Preisverleihung zum Demokratiewettbewerb „Lebe Freiheit“
Schülerinnen der Liebfrauenschule Geldern belegen den 2. Platz
GELDERN. Demokratie lebt von Menschen, die sich engagieren, einmischen, mitgestalten: Dass junge Menschen dafür starke Ideen und klare Botschaften haben, zeigte der Schulwettbewerb „Lebe Freiheit“ des Bistums Münster. 25 bischöfliche und kirchliche Schulen im Bistum Münster reichten insgesamt 85 kreative Videos und Reels ein – von Rap-Videos über Gaming-inspirierte Animationen bis zu nachgestellten Schulparlamentswahlen.
Bei der feierlichen Preisverleihung in der Aula der Katholischen Studierenden- und Hochschulgemeinde Münster (KSHG) vier Beiträge ausgezeichnet. Sie zeigen auf besonders eindrucksvolle Weise, was Demokratie bedeutet – und wie man sie verteidigen kann. Der zweite Platz ging dabei an die Schülerinnen Nina Stammen, Theresa Koppers und Jette Schwalenberg der Liebfrauenschule Geldern, die mit ihrem Reel auf die Wirkung kurzer, pointierter Social-Media-Trends setzten. „Lange Videos funktionieren bei unserer Generation oft nicht mehr – deshalb wollten wir mit prägnanten Aussagen, Humor und klarer Botschaft Aufmerksamkeit erzeugen“, erklärten die Abiturientinnen, die das Video im Sozialwissenschaftskurs von Lehrer Stefan Linssen produziert hatten.
„Ein Mini-Meme mit Maxi-Message“: So lobte Diözesanjugendseelsorger Ralf Meyer den Beitrag des bischöflichen Berufskollegs, der Humor mit Tiefgang verband. „Ihr habt nicht einfach Demokratie erklärt – ihr habt sie gezeigt: nah, überraschend und überzeugend“, so Meyer.
Den ersten Platz belegte die Marienschule Münster, der dritte Platz ging an das Arnold-Janssen-Gymnasium Neuenkirchen. Einen Sonderpreis der „Youngcaritas“ erhielt die Bischöfliche Realschule Warendorf.
„Ein großartiges Engagement, das zeigt, dass junge Menschen bereit sind, Verantwortung zu übernehmen“, lobte Diözesanadministrator Dr. Antonius Hamers die Beiträge der Schülerinnen und Schüler. Demokratie und christliches Menschenbild seien untrennbar miteinander verbunden. „Wir glauben daran, dass jeder Mensch Würde hat – ganz unabhängig davon, woher er kommt, wie er lebt oder wen er liebt“, erklärte er. Gerade in Zeiten, in denen demokratische Werte zunehmend infrage gestellt würden, sei es wichtig, Haltung zu zeigen.
Ermöglicht wurden die Auszeichnungen durch die katholische Schulstiftung des Bistums Münster, die Preise im Gesamtwert von 8.600 Euro gestiftet hat. Die Gewinner dürfen sich nicht nur über Anerkennung, sondern auch über besondere Erlebnisse freuen: So reisen die Schülerinnen der Marienschule zum Europaparlament nach Straßburg oder Brüssel, die Preisträgerinnen der Liebfrauenschule in Geldern sowie die Preisträger des Arnold-Janssen-Gymnasiums besuchen mit ihren Kursen den Landtag in Düsseldorf.
„In die Demokratie sind viele von uns hineingeboren worden – aber wir müssen uns immer wieder neu dafür entscheiden“, unterstrich Domkapitular André Sühling, Vertreter der Schulstiftung, die gesellschaftliche Bedeutung des Wettbewerbs. Gerade in einer Zeit, in der einfache und polemisierende Botschaften den Ton angeben, brauche es junge Menschen, die mutig für klare, werteorientierte Inhalte stehen. „Diese 1:30 Minuten dürfen nicht denen überlassen werden, die mit populistischen Sprüchen arbeiten – es braucht Stimmen wie eure, die für Respekt und Verantwortung einstehen“, ermutigte er die Schüler.