Neue Forschungsergebnisse zur Stachelschweinhaltung
Studie von Tiergarten und Universität Zürich zeigt, dass Stachelschweine in europäischen Zoos immer älter werden
KLEVE. Der Tiergarten Kleve hat gemeinsam mit der Vetsuisse-Fakultät der Universität Zürich aktuelle Forschungsergebnisse zur Haltung von Stachelschweinen in europäischen Zoos veröffentlicht. Die wissenschaftliche Studie wurde im international anerkannten Fachjournal Zoologischer Garten publiziert und zudem auf nationalen wie internationalen Fachtagungen vorgestellt.
Untersucht wurden Indische Weißschwanzstachelschweine und Gewöhnliche Stachelschweine, die in rund 400 zoologischen Einrichtungen in Europa gehalten werden. Für die Studie wurden Daten von mehreren tausend Tieren ausgewertet, um Haltungsbedingungen, Fütterung und Gesundheitsaspekte systematisch zu analysieren.
Ein besonders erfreuliches Ergebnis: Die Lebenserwartung der beiden Arten in europäischen Zoos hat sich in den vergangenen Jahren deutlich verbessert. Sowohl erwachsene als auch junge Tiere erreichen heute höhere Überlebensraten als noch in früheren Jahrzehnten. Dies führen die Wissenschaftler auf die stetig optimierten Haltungsbedingungen, moderne tiermedizinische Betreuung und zunehmende wissenschaftliche Erkenntnisse über Ernährung und Tiermanagement zurück.
„Die Ergebnisse zeigen sehr deutlich, dass sich die kontinuierliche Weiterentwicklung der Haltungsstandards auszahlt“, erklärt Tiergartenleiter Dr. Martin Polotzek, der als Erstautor an der Studie beteiligt war. „Forschung gehört neben Bildung, Artenschutz und Erholung zu den zentralen Aufgaben eines wissenschaftlich geführten Zoos wie dem Tiergarten Kleve. Nur durch wissenschaftliche Arbeit können wir Tierhaltung immer weiter verbessern.“
Neben der positiven Entwicklung bei der Lebenserwartung untersuchte die Studie auch die Fütterungspraxis in europäischen Zoos. Dabei zeigte sich, dass die Ernährung einen wichtigen Einfluss auf Gesundheit und Körpergewicht der Tiere hat. Auch typische Krankheitsbilder wurden erfasst.
Die nun veröffentlichten Ergebnisse liefern eine wichtige Grundlage für zukünftige Haltungsleitlinien in europäischen Zoos und sollen dazu beitragen, dass sich die Standards der Stachelschweinhaltung in europäischen Zoos weiter verbessern. Gleichzeitig unterstreicht die Studie die Rolle moderner zoologischer Einrichtungen als wissenschaftliche Institutionen, die aktiv zur Verbesserung von Tierwohl und Tiergesundheit beitragen. Auch sollen die in der Studie gewonnenen und publizierten Daten dazu bauen, das neue Zuhause für die Klever Stachelschweine Naddel und Dieter so tiergerecht wie möglich zu planen und zu bauen.
Der Tiergarten Kleve ist täglich von 9 bis 18 Uhr geöffnet. Die Gäste können sich neben den beiden Stachelschweinen Naddel und Dieter auch über die neue Welt der Trampeltiere und den Abenteuerspielplatz, der als einer der schönsten Spielplätze am Niederrhein gilt, freuen. Weitere Informationen unter www.tiergarten-kleve.de.