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Dirk Willemsen sorgt seit Jahr und Tag für die Optik beim Kranenburger Karneval. NN-Foto: HF
30. Januar 2026 · Heiner Frost · Kranenburg

Musik bitte einen Tick leiser

Beim Frühschoppenzug in Kranenburg wird es erstmals eine ausgewiesene Familienzone geben

KRANENBURG. Der Countdown zum Frühschoppenzug am Sonntag, 15. Februar, hat längst begonnen. Die Plakate sind gedruckt. Das Motto steht fest: „Wej fiere bejänn!!!“ [Wir feiern zusammen.] Das kann man so stehen lassen. Schließlich ist gemeinsames Feiern das A und O nicht nur des Straßenkarnevals. In Kranenburg wird es in diesem Jahr eine Neuerung geben.

Das Zugkomitee hat beschlossen, eine „Familienzone“ einzurichten. Dirk Willemsen, Mitglied im Komitee, erklärt den Hintergrund. „Wir möchten, dass Familien mit Kindern den Zug entspannt verfolgen können, ohne dass die Kinder mit Kopfhörern am Straßenrand stehen müssen.“ Unglaubliche Lautstärken sind nicht nur beim Frühschoppenzug in Kranenburg ein Problem. „Eben das möchten wir den Familien ersparen.“ Komitee-Kollege Thomas Peters sieht es ebenso: „Wir haben dieses Projekt auch bei der Zugteilnehmerversammlung vorgestellt und die Reaktionen waren durchweg positiv.“

Die Familienzone soll sich von der Einmündung Galgensteg bis zum Friedhof erstrecken. Dirk Willemsen hat eine Beschilderung entworfen. Die maximale Lautstärke in der Familienzone soll 70 dB und außerhalb der Zone 100 dB nicht überschreiten. Willemsen: „Ich bin grundsätzlich kein Freund von Verboten. Das Konzept der Familienzone setzt auf Freiwilligkeit seitens der Zugteilnehmer.“ Warum nicht gleich den ganzen Zug zur stressfreien, sprich: lautstärkenarmen, Zone machen? Willemsen: „Wir versuchen es in diesem Jahr erst mal mit der Familienzone. Vielleicht lässt sich das in Zukunft ja erweitern.“

Woher stammen die Dezibel-Angaben auf den Schildern? Wer hat das wie festgelegt? Dirk Willemsen: „Ich kenne einen Ohrenarzt und den habe ich einfach mal gefragt, was ‚gesund‘ ist und was nicht. Der hat mir dann gesagt, dass draußen 70 dB absolut in Ordnung sind. Ich habe ja auch beim Zug mal selber gemessen und der Spitzenwert, der dabei herauskam, lag bei 167 dB. Als ich dem Arzt das erzählt habe, ist der fast aus dem Kittel gesprungen. Was die Lautsträke außerhalb der Familienzone angeht, haben wir jetzt 100 dB festgelegt. Man muss ja dann leider immer wieder davon ausgehen, dass es Zugteilnehmer gibt, die sich daran nicht halten und versuchen, die Grenzen auszureizen. Das ist dann wie beim Autofahren. Da steht dann 70 auf dem Schild und viele sagen sich dann, dass es ja noch eine Toleranz bei der Messung gibt. Schon sind die dann wieder bei 80. Ich hoffe, jedenfalls, dass sich unsere Zugteilnehmer an die Vorgaben halten, denn letztlich hat gute Stimmung überhaupt nichts mit der Lautstärke zu tun.“

Wie sieht es denn in der Familienzone mit dem Alkohol aus? Willemsen: „In dem Bereich, in dem die Familienzone eingerichtet wird, hatten wir bisher eigentlich nie Probleme damit. Das ist dann erst ab dem Kreisverkehr in der Höhe des Rathauses der Fall.“ Thomas Peters vom Zugkomitee fasst zusammen: „Zwischen Galgensteg und Paulistraße drosseln die Karnevalswagen die Lautstärke. Im Fokus steht das Miteinander. Ziel ist es, Kindern ein entspanntes Sammeln von Kamelle zu ermöglichen und Familien einen Bereich zu bieten, in dem das Erleben im Mittelpunkt steht. Abseits der Familienzone erwartet alle Besucher die gewohnte Partystimmung. Wir möchten, dass der Kranenburger Frühschoppenzug ein Fest für alle ist. Mit der neuen Familienzone schaffen wir ein Angebot für Familien mit Kleinkindern und Senioren, die die bunten Wagen sehen möchten, aber auf die volle Beschallung verzichten können.“

Die Hinweisschilder für die Familienzone. NN-Foto: HF

Die Hinweisschilder für die Familienzone. NN-Foto: HF

Dirk Willemsen sorgt seit Jahr und Tag für die Optik beim Kranenburger Karneval. NN-Foto: HF

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