„Nationalsozialismus als Rankünelehre“
Buchvorstellung am 10. November bei der Euregio
KLEVE. Vor 80 Jahren wurde Europa vom Nationalsozialismus befreit. Der Ruf, der damals durch alle Länder hallte, gilt bis heute: Nie wieder Krieg. Nie wieder Faschismus. Umso bedeutender ist es, dass ein zentrales Werk der intellektuellen Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus nun erstmals in deutscher Sprache erscheint.
Bereits vor fast 90 Jahren verfasste der niederländische Schriftsteller Menno ter Braak (1902–1940) sein scharfes, hellsichtiges Essay „Nationalsozialismus als Rankünelehre“. Darin beschreibt er den Nationalsozialismus nicht nur als politische Bewegung, sondern als Ausdruck eines tieferliegenden Grolls – gespeist aus sozialem Neid, Ressentiment und persönlicher Kränkung. Ter Braaks schonungsloser Text entfaltet eine intellektuelle Wucht, die bis heute nichts von ihrer Aktualität verloren hat – gerade angesichts des gegenwärtigen Wiedererstarkens nationalistischer und populistischer Strömungen. Obwohl das Werk in acht Sprachen erschienen ist, fehlte bislang eine Ausgabe in deutscher Sprache. Diese Lücke wird nun geschlossen: Die Vereinigung für Kultur und Wohlfahrtspflege aus Kleve und die Stichting voor Cultuur en Solidariteit aus Nimwegen haben sich gemeinsam dafür eingesetzt, das Werk endlich auch in Deutschland zugänglich zu machen. Unterstützt wurden sie vom Verlag Edition Memoria, der das Buch nun unter dem Titel „Nationalsozialismus als Rankünelehre“ herausgibt – in der Übersetzung von Albert Vigoleis Thelen, die bereits 1938 entstand, jedoch bislang unveröffentlicht blieb. Ergänzt wird die Ausgabe durch eine aktuelle Einleitung des renommierten niederländischen Autors, Essayisten und Kolumnisten Bas Heijne, der ter Braaks Gedanken auf die heutigen politischen Verhältnisse überträgt. Heijne gehört zu den profiliertesten Intellektuellen der Niederlande und wurde unter anderem mit dem P.C.-Hooft-Preis für Essayistik ausgezeichnet. Das Projekt wird durch das Interreg-Programm Deutschland–Nederland mit seinen Programmpartnern ermöglicht und von der Europäischen Union (EU) kofinanziert.
Vorgestellt wird das Buch am Montag, 10. November, um 19.30 Uhr im Euregio-Forum, Haus Schmidthausen, Emmericher Straße 24. Der Eintritt ist frei. Anmeldung erforderlich per Mail an josef@gietemann.de.