Nabu und BUND weiter gegen „Reeser Welle“
Verbände kritisieren geplante Abgrabung bei Rees
REES. Der Naturschutzbund (Nabu) Kreis Kleve und die Kreisgruppe Kleve des Bundes für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND) lehnen das Abgrabungsprojekt Reeser Welle nach wie vor ab. Dies hat sich auch nach dem jüngsten Erörterungstermin bei der für eine Genehmigung zuständigen Kreisverwaltung Kleve nicht geändert.
Nachdem das Projekt in der Vergangenheit bereits mehrfach geändert und auch verkleinert worden war, erfolgte zuletzt „nur eine unwesentlich ergänzte Begründung für das Vorhaben“, wie Nabu und BUND mitteilen: „Nach wie vor verstößt das Vorhaben in erheblicher Weise gegen Erhaltungsziele des EU-Vogelschutzgebietes Unterer Niederrhein. Insbesondere gehen gut 70 Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche verloren, die im Winter als Äsungsfläche für arktische Wildgänse und im Frühjahr und Sommer als Brutplatz für eine Kiebitzkolonie sowie als Lebensraum für weitere bedrohte Vogelarten fehlen werden.“
Hinzu komme laut Nabu und BUND, dass auch die vorgesehenen Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen überwiegend ungeeignet seien: „Insbesondere der künftige Status der Ausgleichsflächen im Hinblick auf das EU-Vogelschutzgebiet ist unklar.“
Die Anwohner und die Naturschutzverbände haben zudem „Sorgen zu den Auswirkungen von Hochwässern auf die Dichtschürze, den Deich und die bewohnten Flächen in Deichnähe“. Bei den Berechnungen der Veränderung der Fließrichtungen und der Fließgeschwindigkeiten des Grundwassers bei Hochwasser sei vom Bemessungshochwasser für den Deichbau (500-Jahres-Hochwasser und höher als alle Hochwässer der vergangenen 200 Jahre) auszugehen. Welche Veränderungen dadurch im Bereich eines bis tief in die Kiesschicht aufgeschlossenen Deichvorlandes in Deichnähe und an dem Deich selbst auftreten könnten, sei ungewiss und stelle deshalb ein Risiko dar, das vermieden werden sollte.
„Erfreulicherweise haben sich der Rat der Stadt Rees und auch der Naturschutzbeirat bei der Unteren Naturschutzbehörde gegen das Vorhaben ausgesprochen“, betonen Nabu und BUND. „Jetzt bleibt abzuwarten, wie der Kreis Kleve in diesem Verfahren entscheidet.“