Mit vier Schlägern zum Sieg
Reeser hat einen Racketlon-Verein gegründet und spielt mit dem Team Sportduell in der Bundesliga
Mittlerweile ist es 15 Jahre her, dass Szymczak erstmals in Kontakt mit Racketlon kam. „Ein Arbeitskollege erzählte mir davon, als ich noch in Duisburg wohnte“, sagt der 46-Jährige. Nach einem kurzen Trainingsabstecher nach Düsseldorf war er Mitgründer eines Vereins in Moers. „Als ich dann nach Rees umzog, suchte ich hier nach einer Möglichkeit, Racketlon zu spielen“, erzählt Szymczak. „Da ich keinen Klub finden konnte, gründete ich den Verein Sportduell.“
Den Reiz des Racketlon kann Szymczak nur schwer in Worte fassen. „Es ist einfach diese Kombination aus vier Sportarten. Man ist viel flexibler. Wenn man in einer Sportart nicht besonders gut ist, hat man immer noch drei weitere Möglichkeiten, auch gegen einen besseren Spieler zu gewinnen.“ Auch das Training könne man mehr nach den eigenen Wünschen gestalten – im Sommer beispielsweise mehr Tennis auf der Außenanlage, im Winter mehr Badminton in der Halle. Szymczak selbst hat 20 Jahre lang Tischtennis gespielt, „heute trainiere ich es kaum noch, nur kurz vor Spielen. Ich trainiere lieber die Sportart, in der ich nicht so gut bin, auf die ich aber mehr Lust habe.“
Auch der Spielbetrieb biete gegenüber den Einzelsportarten einige Vorteile. Da nur in Turnierform gespielt wird – deutschlandweit sind 21 Teams in drei Bundesligen unterwegs –, „ist man nicht ständig an den Wochenenden unterwegs. Es gibt in Hin- und Rückrunde jeweils nur ein Turnier.“ Dadurch habe man mehr Trainings- und Freizeit – und mehr Zeit für die Familie.
In der 3. Bundesliga, in der Szymczak mit vier Mitstreitern aus ganz Deutschland in der Mannschaft Sportduell an den Start ging, wurden die Turniere in Nürnberg und Kerpen ausgetragen. Nach einer durchwachsenen Hinrunde im April folgte im September eine deutliche Leistungssteigerung mit drei Siegen in drei Partien, an deren Ende der Aufstieg als Tabellenzweiter in die 2. Bundesliga stand. Teil des Teams war auch Andrzej Borkowski aus Duisburg, der seit Jahren beim TTV Rees-Groin spielt und im nächsten Jahr wieder dabei sein will.
Derzeit trainiert Szymczak in Bocholt (Badminton, Squash), Rees (Tischtennis, Badminton), Wesel (Sqash) und Haldern (Tennis). Er arbeitet jedoch daran, mit dem Verein ein regelmäßiges Training vor Ort anbieten zu können, denn die nächste Generation steht bereits in den Startlöchern: „Auch meine Tochter begeistert sich für Tischtennis, Tennis und Badminton.“ Deshalb sucht Szymczak nicht nur Hallenzeiten, sondern auch weitere Mitstreiter in der Region. Ein Racketlon-Team besteht immer aus einer Frau und drei Männern, die im Turnier vier Einzel, ein Doppel und ein Mixed spielen; zumeist reist ein fünfter Spieler als Reserve mit.
„Für 2024 planen wir die Aufstellung einer zweiten Mannschaft für die Bundesliga“, blickt Szymczak nach vorne. Sein Traum: ein Team mit Spielern aus Rees und der Umgebung. Wer Interesse hat und weitere Infos wünscht, kann sich bei Robert Szymczak unter Telefon 0171/9282988 und per E-Mail an robert@sportduell.com melden.
Michael BühsDas Team Sportduell schaffte in der abgelaufenen Saison den Sprung in die 2. Racketlon-Bundesliga: (v. l.) Julian Damm, Volker Gundelach, Anika Dathe, Robert Szymczak und Andrzej Borkowski. Foto: privat