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Bürgermeister Ulrich Knickrehm (3. vr) ließ sich von Papillon-Geschäftsführer Josef Berg (2. vr) und dem Gocher Team über die Arbeit des Vereins informieren. NN-Foto: CDS
7. Juli 2022 · Goch

Papillon: Ansprechpartner auf Augenhöhe finden

Verein unterstützt Menschen, die unter psychischen Problemen leiden

GOCH. Seit Februar 2021 gibt es auch in Goch, Am Steintor 10, eine Zweigstelle von „Papillon“. Der Verein, der 1985 gegründet wurde, möchte Menschen, die unter psychischen Problemen leiden, mit sozialtherapeutischen Angeboten und Beratung in ihrem Alltag unterstützen. Kürzlich machte sich Bürgermeister Ulrich Knickrehm vor Ort ein Bild und sprach mit dem Gocher Team über dessen Arbeit. „Goch hat uns herzlich willkommen geheißen und ist uns entgegengekommen“, freut sich Papillon-Geschäftsführer Josef Berg, „wir durften erklären, dass wir uns um Menschen kümmern und auch mit unserem Vermieter hat es super geklappt.“ Schon vorher habe man Klienten aus Goch betreut, berichtet Berater Michael van Bentum und berichtet von den Anfängen am Steintor: „Wir waren kaum eine Woche hier, da hatten schon zehn Leute bei uns angeklopft und nachgefragt, was wir hier machen.“ Inzwischen betreut Papillon 69 Klienten in Goch; parallel dazu ist auch die Zahl der Mitarbeiter gestiegen. Der Verein versteht sich als Anlaufstelle für Menschen, die mit ihren meist komplexen, psychosozialen Problemlagen lange brauchen, bis sie einen geeigneten Ansprechpartner finden; man möchte demzufolge ein niedrigschwelliges Angebot machen – dem wird mit der Zweigstelle in Goch Rechnung getragen. Denn: „Eine der Grundstrukturen bei psychischen Erkrankungen ist Rückzug“, weiß Josef Berg und Michael van Bentum ergänzt: „Viele Klienten haben weniger soziale Kontakte.“ Gefühle von Überforderung oder die Angst von Stigmatisierung kommen dann oft noch hinzu.

Bei der Arbeit von Papillon geht es ausdrücklich nicht um medizinische Hilfe: „Diagnosen kann man viele haben, uns geht es um die Einschränkung der Teilhabe“, so Josef Berg. Hier setzt das Konzept an, unter anderem mit Assistenzleistungen, Alltagsbegleitung oder Tagesstruktur. Um alles das zu leisten, ist Papillon in der Weberstadt gut vernetzt, arbeitet mit Vermietern, Hausärzten, Jobcenter und der Verwaltung zusammen. „Sie verpacken die Wünsche des Klienten in eine für uns verständliche Sprache“, lobt Bürgermeister Knickrehm die gute Kommunikation. Ein großes Problem gebe es aber, so Josef Berg – Wohnraum für Klienten finden: „Alles steht und fällt mit einem Dach über dem Kopf; wer keine Wohnung hat, der hat auch keine volle wirksame und gleichberechtigte Teilhabe.“ Ein Aspekt, den auch der Bürgermeister mit Sorge sieht: „Es nicht einfach, Standorte für die Schaffung von Wohnraum zu finden; viele haben Sorge vor sozialen Brennpunkten. Hier muss man eine vernünftige soziale Mischung hinbekommen.“

Papillon nimmt auch eine Vermittlerrolle ein, wenn sich nach einer ersten Kontaktaufnahme herausstellt, dass man nicht der richtige Ansprechpartner ist – wenn es zum Beispiel um Suchtberatung geht. Termine für eine erste Beratung oder ein Clearing können unter Telefon 02823/ 4193216 ausgemacht werden – oder man klopft Am Steintor 10 an die Tür.

Weitere Informationen zum Verein, der Mitglied des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes ist, gibt es im Netz unter www.vereinpapillon.de

Corinna Denzer-Schmidt

Bürgermeister Ulrich Knickrehm (3. vr) ließ sich von Papillon-Geschäftsführer Josef Berg (2. vr) und dem Gocher Team über die Arbeit des Vereins informieren. NN-Foto: CDS

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