Moderne Schulen schaffen nicht nur helle, freundliche Räume für Lernen, Betreuung, Kreativität und Bewegung. Diese Investitionen sind zugleich ein bewusstes Zeichen: Kinder und ihre Entwicklung stehen im Mittelpunkt der kommunalen Politik“, erklärt Denis Erbozkurt-Beckers. „Gleichzeitig unterstützen gute Ganztagsangebote dabei, Familie und Beruf besser zu vereinbaren und Kinder in ihrer individuellen Entwicklung zu stärken.“

Doch klar ist aus Sicht der Verwaltung auch: „Mehr Plätze allein reichen nicht aus. Es geht um verbindliche Standards, eine gute Zusammenarbeit zwischen Schule und Jugendhilfe sowie um eine nachhaltige Weiterentwicklung der Strukturen. Genau hier setzt die Arbeit des neu gegründeten ,KomBiWerks´ an.“

Der Qualitätsausbau ist deshalb Teil einer umfassenden Gesamtstrategie der Stadt Geldern, betont Erbozkurt-Beckers. In den vergangenen Jahren wurden bereits wichtige Grundlagen geschaffen: etwa die Weiterentwicklung des Kinder- und Jugendförderplans 2025 bis 2030, der Ausbau der Präventionsketten oder die flächendeckende Stärkung der Schulsozialarbeit.

Ein weiterer wichtiger Baustein soll nun durch die Gründung des kommunalen Bildungsnetzwerkes folgen. Der Qualitätsausbau im Offenen Ganztag ist als langfristiger Entwicklungsprozess zu verstehen, der den quantitativen Ausbau mit klaren Qualitätszielen verknüpft und Schule, Jugendhilfe sowie weitere Partner zusammenführt.

Viele Experten hatte die Stadt Geldern zur Auftaktveranstaltung des Bildungsnetzwerks ins Bürgerforum eingeladen. Foto: Stadt Geldern/Terhorst

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