"Kinder und Betreuer genießen Freizeit in Mauerndorf, fröhliche Gruppenszene"
5. August 2026 Von NN-Online · Alpen

Mon Amour“ – Wenn Gemeinschaft gelebt wird

Ferienlager Mauterndorf des Ferienhilfswerk St. Ulrich Alpen

ALPEN/MAUTERNDORF. Rafting, Kletterpark, Bergtouren, Sommerrodelbahn, Schwimmbad oder lange Sommerabende mit Spielen und Disco – das Ferienlager in Mauterndorf steckt voller Abenteuer. Doch wer die Teilnehmer fragt, was diese zwei Wochen wirklich besonders macht, bekommt nur selten einen Programmpunkt als Antwort. Viel häufiger fällt ein anderes Wort: Gemeinschaft. Das diesjährige Lagermotto „Mon Amour“ bedeutet übersetzt „Meine Liebe“. Im Ferienlager zeigt sich diese Liebe durch etwas wirklich Großes: Füreinander da zu sein, gemeinsam zu lachen, Verantwortung zu übernehmen und Erinnerungen zu schaffen, die bleiben. Und genau das wird in Mauterndorf täglich gelebt: Echte Verbundenheit. Jeder kümmert sich um jeden. Vielfalt als Stärke. Gemeinschaft, die von Herzen kommt. Was Gemeinschaft bedeutet, erklärt Thea Winnekens (zwölf Jahre), die in diesem Jahr zum ersten Mal mit nach Mauterndorf gefahren ist, erstaunlich einfach: „Dass man zusammenhält, sich unterstützt und Sachen gemeinsam macht.“ Mehr braucht es eigentlich nicht. Obwohl sie zum ersten Mal dabei ist, fühlt sie sich wohl – und für sie steht schon jetzt fest, dass sie wieder mitfahren möchte.

Dass dieses Gefühl sofort entsteht, überrascht erfahrene Betreuer kaum. Für Sebastian Hödicke, im Lager besser bekannt als „Hödi“, beginnt das Ferienlager bereits mit der Ankunft. „Von Anfang an sobald man hier ins Lager kommt und das Lagerfeeling einfach wieder auflebt, was man schon öfter erlebt hat, denkt man sich einfach: Diese Gemeinschaft und dieser totale Spaß und all diese ganzen verrückten Leute auf einem Haufen – das ist absolut nur Spaß und Freude garantiert.“

Gemeinschaft zeigt sich im Ferienlager nicht nur während der Programmpunkte. Sie zeigt sich auch dort, wo eigentlich gar keine Unterschiede gemacht werden. Für Leo Rous (13 Jahre) gehört deshalb jeder zum Lagerteam. „Also, die Küche, die Betreuer und die Kinder natürlich. Ich finde es gut, dass wir immer alles zusammen machen und sogar die Küche manchmal beim Programm mitmacht. Auch beim Wandern – der Benny aus der Küche ist mit uns den Berg hoch. Richtig gut.“ Auch Stella Ingenerf (13 Jahre) erlebt genau dieses Miteinander. „Man merkt das, indem die Betreuer mit uns überall hingehen und was unternehmen. Die Küche hat mit uns zum Beispiel Streiche für die Betreuer gemacht. Das war lustig.“ Diese Antworten zeigen etwas Bemerkenswertes: Für die Kinder gibt es keine Trennung zwischen Küche, Lagerleitung oder Betreuenden. Sie erleben alle als Teil derselben Gemeinschaft.

Natürlich gibt es im Ferienlager Aufgaben und Verantwortlichkeiten. Doch im Alltag scheint das kaum eine Rolle zu spielen. Ylvi Coopmann (13 Jahre), die bereits zum zweiten Mal in Mauterndorf dabei ist, beschreibt das ganz selbstverständlich. „Bei den Betreuerstreichen haben alle selbstverständlich zusammengearbeitet. Genauso bei den Zimmerplakaten oder beim Chaosspiel.“ Auch Lagerleiter Marcel Schulz fasst dieses Prinzip mit wenigen Worten zusammen. „Bunt gemischte Truppen – egal welches Alter.“ Dass dieses Miteinander weit über die Betreuenden hinausgeht, erlebt er jeden Tag. „Die Kinder zeigen ganz häufig Eigeninitiative und übernehmen sogar Aufgaben von Betreuern – zum Beispiel bei der Einteilung fürs Raften oder bei anderen Sachen. Daran merkt man einfach, was für eine coole Truppe wir hier haben. Hier denkt nicht jeder nur an sich, sondern an alle.“ Gemeinschaft entsteht also nicht, weil sie organisiert wird. Sie entsteht, weil Menschen Verantwortung übernehmen. Dass dieses Miteinander bei den Kindern ankommt, zeigt auch Theo Roghmanns (zwölf Jahre). Nach vier Jahren im Ferienlager Ellemeet war Mauterndorf für ihn in diesem Jahr eine neue Erfahrung. Trotzdem fühlte er sich vom ersten Tag an willkommen. „Ich fand gut, dass zum Beispiel im Kletterwald die Größeren geholfen und auch die Kleineren aufgenommen haben. Niemand wurde ausgeschlossen.“ Gerade für Theo zeigt dieser Moment, wie selbstverständlich Gemeinschaft entstehen kann – wenn jeder den anderen mitnimmt. Fragt man die Kinder nach Gemeinschaft, sprechen sie selten über große Worte. Sie erzählen von Erlebnissen. Für Elise Hauk (zwölf Jahre) bedeutet Gemeinschaft, „dass man zusammen Spaß hat, während man zusammen Dinge erlebt und Erinnerungen schafft.“ Besonders in Erinnerung bleiben ihr die gemeinsamen Schwimmbadbesuche und die Wanderungen. Und genau diese Mischung aus Abenteuer und Miteinander prägt die zwei Wochen in Mauterndorf. Manchmal gibt es einen Augenblick, der ein ganzes Ferienlager zusammenfasst. Für Betreuer Niclas Steckel (26) war das das traditionelle Bergfest. „Wir waren den ganzen Tag wandern. Alle, die auf den Gipfel wollten, haben den Gipfel gestürmt. Die anderen hatten einen wunderschönen Ausblick am See. Danach hat die Küche einen wunderbaren Grillabend veranstaltet. Die Sonne schien in den Garten, die Kinder haben Volleyball gespielt, andere lagen auf dem Rasen oder haben getobt. Währenddessen hat der Grill wahnsinnig geduftet. Das ist Ferienlager pur.“ Auch Lagerleiter Marcel Schulz blickt zufrieden auf die vergangenen Tage zurück. Rund 50 Teilnehmer, fast durchgehend Sonnenschein, abwechslungsreiche Programmpunkte und eine Gruppe, die schnell zusammengewachsen ist. Besonders in Erinnerung bleibt ihm dabei nicht nur das Lager selbst, sondern auch die Offenheit des Ortes. Beim Nationenfest im Dorf halfen Betreuer und Küche gemeinsam am deutschen Stand mit, während die Kinder das Fest erkunden konnten. „Die Kinder machen hier echt mega mit. Wir haben ganz viele lustige Situationen erlebt und sind als Gruppe im Dorf richtig gut angekommen. Es war ein sehr vollgepacktes Lager mit vielen Erinnerungen. Wir hatten alle hier eine richtig gute Zeit.“

Dass viele Betreuerinnen und Betreuer Jahr für Jahr wiederkommen, hat genau damit zu tun. Für Stefan Funke gehört das Ferienlager längst fest zum Jahresablauf. „Weil es einfach jedes Jahr fest dazugehört, ein Highlight im Kalender ist. Man freut sich jedes Jahr darauf, erlebt immer wieder neue Besonderheiten und nimmt aus den zwei Wochen unglaublich viel für sich mit. Sie holen einen aus dem Alltag heraus und sind einfach etwas ganz Besonderes.“ Vielleicht lässt sich das Ferienlager Mauterndorf deshalb am besten mit den Worten von Amelie Dziekonski (13 Jahre) beschreiben. Auf die Frage, wie sie die zwei Wochen in drei Worten zusammenfassen würde, antwortet sie, ohne zu zögern: Gemeinschaft. Spaß. Toll.“

Kinder und Betreuer verbringen eine tolle Zeit in Mauerndorf. Foto: privat

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