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Andrea Joosten, Leiterin der Stadtbücherei Emmerich, stellt die neue literarische Veranstaltungsreihe „Niederrheinischer Wortfrühling“ vor. NN-Foto: MB
5. Februar 2026 · Michael Bühs · Emmerich

„Niederrheinischer Wortfrühling“ in der Stadtbücherei Emmerich

Neues Format präsentiert ab 22. Februar starke Stimmen und bewegende Geschichten

EMMERICH. Mit inzwischen fünf Auflagen hat sich der Niederrheinische Literaturherbst der Stadtbücherei Emmerich längst etabliert. Nun bekommt die literarische Veranstaltungsreihe ein „frühes“ Pendant: Der Niederrheinische Wortfrühling feiert unter dem Motto „Starke Stimmen, bewegende Geschichten und ein literarischer Frühling voller Inspiration“ seine Premiere. Los geht es in wenigen Tagen mit einem besonderen Gastspiel im Stadttheater.

Das neue Format bietet ein vielseitiges Programm aus fünf Lesungen, Gesprächen und musikalischen Formaten. Autoren lesen aus aktuellen Romanen, autobiografischen Texten und Graphic Novels, erzählen persönliche Geschichten und greifen Themen auf, die bewegen: Erinnerung und Verantwortung, Demokratie und Zusammenleben, Familie, Identität und Zivilcourage. Der Niederrheinische Wortfrühling versteht sich zudem als Einladung zum Austausch – nahbar, offen und vielstimmig. Literatur wird hier nicht nur präsentiert, sondern gemeinsam erlebt: im Gespräch mit den Autoren, im Miteinander des Publikums und im bewussten Blick auf gesellschaftliche Entwicklungen.

Den Auftakt macht eine musikalische Lesung mit Max Mutzke. Der Sänger und Songwriter nahm 2004 für Deutschland am Eurovision Song Contest teil und belegte Platz acht. „Er kann sehr gut schreiben“, sagt Andrea Joosten, Kultur-Chefin und Leiterin der Stadtbücherei in Emmerich, mit Blick auf Mutzkes Kinderbuch „Komm mit ins Paradies der Träumer“ und seine Autobiografie „So viel mehr“. Letztere bringt er am Sonntag, 22. Februar, 20 Uhr, mit ins Stadttheater Emmerich. Darin und auf der Bühne spricht er offen über Familie und Werte, Kreativität, ADHS und den Mut, sich selbst treu zu bleiben. Mutzke liest nicht nur, er erzählt persönlich aus seinem Leben mit Songs, Humor und Tiefgang – „und er singt auch“, verrät Joosten. Karten ab 38,40 Euro gibt es unter anderem in den NN-Geschäftsstellen in Kleve und Geldern sowie unter www.niederrhein-nachrichten.de/ticketshop.

Die musikalische Lesung mit Max Mutzke ist die erste Veranstaltung beim „Niederrheinischen Wortfrühling“. Foto: Gaby Gerster

Die musikalische Lesung mit Max Mutzke ist die erste Veranstaltung beim „Niederrheinischen Wortfrühling“. Foto: Gaby Gerster

Im Rahmen des Projektes „Land.schafft.Demokratie“ ist am Dienstag, 3. März, 19 Uhr, der Autor, Grafikdesigner und Illustrator Nils Oskamp zu Gast in der Stadtbücherei. Er liest aus „Drei Steine“, eine Graphic Novel gegen rechte Gewalt mit autobiografischen Zügen. „Er hat als Schüler eigene Erfahrungen mit Rechtsextremismus gemacht“, berichtet Joosten. Mitschüler in Dortmund-Dorstfeld leugneten den Holocaust, stellten sich gegen Oskamp, der er sich ihnen nicht anschließen wollte. So geriet er am Ende selbst ins Visier von Neonazis. In seiner Graphic Novel geht es um Mut, Erinnerung und Zivilcourage. Der Eintritt zu dieser Lesung ist frei.

In Kooperation mit der Bibliotheek Poort van Gelre kommt am Mittwoch, 11. März, 19 Uhr, ein „Shootingstar aus Belgien“ ins Foyer der Stadttheaters Emmerich, wie Joosten ankündigt. In ihrem neuen Roman „Das Geschenk“ greift Gaea Schoeters die Ereignisse aus dem Frühjahr 2024 auf: Aus Ärger über die Verschärfung eines EU-Gesetzes, das die Einfuhr von Jagdtrophäen weiter beschränken soll, hatte der Präsident von Botswana, Mokgweetsi Masisi, angekündigt, er wolle Deutschland 20.000 wilde Elefanten „schenken“. Damit wollte Masisi auf die Überpopulation an Elefanten in seinem Land aufmerksam machen. Gaea Schoeters wirft nun einen Blick darauf, wie es wäre, wenn plötzlich Elefanten in deutschen Städten stehen, und erzählt von Verantwortung, Moral und unterschiedlichen Perspektiven. „Es ist ein großes Glück, dass sie zu uns kommt“, betont Andrea Joosten, die aufgrund der Grenznähe ein volles Haus erwartet. Moderiert wird der Abend von moderiert von Übersetzerin Lisa Mensing – „sie und Gaea Schoeters bilden ein tolles Duo“, sagt Joosten; der Eintritt kostet zehn, ermäßigt acht Euro, die Karten gibt es in der Stadtbücherei Emmerich.

Vom Mut, Abschied anders zu gestalten, handelt „Vanilleeis zum letzten Gruß“ von Andrea Franken. Am Dienstag, 24. März, 19 Uhr, stellt die Trauerrednerin nicht nur ihr Buch in der Stadtbücherei vor, sondern „berichtet von ihren Erfahrungen aus ihrem Arbeitsalltag, über Abschiede und wie sie sie begleitet“, sagt Joosten. Passend zum Thema, werde es ein Abend in gemütlicher Atmosphäre „bei gedämpftem Licht“. Die Lesung ist eine Zusammenarbeit mit der ambulanten Hospizgruppe Emmerich, der Eintritt kostet zehn Euro, ermäßigt acht Euro; Karten gibt es in der Stadtbücherei.

Ein schwieriges Thema behandelt Traudl Bünger in ihrem biografischen Roman „Eisernes Schweigen“, den sie am Freitag, 17. April, 19 Uhr, in der Stadtbücherei Emmerich vorstellt. „Sie stellt sich die Frage: Wie kann es sein, dass ein guter Mensch wie mein Vater ein Attentat begeht?“, sagt Andrea Joosten. „Sie arbeitet in ihrem Roman nicht nur ihre Familiengeschichte auf, sondern verbindet sie mit der politischen und gesellschaftlichen Situation in Deutschland zur Zeit des Kalten Krieges.“ Da diese Lesung ebenfalls im Rahmen von „Land.schafft.Demokratie“ stattfindet, ist der Eintritt frei.

Die Veranstaltungsreihe wird unterstützt von der Bundeszentrale für politische Bildung, dem Deutschen Bibliotheksverband sowie vom Förderverein der Stadtbücherei Emmerich. Einlass ist jeweils eine 30 Minuten vor Veranstaltungsbeginn. Weitere Infos unter www.emmerich.de/wortfruehling.

Andrea Joosten, Leiterin der Stadtbücherei Emmerich, stellt die neue literarische Veranstaltungsreihe „Niederrheinischer Wortfrühling“ vor. NN-Foto: MB

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