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53 Exponate zeigen im „MuseumMobil“ die Geschichte und Vielfalt NRWs – auch der Kreis Kleve ist mit den Bürgerprotesten gegen das geplante Atomkraftwerk in Kalkar vertreten. NN-Fotos: Rüdiger Dehnen
8. August 2025 · Sabrina Peters · Kleve

„MuseumMobil“ in Kleve: Eine Zeitreise durch NRW im Container

Das „MuseumMobil“ ist noch bis zum 17. August auf dem Koekkoekplatz in Kleve zu Gast

KLEVE. Die orange-rote, lächelnde Sonne auf gelbem Hintergrund mit dem markanten Schriftzug „Atomkraft? Nein danke“ ist untrennbar mit dem Protest gegen den geplanten „Schnellen Brüter“ in Kalkar verbunden – ein Atomkraftwerk, das aufgrund massiver Bürgerproteste nie ans Netz ging und heute als Freizeitpark genutzt wird. Am 24. September 1977 versammelten sich rund 40.000 Kernkraftgegner, um vor Ort gegen das Vorhaben zu demonstrieren. Mit dabei: ein Koffer mit einem großen Aufkleber der lächelnden Sonne – ausgestattet mit einem Mikrofon, das zusammen mit Lautsprechern für Reden und laute Musik gegen das Atomkraftwerk sorgte. Heute ist dieser Koffer ein Zeitzeugnis des Protests und Teil der mobilen Ausstellung „MuseumMobil“ des Hauses der Geschichte Nordrhein-Westfalens. Noch bis zum 17. August ist diese auf dem Koekkoekplatz in Kleve zu sehen.

53 Landkreise – 53 Vitrinen

Das „MuseumMobil“ befindet sich in einem Container und beinhaltet 53 Vitrinen, in denen jeweils mindestens ein Exponat – ein ausgewählter Gegenstand, Dokument oder ein Foto – zu sehen ist. „Nordrhein-Westfalen hat 53 Landkreise. Jeder Landkreis soll eigentlich mit einem Objekt im ,MuseumMobil‘ vertreten sein“, sagt Elias Nüsse vom Haus der Geschichte Nordrhein-Westfalen. Der Kreis Kleve ist dabei in Form des Koffers mit „Atomkraft? Nein danke“-Symbol vertreten, der übrigens vom Klever Kulturmanager und Kabarettisten Bruno Schmitz zur Verfügung gestellt wurde und an die erfolgreichen Bürgerproteste gegen das geplante Atomkraftwerk in Kalkar erinnern soll.

Wie groß die Vielfalt Nordrhein-Westfalens ist und welche weitreichenden Geschichten zum bevölkerungsreichsten Bundesland gehören, verdeutlichen die weiteren Exponate, die zum großen Teil aber stark erklärungsbedürftig sind. Da wäre zum Beispiel das Familienunternehmen Dr. August Oetker aus Bielefeld, dessen Produkte schon seit über 130 Jahren den Alltag in der Küche erleichtern. Bereits 1950, so ist auf einem interaktiven und informativen Tablet zu lesen, verkaufte Oetker 350 Millionen Päckchen Puddingpulver, woran ein Exponat erinnert. 1970 brachte das Unternehmen schließlich die erste Tiefkühlpizza heraus – der Grundstein dafür lag also quasi in NRW.

Bezogen auf das Ruhrgebiet darf natürlich der Fußball und besonders die Rivalität zwischen Borussia Dortmund (BVB) und dem FC Schalke 04 nicht fehlen. Das „MuseumMobil“ blickt dabei auf das Jahr 1997 zurück, als der BVB die Champions League gewann und der S04 den UEFA-Pokal – in diesem Jahr standen also zwei Vereine aus Nordrhein-Westfalen an der Spitze des europäischen Fußballs.

Schaukelelefant erinnert an Schuhe aus Kleve

Das „MuseumMobil“ wurde am vergangenen Donnerstagabend offiziell eröffnet. Zur Tradition gehört dabei auch, dass der gastgebende Ort einen „Objekt des Ortes“ an das Haus der Geschichte Nordrhein-Westfalen überreicht. Im Klever Fall war dies ein Schaukelelefanten im Design der Kinderschuhmarke „elefanten“, den die Klever Firma Gustav Hoffmann seit den 1960er-Jahren anfertigen ließ, damit Kinder in den Schuhgeschäften auf ihm schaukeln konnten. Aus der 1869 in Kleve gegründeten Firma entwickelte sich ein Unternehmen, das 1970 über neun Millionen Paar Kinderschuhe produzierte. 2004 wurde es schließlich verkauft. Der Schaukelelefant wird nun aber ein Teil der Museumssammlung des Hauses der Geschichte Nordrhein-Westfalens sein, das 2030 am Mannesmannufer in Düsseldorf ein zeithistorisches Museum eröffnen möchte. Dort könnte dann auch der Klever Schaukelelefant zu sehen sein.

Öffnungszeiten und „Sammelsamstag“

Der „MuseumMobil“-Container steht noch bis zum 17. August auf dem Koekkoekplatz in Kleve. An allen zehn Tagen können Interessierte jeweils von 10 bis 18 Uhr die Ausstellung kostenlos erkunden. Am „Sammelsamstag“, 16. August, lädt das Haus der Geschichte NRW von 14 bis 17 Uhr an der Touristeninformation Kleve, Minoritenplatz 1, zudem alle Einwohner des Kreises Kleve dazu ein, sich mit ihrem persönlichen Objekt am Aufbau der Sammlung der Museen zu beteiligen. Gesucht werden überraschende und bewegende Geschichten aus der Zeit nach der Landesgründung im August 1946. Sabrina Peters
Dieser Schaukelelefant wurde dem Haus der Geschichte überreicht. NN-Fotos: Rüdiger Dehnen

Dieser Schaukelelefant wurde dem Haus der Geschichte überreicht. NN-Fotos: Rüdiger Dehnen

53 Exponate zeigen im „MuseumMobil“ die Geschichte und Vielfalt NRWs – auch der Kreis Kleve ist mit den Bürgerprotesten gegen das geplante Atomkraftwerk in Kalkar vertreten. NN-Fotos: Rüdiger Dehnen

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