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Berufsverkehr, Freizeitverkehr und zusätzlicher Reiseverkehr sorgen in Kombination vor dem langen Pfingstwochenende für noch vollere Autobahnen in NRW. Foto: Johannes Giewald
20. Mai 2026 · Niederrhein

Pfingstwochenende: ADAC Stauprognose für Nordrhein-Westfalen

Wer die Stauwelle am Freitag umgehen möchte, der sollte erst am Abend oder am Samstag starten

NIEDERRHEIN. Vor dem langen Pfingstwochenende müssen Reisende auf den Autobahnen in Nordrhein-Westfalen wieder mit erheblichen Staus rechnen. Laut Prognose des ADAC in NRW ist die Staugefahr am Freitagnachmittag (13 bis 18 Uhr) besonders hoch. „Berufsverkehr, Freizeitverkehr und zusätzlicher Reiseverkehr sorgen in Kombination für noch vollere Autobahnen“, sagt Mobilitätsexperte Prof. Dr. Roman Suthold.

Schon an „normalen“ Freitagen ist die Stauspitze laut ADAC am Nachmittag breiter und höher als an den übrigen Werktagen. Pfingsten sei für einen Kurzurlaub mit der Familie attraktiv, weil Arbeitnehmer durch den Feiertag am Montag keinen Urlaubstag für ein verlängerte Wochenende opfern müssten. Im vergangenen Jahr steckten Autofahrer am Freitag vor Pfingsten insgesamt 735 Stunden in Stau und stockendem Verkehr fest. Die Staulänge summierte sich in NRW auf rund 1.270 Kilometer. Zu den staureichsten Tagen des Jahres zählte der Freitag 2025 - anders als bundesweit - in NRW aber nicht.

Beliebte Ziele für Urlauber aus Nordrhein-Westfalen bleiben unverändert die deutsche Nord- und Ostseeküste sowie die Niederlande. Auch zahlreiche Wohnmobilisten sind unterwegs. Wer die Stauwelle am Freitag umgehen möchte, der sollte laut ADAC erst am Abend oder am Samstag losfahren.

Am Samstagvormittag (10 bis 15 Uhr) besteht gerade auf den Hauptreiserouten jenseits von NRW allerdings noch ein erhöhtes Staupotenzial. In Baden-Württemberg, Bayern und Sachsen-Anhalt beginnen die Ferien, in Baden-Württemberg und Bayern sogar die zweiwöchigen Pfingstferien. Besonders gefragt sind daher auch Reiseziele im Süden Europas, zum Beispiel Österreich, Italien, Kroatien und Südfrankreich.

Deutlich ruhiger wird es am Pfingstsonntag. Von Samstag bis Montag sind aufgrund des schönen Wetters auf den Ausfallstraßen der Städte in die Naherholungsgebiete auch Verzögerungen durch Tagesausflügler möglich.

Pfingstmontag erwartet der Club ab Mittag den ersten Rückreiseverkehr, vor allem rund um die Großstädte Berlin, Hamburg, Bremen, Köln, Frankfurt, Stuttgart und München steigt die Staugefahr. Ein hohes Staupotenzial bergen auch die bundesweit etwa 925 baustellenbedingten Verkehrseinschränkungen auf den Autobahnen. In NRW rechnet der ADAC ähnlich wie im vergangenen Jahr mit einem moderaten Stauanstieg am Pfingstmontag. Gute Nerven brauchen Reisende teilweise wieder außerhalb NRWs auf dem Rückweg von Nord- und Ostsee (z.B. A1, A2, A7) oder den Niederlanden (z.B. A12/A3).

Am Dienstag dürfte es auf den Autobahnen zwischen 7 und 18 Uhr voll werden, da sich der Rückreiseverkehr mit dem Berufsverkehr mischt. In Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen ist am Dienstag nach Pfingsten (26. Mai) offiziell noch schulfrei.

Staustrecken in NRW: Mit erheblichen Verzögerungen rechnet der ADAC in NRW am Freitag unter anderem auf der A1 (Köln - Dortmund - Bremen - Hamburg), der A2 (Oberhausen - Dortmund - Hannover) und A3 (Köln - Oberhausen - Emmerich). Gerade auf dem Kölner Autobahnring, in den Bereichen Oberhausen/Duisburg (A3/A40, Kreuz Kaiserberg) und Bochum/Herne/Recklinghausen (A43) sowie rund um das Kamener Kreuz (A1) und auf der Wuppertaler Stadtautobahn (A46) drohen Staus und stockender Verkehr. Ein erhöhtes Staupotenzial sieht der ADAC in NRW auch auf der Verbindung Aachen - Köln - Olpe (A4), der Sauerlandlinie (A45) sowie der A52 (Düsseldorf - Essen) und A57 (Köln - Krefeld). Stau-Hotspots bleiben Baustellen mit Fahrstreifenreduzierung. Etwas entlastend könnten die Lkw-Fahrverbote am Sonntag (24. Mai) und Montag (25. Mai) wirken.

Bei einem Stau die Autobahn zu verlassen und über Landstraßen zu fahren, bringt laut ADAC nur selten einen Vorteil. Oft sind auch die Ausweichstrecken schnell verstopft und für massenweise Zusatzverkehr nicht ausgelegt. In Ortschaften bilden sich an Ampeln und Kreisverkehren lange Rückstaus. „Durch Echtzeitinformationen empfehlen die Navigationssysteme immer wieder Alternativrouten abseits der Autobahn, teilweise auch mitten durch Großstädte. Oft beträgt der prognostizierte Zeitgewinn aber nur wenige Minuten und die Lage auf der Alternativstrecke verschlechtert sich innerhalb kürzester Zeit. Dann braucht man unter dem Strich noch länger“, erläutert Experte Suthold. In der Regel macht es daher erst ab Staus von mehr als zehn Kilometern Länge oder bei einer Vollsperrung Sinn, von der Autobahn abzufahren.

ADAC Stauberater in NRW: Um staugeplagte Autofahrer zu unterstützen, sind am Freitag, 22. Mai und Dienstag, 26. Mai die Stauberater des ADAC Nordrhein mit ihren Motorrädern wieder auf den Autobahnen in NRW unterwegs. Sie beruhigen genervte Urlauber, helfen bei der Routenplanung, geben Reise-Tipps, erklären die Rettungsgasse und verteilen Getränke und Spielsachen für Kinder, um die Wartezeit erträglicher zu machen.

Aktuelle Informationen über die Baustellensituation in NRW und ganz Deutschland finden Autofahrer unter www.adac.de/reise_freizeit/verkehr/baustellen. Eine individuelle Stauprognose mit Angaben zur genauen Tages- und Uhrzeit können Autofahrer über den ADAC Routenplaner unter maps.adac.de abrufen.

Ausland: Der ADAC rechnet auch auf den klassischen Urlaubsrouten im Ausland mit langen Verzögerungen. In Österreich sind insbesondere die A1, die A9, die Tauernautobahn A10, die Inntalautobahn A12 und die Brennerautobahn A13 zwischen Innsbruck und dem Brennerpass betroffen. Dort sorgt die Sanierung der Luegbrücke weiterhin für Einschränkungen. Ebenfalls staugefährdet sind die A14, die Fernpassstraße B179 und die Arlbergstraße B197.

Auf der Tauernautobahn gelten von Freitag bis einschließlich Montag, ganztägige Abfahrtssperren. In Tirol bestehen zudem an Samstagen, Sonn- und Feiertagen Fahrverbote auf zahlreichen Ausweich- und Landesstraßen in den Bezirken Innsbruck-Land, Kufstein, Imst und Reutte.

In der Schweiz bleibt die Verkehrslage auf der A1 zwischen Bern, Zürich und St. Margrethen angespannt. Ebenfalls stark belastet sind die Gotthard-Route A2, die A3 zwischen Basel, Zürich und Chur sowie die San-Bernardino-Route A13 in Richtung Chiasso.

Da am 25. Mai nicht nur in Deutschland, Österreich und der Schweiz, sondern auch in Frankreich, Belgien und den Niederlanden Feiertag ist, müssen Reisende am langen Pfingstwochenende auch hier mit Verzögerungen auf den Hauptreiserouten rechnen.

In Italien erwartet der ADAC insbesondere auf der Brennerroute A22 sowie auf der Verbindung Schweiz–Mailand–Genua über die Autobahnen A9 und A7 dichteren Reiseverkehr und teils längere Stauzeiten. Bei der Einreise nach Deutschland kann es aufgrund der weiterhin bestehenden Grenzkontrollen zusätzlich zu Wartezeiten kommen.

Brennerroute stark beeinträchtigt: Reisende in Richtung Italien beziehungsweise zurück sollten besonders den Samstag, 30. Mai, im Blick haben. Aufgrund einer Demonstration wird die Brennerautobahn zwischen der Mautstelle Schönberg und dem Brenner von 11 bis 19 Uhr in beide Richtungen gesperrt. Auch die parallel verlaufenden Ausweichstrecken sind betroffen. Da die Sperrung in die Pfingstreisezeit fällt, muss mit erheblichen Verkehrsbehinderungen und langen Staus gerechnet werden. Das Land Tirol empfiehlt deshalb, den Brennerraum großräumig zu umfahren und nicht notwendige Autofahrten zu vermeiden. Auch alternative Routen dürften stark belastet sein.

Berufsverkehr, Freizeitverkehr und zusätzlicher Reiseverkehr sorgen in Kombination vor dem langen Pfingstwochenende für noch vollere Autobahnen in NRW. Foto: Johannes Giewald

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