NN-Leserreporter Andrea und Michael berichten aus Brabant
BRABANT. Die niederländische Region Brabant bietet nicht nur spannende Städte, sondern auch zahlreiche Naturoasen, die zu jeder Jahreszeit an die frische Luft locken – zum Auftanken, Ausruhen und Bewegen. Nicht weniger als vier Nationalparks und die abwechslungsreiche Landschaft dazwischen laden dazu ein, das Tempo zu drosseln und einfach zu genießen. Die Leserreporter Andrea Koppers und Michael Umbach aus Kleve machten sich auf den Weg in die Brabanter Region „Land van de Peel“ und brachten diesen Erlebnisbericht mit:
Weite, Wasser und wohltuende Ruhe im Nationalpark De Groote Peel.
Foto: Umbach/Koppers
Für uns beginnt die Erholung schon direkt nach der Ankunft: Im Buitencentrum De Pelen, dem Besucherzentrum am Rande des Nationalparks De Groote Peel, werden wir mit einem deftigen Mittagessen empfangen – die beste Stärkung für unsere Wanderung durch das Hochmoor. Man kann sich je nach Kondition und Ehrgeiz für unterschiedlich lange Wanderstrecken entscheiden, die farblich gekennzeichnet sind. Auf Empfehlung des Küchenchefs beschließen wir, auf eigene Faust eine Strecke zu wandern, die uns entlang mehrerer Gewässer durch besonders schöne Moorlandschaften führt.
Stille Wege durch das Hochmoor
Mitten auf dem Weg und ganz ohne Eile: Shetland-Ponys im Nationalpark De Groote Peel.
Foto: Umbach/Koppers
Vogelbeobachter kommen in De Groote Peel ebenso auf ihre Kosten wie Ruhesuchende. Nach kurzer Zeit hören wir nur noch die Geräusche der Natur und genießen die Stille. Sogar eine kleine Schlingnatter bekommen wir zu sehen, außerdem treffen wir immer wieder auf kleine Herden von Shetland-Ponys. Ein Tipp: Um den Pferden hautnah zu begegnen, sollte man die „grüne Route“ laufen.
Mauern mit bewegter Vergangenheit: Die Schlossruine von Asten.
Foto: Umbach/Koppers
Zurück im Besucherzentrum De Pelen belohnen wir uns mit einem Stück „Vlaai“, einem für die Region typischen Kuchen – in unserem Fall mit Milchreisfüllung. Dann geht es weiter zur Schlossruine von Asten. Unser Guide Theo Knoops, der auch im örtlichen Museum „Klok & Peel“ arbeitet und über ein immenses geschichtliches Wissen verfügt, führt uns durch die Überreste des im Zweiten Weltkrieg zerstörten Schlosses. Theo kann spannende Geschichten über die ehemaligen Bewohner, das Leben auf dem Schloss und die Hexenverbrennung erzählen, die hier im 16. Jahrhundert stattfand. Auch heute leben noch Menschen in den äußeren Gebäuden der Burg, die malerisch und teilweise etwas windschief innerhalb der Burggräben und unweit der Ruine stehen.
Auf Zeitreise und Genusskurs
Kulinarische Genüsse im Restaurant „De Wilg“: Das Lokal von Chefkoch Boy van Gerwen wurde vom Restaurantführer Gault-Millau ausgezeichnet.
Foto: Umbach/Koppers
Direkt am Nationalpark De Groote Peel liegt das Wellness-Bed & Breakfast GLUNDR!. Nach diesem ereignisreichen Tag freuen wir uns auf eine Pause in unserer Suite mitten in der Natur – mit einer Badewanne unter dem Sternenhimmel. Danach geht die Erholung im Restaurant „De Wilg“ weiter. Das Lokal von Chefkoch Boy van Gerwen wurde vom Restaurantführer Gault-Millau ausgezeichnet. Das 7-Gänge-Menü mit überraschenden Geschmackskombinationen wie Bauchspeck mit Garnele und Krustentierschaum begeistert uns. Umso mehr staunen wir über die sehr moderaten Preise für diese besondere Küche. Ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall – und kein Gast sollte sich die empfohlene Weinbegleitung zu den Gängen entgehen lassen, die von den netten Kellnerinnen fachkundig erklärt wird.
Mit dem E-Chopper durch die Heide
Die Texas-Longhorn-Ranch bietet unter anderem E-Chopper-Touren mit Picknick an.
Foto: Umbach/Koppers
Am nächsten Morgen verwöhnt Gastgeberin Ivon uns mit einem entspannten Frühstück in ihrem Bed & Breakfast. Danach fahren wir zur nächsten Attraktion: einer Texas-Longhorn-Ranch mitten in Brabant. „Buiten Eten“ bietet Touren mit Tuk-Tuks, mehreren klassischen Fiat 500 oder E-Choppern an.
Mit dem E-Chopper auf Erkundungstour durch Brabant: Leserreporter Michael Umbach.
Foto: Umbach/Koppers
Mit den Fahrzeugen kann man die Strabrechtse Heide, ein Naturschutzgebiet mit einer weitläufigen Heidelandschaft, erkunden und sich einen gemütlichen Platz für ein Picknick aussuchen – entweder draußen inmitten der Natur oder, wenn das Wetter nicht mitspielt, drinnen. Da es auf unserer Tour doch recht kalt ist, machen wir an der Mühle „Den Evert“ nur einen kurzen Zwischenstopp und kehren stattdessen für einen warmen Kakao im Reitsportzentrum „Het Keelven“ ein. Das tolle Picknick von Buiten Eten nehmen wir dann im Saloon der Ranch zu uns – ganz entgegen dem Namen, der auf Deutsch „draußen essen“ bedeutet. Dort klären uns die Besitzer darüber auf, dass das Fleisch der Longhorn-Rinder einen ganz eigenen, etwas wilderen Geschmack hat und dass auf der Ranch auch Workshops zur Zubereitung angeboten werden. Neben der Picknicktour, selbstverständlich mit Wurstspezialitäten aus hauseigenem Fleisch, bietet die Ranch auch Touren an, bei denen es am Ende Steinofenpizzen oder ein auf dem Lagerfeuer gekochtes Essen mit regionalen Produkten gibt. Natürlich kann man die Longhorn-Rinder auch im Stall oder auf der Weide besuchen.
Viele Eindrücke haben wir gewonnen, und eines ist auf jeden Fall sicher: Brabant ist eine Reise wert – oder gleich mehrere. Die Natur, die freundlichen Menschen und die kulinarischen Genüsse werden uns in sehr guter Erinnerung bleiben.