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Planänderungen sind in den Unterlagen in Magenta-Farben gekennzeichnet. Foto: Gruppe Dorfentwicklung
25. September 2023 · Rees

Millinger Gruppe kritisiert Pläne zum Betuwe-Ausbau

Gruppe Dorfentwicklung ruft alle Bürger zu weiteren Einwendungen auf

MILLINGEN. Das „Deckblatt“ für den Planfeststellungsabschnitt 3.2 zum Betuwe-Ausbau liegt seit 1. September zur Einsichtnahme im Stadtarchiv der Stadt Rees aus. Wesentliche Planänderungen, die aus den Einwendungen und Stellungnahmen resultieren, machen eine erneute Offenlage notwendig. In einer digitalen Bürgerinfoveranstaltung konnten die Einwohner aus Millingen und Empel bereits einen ersten Eindruck der neuen Pläne gewinnen und Informationen zum Ablauf des Verfahrens erhalten.

Nun teilt die Gruppe Dorfentwicklung Millingen mit: „Was die Millinger wurmt und wo die Planungen nicht angepasst wurden, ist, dass die Planung von Straßen.NRW nicht berücksichtigt wurde. Bei Schließung der Bahnübergänge Anholter Straße/Hauptstraße und Bruchstraße will die Deutsche Bahn den Verkehr über die Alte Driesch, Schaffeld, Sieben-Morgen-Straße (Pentjes), Bruchstraße und Alter Deichweg sowie über die B67 führen. Aussagen wie ‚Eine Umleitung für einen begrenzten Zeitraum‘ oder ‚Wir stehen in engem Austausch mit Straßen.NRW‘ sind da wenig verbindlich und als Lösungsvorschlag völlig unzureichend. Jeder Ortskundige weiß, dass diese ‚Umleitung‘ nicht für den allgemeinen Pkw-Verkehr, geschweige denn für Lkw geeignet ist.“

Es sei laut der Gruppe Dorfentwicklung jetzt schon schwierig, dass Fahrradverkehr und landwirtschaftlicher Verkehr gemeinsam dort fahren. „Das lassen wir uns so nicht gefallen. Wir kämpfen darum, dass die geplante Umfahrung für Millingen, die L458n, erst in Betrieb und auch das geplante Ersatzbauwerk Fußgänger- und Radunterführung in Millingen fertiggestellt sein muss, bevor die Bahnübergänge geschlossen werden.“

Die Gruppe ruft nun alle Millinger dazu auf, eine erneute Einwendung diesbezüglich zu machen. Es sei wichtig, dass die Bahn als Vorhabenträgerin und dann auch das Eisenbahnbundesamt diese Kritik aufnehmen.

Es bleibe aber nicht nur bei diesem Problem – auch die geplanten Fußgänger- und Radunterführungen seien kritisch zu sehen. „Atrien“ sollen die Bahnübergänge in Millingen und Empel ersetzen. In Empel ist dies in der Straßenachse Reeser Straße vorgesehen, geplante Rampenbreite 3,30 Meter, lichte Weite im Tunnel 4,75 Meter und eine lichte Höhe von 2,70 Meter. In Millingen rückt die geplante Unterführung rund 25 Meter aus der Straßenachse heraus, geplante Rampenbreite drei Meter bei einer Rampenneigung von sechs Prozent, lichte Weite im Tunnel sechs Meter und eine lichte Höhe von 2,70 Meter, eng bemessene Kurven und Wendelungen zeigen das Bild. „Die Frage ist sicherlich berechtigt, ob ausreichend Platz für den Begegnungsverkehr gegeben ist“, teilt die Gruppe mit. „Nicht nur für Bahnreisende, sondern insbesondere für Fußgänger, Radfahrer, Kinderwagen, Menschen, die auf Rollatoren angewiesen sind, Rollstuhl, Lastenrad, E-Mobil etc. muss diese Unterführung nutzbar sein. Radfahrer werden dort ihr Fahrrad dann nur schieben können. Dabei wird eine Strecke von insgesamt 180 Metern zurückgelegt werden müssen. Zu überwinden sind je Rampe rund 80 Meter und etwa 20 Meter im Tunnel. Ist das noch fahrradfreundlich? Wir wollen doch die Infrastruktur in Millingen erhalten und vor allem einer Zerschneidung Millingens entgegenwirken. Ein Grund mehr, auch hier eine Einwendung zu machen und eine großzügige und städtebaulich ansprechende Fußgänger- und Radunterführung mit einer Rampenbreite von vier Metern für den Zwei-Richtungs-Radverkehr und einer lichten Höhe im Tunnel von drei Metern zu fordern.

Eher eng bemessen

Und auch der geplante Fuß- und Radweg, von der Anholter Straße Richtung Sportplatz, der zunächst als Baustraße dient, sei mit einer Breite von 2,50 Meter eher eng bemessen. Eine Mindestbreite von drei Metern sollte laut der Gruppe Dorfentwicklung gefordert werden. „Persönliche Betroffenheiten können ebenfalls im Verfahren geltend gemacht werden. Hierbei können aber nur Einwendungen zu Planänderungen, die in den Unterlagen in Magenta-Farben gekennzeichnet sind, geäußert werden.“ Stichtag ist der 16. Oktober. Die Einwendungen aus 2013 bleiben bestehen. Weitere Informationen sind in der Millinger Crossiety-App, auf der Webseite der Stadt Rees und der Bezirksregierung Düsseldorf sowie der DB Netz AG zu finden.

Planänderungen sind in den Unterlagen in Magenta-Farben gekennzeichnet. Foto: Gruppe Dorfentwicklung

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