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Morgen ist Eröffnung im Museum Schloss Moyland. NN-Foto: Rüdiger Dehnen
29. März 2025 Von NN-Online · Bedburg-Hau

Neue Ausstellung im Schloss

Ab Sonntag geht es in Moyland um Joseph Beuys und die NS-Zeit

MOYLAND. Im Rahmen des vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen geförderten Programms „Forschungsvolontariat Kunstmuseen NRW“ wurde im Museum Schloss Moyland das Forschungsprojekt „Joseph Beuys und der Nationalsozialismus – Ein Laborraum“ ins Leben gerufen. Es befasst sich mit der Geschichte des Künstlers Joseph Beuys (1921–1986). Der Fokus liegt dabei auf seiner Rolle im Nationalsozialismus sowie seiner späteren Positionierung zu seiner Zeit als Soldat im Zweiten Weltkrieg und zur NS-Ideologie.

Die Ergebnisse des Forschungsprojektes werden ab Sonntag in einem auf Mitwirkung der Besucher angelegten Laborraum innerhalb der Dauerpräsentation zu Joseph Beuys im 1. Obergeschoss des Schlosses präsentiert. Im Laborraum sind multimedial aufbereitete Informationen über die Jugend von Joseph Beuys, seine Zeit als Soldat und seine Beteiligung am 1957 ausgeschriebenen Wettbewerb für ein Mahnmal im ehemaligen Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau zusammengefasst. Zum Informationsangebot gehören auch Interviews mit Forschenden zu Joseph Beuys sowie mit Schülern und Studierenden. Kuratiert wurde der Laborraum von Forschungsvolontärin Angela Steffen. Die auf den Laborraum bezogene und von Dr. Alexander Grönert kuratierte Ausstellung „Auschwitz und der Zweite Weltkrieg im Werk von Joseph Beuys“ fragt vom 30. März bis 29. Juni nach den ästhetischen Strategien, mit denen Beuys auf die Ungeheuerlichkeit der systematischen Vernichtung von Menschen jüdischen Glaubens, von Sinti und Roma, Kommunisten und anderen im nationalsozialistischen Deutschland verfolgten Gruppen reagiert hat.

Mit rund 90 Kunstwerken und Fotografien aus der Sammlung des Museums Schloss Moyland gibt die Ausstellung eine differenzierte Antwort auf die Frage nach Beuys‘ Verhältnis zur NS-Zeit. Die Ausstellung zeigt, dass sich Beuys während seiner gesamten Schaffenszeit – von den 1940er bis in die 1980er Jahre – immer wieder auf unterschiedliche Weise künstlerisch mit dem Zweiten Weltkrieg und insbesondere mit Auschwitz auseinandergesetzt hat. Der Beitrag der Ausstellung zur kontrovers geführten Debatte besteht in der Erweiterung der Diskussionsgrundlage um einen in dieser Hinsicht aussagekräftigen Einblick in sein künstlerisches Werk. Beuys‘ Entwurf für ein Mahnmal im Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau aus dem Jahre 1957/58 stellt einen Wendepunkt im Werk des Künstlers dar. Diese Arbeit steht im Zentrum des Laborraums und der Ausstellung, die beide den Blick in zwei Richtungen wenden: zurück auf Werke, die der Künstler während des Kriegs und in der Nachkriegszeit geschaffen hat, und nach vorn in die 1960er bis 1980er Jahre, als sich Beuys nahezu kontinuierlich in Kunstwerken mit dem Zweiten Weltkrieg, mit Auschwitz und der Frage nach einer deutschen Kollektivschuld auseinandergesetzt hat.

Eröffnet werden Ausstellung und Laborraum am morgigen Sonntag, 30. März, um 14 Uhr im Museum Schloss Moyland.

Morgen ist Eröffnung im Museum Schloss Moyland. NN-Foto: Rüdiger Dehnen

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