"Christin Becker, Stefan Loth und René Schneider bei Veranstaltung, Foto von Josef Gietemann"
20. August 2026 Von NN-Online · Niederrhein

Mehr Unterstützung im Kampf gegen die Asiatische Hornisse

Christin Becker und René Schneider im Austausch mit dem Gocher Imkermeister Stefan Loth

KREIS KLEVE. Die SPD-Landtagskandidatin für den nördlichen Kreis Kleve, Christin Becker, und der Landtagsabgeordnete und umweltpolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion NRW, René Schneider, informierten sich bei Imkermeister Stefan Loth über die rasante Ausbreitung der Asiatischen Hornisse sowie die damit verbundenen Herausforderungen für die Imkerei und ihre Bekämpfung.

Die Ausbreitung der Asiatischen Hornisse stellt Imker sowie den Natur- und Artenschutz in Nordrhein-Westfalen vor wachsende Herausforderungen. Über die Situation vor Ort informierten sich Christin Becker und René Schneider zusammen mit dem Vorsitzenden der SPD Kreis Kleve, Thorsten Rupp, und dem stellvertretenden Bürgermeister und SPD-Ratsmitglied in Kleve, Josef Gietemann, bei einem Besuch in Pfalzdorf. Im Mittelpunkt des Austauschs stand die Ausbreitung der Asiatischen Hornisse und die damit verbundene Gefährdung heimischer Bienenvölker. Die Asiatische Hornisse macht Jagd auf Honigbienen und andere Insekten. Mit der zunehmenden Verbreitung steigt zugleich der Aufwand, Nester frühzeitig aufzuspüren und fachgerecht zu beseitigen. Imkermeister Stefan Loth erklärte den Unterschied zwischen der Europäischen und Asiatischen Hornisse: „Die invasive Asiatische Hornisse stellt insbesondere für Honigbienen und andere Insekten eine zunehmende Bedrohung dar. Anders als die heimische Europäische Hornisse jagt sie häufig gezielt vor Bienenstöcken und kann durch den dauerhaften Jagddruck ganze Bienenvölker erheblich schwächen.“ Im Kreis Kleve kümmern sich derzeit rund 20 Imker um die Entfernung der Nester. Stefan Loth schilderte den Gästen aus der Praxis, welcher personelle, organisatorische und finanzielle Aufwand inzwischen notwendig sei. Ein Problem stelle dabei die Koordinierung und Finanzierung der Bekämpfung dar. Die Gelder für die Entfernung der Nester müssten unbürokratischer erstattet werden. Zudem seien die bisherigen Fördergelder durch das Land Nordrhein-Westfalen nahezu aufgebraucht, während gleichzeitig aufgrund der weiteren Ausbreitung der Asiatischen Hornisse eher mit einem steigenden Handlungsbedarf zu rechnen sei. Mittelfristig rechnet der Imkermeister auch mit Auswirkungen auf Streuobstwiesen und den Obstbaumbestand insgesamt.

Auch die notwendigen Sachkundelehrgänge waren Thema des Gesprächs. Für die fachgerechte Bekämpfung sind entsprechende Kenntnisse und Qualifikationen erforderlich. Wiederkehrende Lehrgänge und Fortbildungen müssen von den Beteiligten jedoch selbst finanziert werden. Gerade für diejenigen, die sich mit großem persönlichem Einsatz an der Eindämmung beteiligen, sei dies eine zusätzliche Belastung. Christin Becker sieht deshalb auch weiterhin politischen Handlungsbedarf: „Wer von Imkerinnen und Imkern sowie sachkundigen Helferinnen und Helfern erwartet, dass sie einen wichtigen Beitrag zum Schutz unserer heimischen Bienen und unserer Artenvielfalt leisten, darf sie mit den Kosten nicht alleinlassen. Die Asiatische Hornisse breitet sich rasant aus. Deshalb brauchen wir eine langfristige Strategie, eine verlässliche Finanzierung und ausreichend qualifizierte Menschen, die vor Ort handeln können.“

René Schneider setzt sich gemeinsam mit der SPD-Landtagsfraktion NRW für eine Ausweitung der finanziellen Unterstützung auf Landesebene ein. „Die Bekämpfung der Asiatischen Hornisse ist keine kurzfristige Aufgabe, die sich mit einem zeitlich begrenzten Förderprogramm erledigen lässt. Wenn die Ausbreitung zunimmt, müssen auch die zur Verfügung stehenden Mittel mitwachsen. Deshalb setzen wir uns als SPD-Landtagsfraktion dafür ein, den Fördertopf auszuweiten und die Bekämpfung dauerhaft auf eine verlässliche finanzielle Grundlage zu stellen“, erklärt René Schneider. Mit der Teilnahme von Josef Gietemann und Thorsten Rupp wurde zudem die kommunale Perspektive in den Austausch einbezogen. Denn die zunehmende Verbreitung der Asiatischen Hornisse betrifft nicht nur Imkereien, sondern stellt auch den Kreis Kleve als untere Naturschutzbehörde vor neue Aufgaben. Für Thorsten Rupp und Christin Becker war der Besuch zugleich mit Blick auf ihre Arbeit als SPD-Kreistagsmitglieder von Bedeutung. Beide nahmen wichtige Eindrücke und konkrete Hinweise aus der Praxis für die weitere politische Arbeit im Kreis Kleve mit. „Der Austausch mit den Menschen, die jeden Tag ganz praktisch mit den Folgen der Ausbreitung umgehen müssen, ist für politische Entscheidungen unverzichtbar“, betont Becker. „Wir müssen die Erfahrungen der Fachleute vor Ort aufnehmen und daraus Lösungen entwickeln, die in der Praxis funktionieren. Der Schutz unserer Bienen, der heimischen Insektenwelt und damit unserer biologischen Vielfalt braucht Unterstützung auf kommunaler Ebene ebenso wie durch das Land“, ergänzt Schneider. Die Teilnehmer waren sich einig, dass angesichts der dynamischen Ausbreitung der Asiatischen Hornisse schnelles und koordiniertes Handeln erforderlich sei. Neben einer ausreichenden Finanzierung brauche es qualifizierte Fachkräfte, praktikable Strukturen und eine langfristige Unterstützung derjenigen, die sich vor Ort für die Eindämmung der invasiven Art einsetzen.

Christin Becker, Stefan Loth und René Schneider (v.l.). Foto: Josef Gietemann

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